Lösungswege

Gute Arbeit schaffen und sichern

Unser Weg zum Ziel:

Wie wir die sozial-ökologische Transformation zusammen mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern umsetzen.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Sicherheit im Wandel geben:

Tischler bearbeiten Holz mit einer Maschine

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die Leistungsträgerinnen und Leistungsträger der deutschen Wirtschaft. Nur mit ihrem Einsatz und ihrer Expertise wird die sozial-ökologische Transformation gelingen. Die Arbeit wird auch zukünftig nicht ausgehen – aber es wird vielfach andere Arbeit sein, die andere Kompetenzen und Qualifikationen erfordert. Für diesen Weg brauchen Beschäftigte Sicherheit. Diese erhalten sie vor allem durch tarifvertragliche Regelungen. Die Stärkung der Sozialpartnerschaft und der Tarifbindung ist daher von erheblicher Bedeutung.

Es bedarf zudem einer arbeitsmarktpolitischen Flankierung: Mit einem Recht auf lebensbegleitendes Lernen, das auch umfassende Umschulungen und Weiterqualifizierungen ohne Lohneinbußen in Schulungszeiten beinhaltet, sollen allen Erwerbstätigen selbstbestimmte Auf- und Umstiege im Berufsleben ermöglicht werden. Die Einrichtung von regionalen Transformationsgesellschaften unter Beteiligung der Sozialpartner kann bei der Organisation des branchenübergreifenden Übergangs von Beschäftigten helfen.

Niemand wird versprechen können, dass der heutige Arbeitsplatz auch in 20 oder 30 Jahren noch existieren wird. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen sich aber sicher sein können, dass sich ihre Anstrengungen der Umschulung und Weiterbildung tatsächlich lohnen und sie Planungssicherheit über die Zeit des Umbaus hinaus haben und im Anschluss einen neuen und guten Arbeitsplatz erhalten.

Strukturwandel braucht Beteiligung:

Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und Umweltverbände haben beim Kohleausstieg gezeigt, wie sich für ganze Regionen, Unternehmen und Beschäftigte gemeinsam neue Perspektiven entwickeln lassen. Wenngleich es in anderen Branchen nicht um Aus-, sondern um Umstiege geht, kann die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (sogenannte Kohlekommission) auch für andere Branchen, denen ein elementarer Umbau bevorsteht, Vorbild sein; insbesondere dafür, Beteiligungsprozesse zu gestalten.

Es sind Maßnahmen zu entwickeln, die den Umbau zeitnah und tatkräftig voranbringen und dabei die Zukunft von Beschäftigten, Unternehmen und Regionen im Blick behalten. In der Strukturpolitik sind präventive Ansätze zu bevorzugen, die Regionen entwickeln, bevor es zu einschneidenden Veränderungen kommt. Sofern absehbar ist, dass Arbeitsplätze wegfallen, muss frühzeitig auf die Ansiedelung neuer, zukunftsfester Arbeitsplätze und Unternehmen hingewirkt werden. Beispiele aus Regionen, die den Strukturwandel bereits erfolgreich bewältigt haben, können wichtige Impulse liefern und als Vorbilder für andere Regionen Deutschlands dienen.

Digitalisierung als Chance begreifen:

Ingenieur arbeitet mit einer Mixed-Reality-Brille

Auch die Art und Weise, wie gearbeitet wird, wird sich in den nächsten Jahren weiter wandeln. Digitalisierung und Flexibilisierung können genutzt werden, um Arbeit auch ortsunabhängiger zu gestalten und somit ganze Regionen (wieder-)zubeleben. Dies könnte auch den Pendelverkehr in Ballungsgebieten reduzieren.

Die großen Herausforderungen werden dabei sowohl infrastruktureller (Breitbandausbau, Mobilität ) als auch sozialer (zum Beispiel Zugang zu digitaler Ausstattung und Berufsstruktur, neue Arbeitszeitmodelle) Art sein. Die Frage, welche Tätigkeiten mit welcher Qualifikationsanforderung ortsunabhängig ausgeführt werden können, ist nicht nur eine technische, sondern auch eine soziale.

Es lohnt sich, flexiblere Arbeitszeitmodelle mit grundsätzlich reduzierter Arbeitszeit und stärkerer Selbstbestimmung durch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu etablieren. Gute Beispiele zu verringerter Regelarbeitszeit oder anderen Innovationen in modernen Unternehmen können als Vorbild dienen.

Umfassende Mitbestimmung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gewährleisten und ausbauen:

Mitbestimmung und Tarifverträge sorgen für mehr Gerechtigkeit im Betrieb und sichern wirtschaftliche und soziale Teilhabe – insbesondere in Zeiten von Veränderungen. Gleichzeitig befördert Mitbestimmung durch die Beteiligung der Beschäftigten eine innovative Unternehmenskultur. Beispielhaft stehen dafür von Betriebsräten etablierte Vorschlagswesen, bei denen Beschäftigte ihr Know-how auch einbringen, um Betriebsabläufe zu verbessern, Energie einzusparen oder Umweltschutzmaßnahmen umzusetzen. Es braucht einfache Instrumente, die verständlich und leicht zur Partizipation anregen.

Beschäftigte kennen ihr Unternehmen am besten. Gerade in Zeiten des Wandels ist eine Modernisierung der Mitbestimmungsmechanismen wichtig, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den Mittelpunkt rückt und eine Gestaltung auf Augenhöhe ermöglicht. Wenn es um die Arbeitsgestaltung, den Arbeitsumfang und auch Controlling-Instrumente geht, muss Mitbestimmung möglich und garantiert sein. Die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmervertretungen müssen so ausgebaut werden, dass sie den Anforderungen in der Transformation gerecht werden: Das gilt für das Thema Qualifikation ebenso wie für Standortentscheidungen und die Digitalisierung, die zum Beispiel auch ein „digitales Zugangsrecht“ für Gewerkschaften nötig macht.

Lebensbegleitendes Lernen:

Gruppe bespricht sich im Büro

Um den notwendigen sozial-ökologischen Umbau aktiv mitgestalten zu können, ist Bildung eine wichtige Voraussetzung. Sie vermittelt Orientierung, ermöglicht Teilhabe und trägt zur Stärkung der Persönlichkeit bei. Lebensbegleitendes Lernen hilft, Brüche in Erwerbsbiografien abzumildern und neue Chancen zu ermöglichen. Dabei soll der Ansatz gelten, Menschen nicht erst dann zu unterstützen, sich zu qualifizieren, wenn konkrete Arbeitslosigkeit vorliegt oder droht, sondern frühzeitig und präventiv tätig zu werden. Das Ziel muss sein, Auf- und Umstiege zu ermöglichen.

In einem guten Bildungssystem sollte der Aspekt Umweltbildung umfassend thematisiert und in den unterschiedlichen Bildungseinrichtungen etabliert sein bzw. dort, wo noch nicht vorhanden, integriert werden: Bereits in Kita und Schule sollte künftig Umweltbildung zum Standardrepertoire gehören. Auch Ausbildungs- und Studiengänge müssen einen Beitrag zum Umweltbewusstsein leisten und auf neue Arbeitsfelder vorbereiten.