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Stadtnatur

© Vordergrundbild: sebra - stock.adobe.com, Hintergrundbild: chungking - stock.adobe.com, Wiese: Naturestock - stock.adobe.com, Insekten Grafiken: Olga Olmix/Shutterstock

Unsere Städte sind reich an Natur. Allein in Berlin kommen mehr als 20.000 Tier- und Pflanzenarten vor. Mittlerweile leben mehr als drei Viertel der deutschen Bevölkerung in Städten. Urbanes Grün ist damit wichtiger denn je, denn es ist der Garant für unsere Lebensqualität.

Stadtnatur hat viele Gesichter: vom einzelnen Baum, über den insektenfreundlichen Garten bis hin zum renaturierten Bachlauf oder den naturnahen Stadtwald. Sie leistet vielfältiges für die Gesellschaft, schafft Erholungsräume, fördert Naturerleben und sorgt für ein besseres Klima. Damit trägt Stadtnatur tagtäglich zu unserem Wohlbefinden bei.

Die Bundesregierung hat die Initiative ergriffen, die Arten- und Biotopvielfalt in unseren Städten zu erhöhen. Mit dem Masterplan Stadtnatur hat das Bundeskabinett ein 26 Punkte umfassendes Maßnahmenprogramm beschlossen, mit dem die Kommunen zur Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützt werden. Das Programm umfasst rechtliche Anpassungen, die Verbesserung der Förderung von Stadtnatur, innovative Formate der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erprobung neuer Ansätze und die Entwicklung von Arbeitshilfen für die Akteure vor Ort.

Aktuelles

Stadtpark Essen
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Naturschutz/Biologische Vielfalt | 06.06.19

Bundeskabinett beschließt Masterplan Stadtnatur

Das Bundeskabinett hat am 6. Juni den von der Bundesumweltministerin vorgelegten Masterplan Stadtnatur beschlossen. Ziel ist die Erhöhung der Arten- und Biotopvielfalt in städtischen Kommunen.
Bundeskabinett beschließt Masterplan Stadtnatur
Titelbild Masterplan Stadtnatur 2019
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Natur · Biologische Vielfalt · Arten | 06.06.19

Masterplan Stadtnatur

Öffentliche Grünflächen in städtischen Lebensräumen sind wichtig für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Der Masterplan Stadtnatur erklärt Maßnahmen des Bundes für mehr Arten- und Biotopvielfalt in unseren Städten.
Masterplan Stadtnatur
Efeuwände auf einem hohen Backsteinwohngebäude
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Terminhinweis zum 12.09.19

Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin

Im Rahmen des E+E Vorhabens „Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin" entstanden drei Naturerfahrungsräume: der Spieroweg in Spandau, die Moorwiese in Pankow und der Kienberg in Marzahn-Hellersdorf.
Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin
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Naturschutz/Biologische Vielfalt | 22.10.18

Entwurf eines "Masterplans Stadtnatur" vorgelegt

Ein neuer "Masterplan Stadtnatur" soll die Rahmenbedingungen für Natur in der Stadt deutlich verbessern. Das BMU schlägt 19 Maßnahmen des Bundes vor, die die Arten- und Biotopvielfalt in unseren Städten fördern.
Entwurf eines "Masterplans Stadtnatur" vorgelegt
Svenja Schulze bei der Pressekonferenz zur Umweltbewusstseinsstudie 2018
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Nachhaltige Entwicklung | 28.05.19

Bevölkerung erwartet mehr Umwelt- und Klimaschutz

Der Stellenwert von Umwelt- und Klimaschutz ist in der Bevölkerung in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Das ist ein Ergebnis der Umweltbewusstseinsstudie 2018, die am 28. Mai vorgestellt wurde.
Bevölkerung erwartet mehr Umwelt- und Klimaschutz
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Naturschutz/Biologische Vielfalt | 26.06.18

Rede von Svenja Schulze beim NABU-Salon

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hielt am 26. Juni eine Rede zum Thema Insekten- und Naturschutz beim NABU-Salon "Gönn dir Garten"
Rede von Svenja Schulze beim NABU-Salon
Svenja Schulze steht vor den Aufstellern der Umweltbewusstseinsstudie.
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Nachhaltige Entwicklung | 28.05.19

Vorstellung der Umweltbewusstseinsstudie 2018

Bundesumweltministerin Svenja Schulze und UBA-Präsidentin Maria Krautzberger hielten in Berlin eine Pressekonferenz zur Vorstellung der Umweltbewusstseinsstudie 2018 ab. Bei dieser Veranstaltung wurden die Ergebnisse vorgestellt.
Vorstellung der Umweltbewusstseinsstudie 2018
mehr Meldungen

Fragen und Antworten

FAQ Hintergrundpapier zum Masterplan Stadtnatur

Weshalb der Masterplan Stadtnatur?

Für die Menschen ist es wichtig, in ihrem direkten Wohnumfeld Natur erleben zu können. Auch für die Erhaltung der biologischen Vielfalt haben städtische Lebensräume wesentliche Bedeutung. Zum Beispiel sind für ursprünglich in Höhlen brütende Arten "Ersatzlebensräume" in Nischen und Spalten an Gebäuden überlebenswichtig.

Öffentliche Grünflächen liegen in der Regel in der Verantwortung der Kommunen. Der Bund wirkt für diese kommunalen Aufgaben rahmengebend und fördernd sowie bei der Entwicklung übergreifender Instrumente mit. Im Masterplan Stadtnatur sind in der Zuständigkeit des Bundes liegenden Maßnahmen aufgenommen. Insgesamt wird die Bundesregierung mit dem Masterplan in 14 Schwerpunktbereichen 26 Maßnahmen für mehr Arten- und Biotopvielfalt in unseren Städten in Angriff nehmen.

Welche Maßnahmen sind im Masterplan enthalten?

Der Masterplan umfasst rahmengebende rechtliche Anpassungen, die Verbesserung der Förderung im Hinblick auf die Erhaltung und Entwicklung von Stadtnatur, innovative Formate der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Erprobung neuer Ansätze und die Entwicklung von Arbeitshilfen für lokale Akteure.

Unter anderem wird ein neuer Förderschwerpunkt Stadtnatur beim Bundesprogramm Biologische Vielfalt des BMU geschaffen. Das Bundesnaturschutzgesetz soll geändert werden, um die kommunale Landschaftsplanung zu stärken. Technische Regeln für das städtische Gewässer- und Niederschlagsmanagement sollen überprüft werden, um die Anpassung an den Klima-wandel mit der Schaffung von vielfältigen Lebensräumen zu verbinden.

Die Maßnahmen werden überwiegend noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt oder in Angriff genommen.

Was ist Stadtnatur im Sinne des Masterplans?

In diesem Masterplan wird der Begriff Stadtnatur als Gesamtheit aller Lebensräume innerhalb einer Stadt verstanden, die für die Artenvielfalt von Bedeutung sind. In diesem Sinne können unterschiedliche Freiflächen und bauliche Elemente in der Stadt Bestandteil von Stadtnatur sein: vielfältig und naturnah gestaltete Bereiche in privaten Gärten, öffentlichen Grünanlagen, Klein- und Gemeinschaftsgärten, auf Friedhöfen, an Straßen und Wegen sowie Sport- und Spielplätzen, aber auch Nistplätze und Quartiere für Vögel und Fledermäuse an Gebäuden.

Alle diese Bestandteile bilden gemeinsam mit Stadtwäldern, Brachen mit Spontanvegetation, Strukturelementen wie Hecken und Säume an Agrarflächen sowie Gewässern mit deren Auen ein Gerüst für die Vernetzung in der Stadt sowie mit der umgebenden Landschaft. Damit reicht Stadtnatur vom Einzelbaum, über den insektenfreundlichen Garten bis hin zum renaturierten Bachlauf und naturnahen Stadtwald.

In welchem Zustand ist die Stadtnatur in deutschen Städten und Gemeinden?

Der Indikator für die Artenvielfalt im Siedlungsbereich zeigt, dass die Bestandssituation für die Indikatorarten (Vögel) trotz eines positiven Entwicklungstrends noch weit vom Zielwert der nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt entfernt ist. Gründe hierfür liegen in erster Linie in der zunehmenden Versiegelung von Flächen, der Gebäudesanierung sowie dem Verlust naturnaher Lebensräume.

Urbane Räume werden für "typische" Siedlungsarten als Lebensraum immer unattraktiver. Beeinträchtigt sind insbesondere gebäudegebundene Vogel- und Fledermausarten, wie etwa Mauersegler und Hausrotschwanz oder Graues Langohr und Breitflügelfledermaus. Positiv entwickeln sich bisher die Bestände vieler ehemaliger Waldarten, wie Schleiereule und Wanderfalke, die das wachsende und alternde Grünvolumen in den Städten zunehmend als Lebensraum erschließen.

Welche Leistungen erbringt Stadtnatur für die Stadtgesellschaft?

Der Bericht "Naturkapital Deutschland – TEEB DE: Ökosystemleistungen in der Stadt" legt dar, dass Stadtnatur zahlreiche Ökosystemleistungen erbringt und damit maßgeblich dazu beiträgt, die Gesundheit der Stadtbevölkerung zu schützen und deren Lebensqualität zu erhöhen. Dies erfolgt vor allem durch regulierende (zum Beispiel Temperaturregulation), kulturelle (zum Beispiel Erholung) und versorgende Leistungen (zum Beispiel Nahrungsmittel).

Der Bericht "Ökosystemleistungen in der Stadt" hat die Erkenntnisse unterschiedlicher Studien zu den Leistungen von Stadtnatur zusammengeführt. Hier einige Beispiele:

  • Freiflächen im Wohn- oder Arbeitsumfeld aufzusuchen, fördert allgemein die Gesundheit und auch sozialer Beziehungen und kann Ungleichheiten bei der Gesundheit unterschiedlicher sozialer Gruppen vermindern.
  • Sommerliche Höchsttemperaturen werden durch städtische Vegetation deutlich gesenkt. Auf 50 bis 100 Meter breiten Grünflächen wurde an heißen und windstillen Tagen eine Abkühlung von 3 bis 4 Grad Celsius gegenüber der angrenzenden Bebauung festgestellt.
  • Stadtgrün leistet einen großen Beitrag zur Luftreinhaltung. Bäume filtern Staub und können die Feinstaubbelastung um 5 bis 10 Prozent reduzieren. Bei mehreren dichten, hintereinanderliegenden Vegetationsstrukturen sogar um bis zu 15 Prozent.
  • Kinder mit ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen) können sich nach einem 20-minütigen Spaziergang im Park deutlich besser konzentrieren als nach einem ebenso langen Spaziergang in einem Wohngebiet oder in der Innenstadt.

Welche Rolle spielt Stadtnatur für eine integrierte Stadtentwicklung?

Stadtnatur bietet multifunktionale Lösungen über den reinen Naturschutz hinaus. Sie er-bringt als urbane grüne Infrastruktur zahlreiche ökologische, aber auch soziale und ökonomische Leistungen, die es gilt, strategisch zu erschließen. Insofern schafft Stadtnatur nicht nur Raum für Artenvielfalt, sondern bietet multifunktionale Lösungen für unsere Städte, wie zum Beispiel grüne Erholungsräume oder grüne Bewegungsachsen durch die Stadt. Die Grün- und Freiraumentwicklung sollte deshalb noch stärker als bisher zu einem integralen Bestandteil der Stadtentwicklung werden.

Eine Herausforderung besteht darin, den Zielkonflikt zwischen "Nachverdichtung" und "Freiraumentwicklung" zu moderieren. Hierbei sind integrierte Sicht- und Handlungsweisen der beteiligten Akteurinnen und Akteure erforderlich, um die Erhaltung und Erlebbarkeit der biologischen Vielfalt in Städten und Kommunen zu verbessern.

Die Etablierung einer integrierten Stadtentwicklung ist Ziel der Gemeinschaftsinitiative von Bund, Ländern und Kommunen zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik. Die Initiative setzt die Inhalte der LEIPZIG CHARTA zur nachhaltigen europäischen Stadt seit 2007 in Deutschland um. Aufgabe einer integrierten Stadtentwicklung ist es in diesem Sinne, den aktuellen, zumeist komplexen und miteinander zusammenhängenden ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen in den Städten und Gemeinden fachübergreifend zu begegnen.

Integrierte Stadtentwicklungspolitik ist ein Prozess. In diesem Prozess findet die Koordinierung städtischer Aufgaben- und Politikfelder in räumlicher, sachlicher und zeitlicher Hinsicht statt. Stadtnatur stellt hierbei einen eigenen zu berücksichtigenden Belang dar. Beispiels-weise ist seit 2015 die Bedeutung städtischer Grün- und Freiräume für die Erhaltung der biologischen Vielfalt explizit in der Präambel der Verwaltungsvereinbarung zur Städtebauförderung, einem zentralen Instrument der Nationalen Stadtentwicklungspolitik, enthalten.

Was ist "doppelte Innenentwicklung"?

Der Masterplan Stadtnatur unterstützt die Weiterentwicklung des Leitbilds der doppelten Innenentwicklung, etwa im Rahmen der Initiierung einer bundeseinheitlichen Konvention zu Grünraumversorgung und Erholungsvorsorge.

Das Leitbild der doppelten Innenentwicklung verfolgt das Ziel, Flächenreserven im Bestand baulich sinnvoll zu nutzen, gleichzeitig aber auch urbanes Grün zu entwickeln, zu vernetzen und qualitativ aufzuwerten. Zielkonflikte zwischen baulicher und freiraumbezogener Entwicklung sind dabei nicht immer vermeidbar, nicht selten gehen aber diese Konflikte zu Lasten städtischer Frei- und Grünräume. Das Bundesamt für Naturschutz hat dazu Handlungsempfehlungen für die Entwicklung innerstädtischer Flächenreserven erarbeitet, die den Städten und Gemeinden den verantwortungsvollen Umgang mit urbanem Grün bei der städtebaulichen Innenentwicklung erleichtern und eine qualifizierte doppelte Innenentwicklung befördern.

Wie kann ich einen Antrag beim neuen Förderschwerpunkt Stadtnatur stellen?

Für den Masterplan Stadtnatur wird es im Bundesprogramm Biologische Vielfalt einen neuen Förderschwerpunkt Stadtnatur geben. Hierzu wird die Förderrichtlinie angepasst und die konkreten Rahmenbedingungen werden voraussichtlich Ende 2019 feststehen. Im Bundesprogramm Biologische Vielfalt können Projekte zum Thema Stadtnatur bereits ab sofort eingereicht werden. Im Bundesprogramm ist ein zweistufiges Verfahren vorgesehen. Zuerst wird eine aussagekräftige Projektskizze eingereicht, die im Programmbüro des Bundesamtes für Naturschutz begutachtet wird. Falls die Projektskizze grundsätzlich positiv bewertet worden ist, wird zur Antragsstellung aufgefordert.

Was sind Naturerfahrungsräume?

Städtische Naturerfahrungsräume sind großflächige, naturbelassene Freiräume ohne vor-gegebene Spielelemente für Kinder und Jugendliche. Sie geben ihnen die Möglichkeit, in ihrem direkten Umfeld Natur vorzufinden, um eigenständig Erfahrungen mit Pflanzen und Tieren sammeln zu können. Langjährige Untersuchungen zeigen, dass das freie Spielen in der Natur wichtig ist, um Körperbeherrschung, Kreativität, natürliche Risiko- und Sozialkompetenz zu erlernen.

Vor allem in den Großstädten gibt es nur noch wenige Orte, in denen Kinder frei, ohne Verbote, Richtlinien und ständige Beobachtung die Natur spielerisch entdecken können. Um diesem Missstand zu begegnen, wurde in den 1990er Jahren das Konzept der "Naturerfahrungsräume" entwickelt. Die Idee der Naturerfahrungsräume bietet eine große Chance, ein Mehr an Lebensqualität von Kindern und Stadtnaturschutz zu verbinden.

Mit einem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben "Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin" des BfN wurde die systematische Einrichtung, Beobachtung und Auswertung von Naturerfahrungsräumen im großstädtischen Kontext in Angriff genommen.

Wieso sind Gebäude für den Naturschutz so wichtig?

Gebäude stellen auch Lebens- und Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen dar. Vor allem einzelne Vogel- und Fledermausarten sind in besonderer Weise vom Lebensraum Gebäude abhängig. So bevorzugen Mauersegler zum Beispiel Nisthöhen ab sechs Meter und freien Anflug. Die Nester bauen Mauersegler während der Sommermonate unter Dachvorsprüngen, Steinen oder Mauerlücken. Fledermäuse, wie etwa die Breitflügelfledermaus, benötigen eben-falls Spaltenräume, etwa in Dachböden, hinter Regenrinnen oder unter Attiken. Auch Insekten finden in den bebauten Strukturen unserer Städte wichtige Lebensräume.

Wie können Bürgerinnen und Bürger Stadtnatur schützen und entwickeln?

Auch Bürgerinnen und Bürger können zu einer naturorientierten Stadt beitragen, indem sie private Höfe so wenig wie möglich versiegeln, Grünflächen und Grünelemente anlegen, Fassaden und Dächer begrünen. Auch die naturnahe Gestaltung des eigenen Gartens hilft der Stadtnatur. An Gebäuden oder im eigenen Garten können Nisthilfen und Quartiere für Vögel, Fledermäuse und Insekten angebracht werden. Auch das Engagement in Vereinen, die sich für den Naturschutz in der Stadt einsetzen, hilft, unsere Städte lebenswerter zu machen und die Vielfalt an Pflanzen und Tieren zu erhalten. Darüber hinaus gibt es in den meisten Städten Bürgergärten, in denen man viel über Stadtnatur lernen und sich darüber hinaus auch selbst betätigen kann.

Im Rahmen des Umsetzungsprozesses des Masterplans Stadtnatur wird das Bundesumweltministerium auch für Bürgerinnen und Bürger Handreichungen mit konkreten Tipps für mehr Natur in ihrem direkten Umfeld entwickeln.

Beispiele von BMU geförderten Naturschutzprojekten in der Stadt

  • Stadtpark Essen
    dietwalther/Fotolia.com

    Das Bundesamt für Naturschutz hat mit Mitteln des Bundesumweltministeriums zum Thema Stadtnatur verschiedene Forschungs- und Umsetzungsvorhaben durchgeführt. Dazu gehören Vorhaben, die die verschiedenen positiven Aspekte städtischer Grünräume aufarbeiten und in diesem Zusammenhang auch Empfehlungen für die Praxis erarbeitet haben. Daneben beschäftigt sich das BfN seit mehreren Jahren mit Fragen der ökologischen Stadterneuerung, etwa im Zusammenhang mit der sogenannten "doppelten Innenentwicklung", der urbanen grünen Infrastruktur sowie den Möglichkeiten für eine bessere Unterstützung der biologischen Vielfalt in der Städtebauförderung. Allen Vorhaben gemein ist, dass sie Grünflächen nicht nur als wichtige Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten betrachten, sondern auch als wichtige Treiber städtischer Entwicklung, etwa im Zusammenhang mit urbaner Lebensqualität, Umweltgerechtigkeit oder der Anpassung an den Klimawandel.

    Urban-NBS – Städtische Grünstrukturen für biologische Vielfalt in Städten

    Städte tragen eine hohe Verantwortung für den Erhalt und die Förderung von Biodiversität, oft fehlt es jedoch an übergreifenden Strategien für die lokale Umsetzung. Das Projekt Urban-NBS erarbeitet Handlungsempfehlungen für kommunale Biodiversitätsstrategien. Ferner werden konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Nationalen Strategie für Biologische Vielfalt (NBS) im urbanen Raum in den Städten Bielefeld und Heidelberg untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei Grünstrukturen im dicht bebauten und intensiv genutzten Innenbereich der Städte.

    Stadtgrün – artenreich und vielfältig

    Das Projekt "Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig" motiviert Städte und Gemeinden in Deutschland zur naturnahen Gestaltung und Pflege von Grün- und Freiflächen. Im Mittelpunkt steht das gleichnamige Label, das die Etablierung einheitlicher ökologischer Standards für den Umgang mit Grünflächen zum Ziel hat.

    Urbane Grüne Infrastruktur

    Das Vorhaben zielt darauf, "urbane grüne Infrastruktur" für die kommunale Planung zu definieren und operationalisieren und dabei auch Verbindungen zu aktuellen naturschutzfachlichen Diskursen und Konzepten herzustellen, etwa Ökosystemleistungen. Die Inhalte umfassen unter anderem Hinweise zur Identifizierung einer geeigneten Flächenkulisse, zu Planungsprinzipien, zu Qualitätsanforderungen und zum Einsatz von Instrumenten für die Planung und Umsetzung von urbaner grüner Infrastruktur.

  • Städte wagen Wildnis

    Stadt und Wildnis werden häufig als Gegensätze wahrgenommen; wo das eine ist, kann das andere nicht sein. Über ein neues ästhetisches Leitbild von Wildnis in der Stadt will das Projekt diesen Gegensatz aufheben und so die Akzeptanz von extensiv bewirtschafteten Grün- und Sukzessionsflächen in der Stadt verbessern.

    Doppelte Innenentwicklung

    Der Schutz der freien Landschaft vor einem weiteren Flächenverbrauch stellt ein hohes umwelt- und naturschutzpolitisches Ziel dar. Dennoch darf die bauliche Nachverdichtung insgesamt nicht zu einer Verschlechterung der Lebensqualität und der Umweltbedingungen durch unzureichende Grünflächen in den Städten führen. Das Vorhaben untersetzt fachlich das Thema "doppelte Innenentwicklung" und bereitet es für die kommunale Praxis auf. Den zuständigen Akteuren der Stadtentwicklung in den Kommunen und Planungseinrichtungen werden Informationen und Empfehlungen an die Hand gegeben, damit das Prinzip und Leitbild der doppelten Innenentwicklung in Stadtentwicklungsstrategien berücksichtigt wird.

    Biologische Vielfalt und Naturschutz im Städtebauförderprogramm "Stadtumbau"

    Im Rahmen der Förderprogramme Stadtumbau Ost und West werden Freiraumaspekte thematisiert, etwa die Schaffung neuer Grünflächen, welche Schnittstellen zu den Zielen des Naturschutzes im besiedelten Bereich aufweisen. Das Gutachten erkundet am Beispiel der Stadtumbauprogramme Ost und West, inwiefern die Ziele von Naturschutz und Landschaftspflege im Rahmen der integrierten Stadtentwicklung verankert sind und gibt Empfehlungen zur besseren Integration der biologischen Vielfalt in die Städtebauförderung.

    Seltene heimische Wildpflanzen im Garten – Biodiversität durch bürgerschaftliches Engagement

    Familien mit Kindern, Kleingartenvereine sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger, die einen Garten oder Balkon besitzen, werden zu Wildpflanzenexpertinnen und –experten, sogenannte innerstädtische "Arche"-Flächen zu Begegnungs- und Umweltbildungsorten: Das innovative Umweltbildungs- und Naturschutzprojekt der Botanischen Gärten in Pots-dam, Berlin und Marburg sowie des Umweltzentrums Dresden beteiligt Bürgerinnen und Bürger aktiv am Schutz und Erhalt gefährdeter heimischer Wildpflanzen und deren genetischer Vielfalt.

    Ein Gemüsegarten neben einem Wohngebäude
    HildaWeges Photography/fotolia.com