Maßnahmen für weniger Plastik und mehr Recycling

Plastikgeschirr

In Deutschland fällt immer noch viel zu viel Verpackungsmüll an.

Deshalb hat das BMU bereits zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um überflüssiges Einwegplastik zu vermeiden, Mehrweg-Angebote zu stärken und das Recycling auszuweiten:

Verbot von Plastiktüten

Plastiktüten an der Ladenkasse sollen ganz verboten werden. Nach wie vor werden in Deutschland jedes Jahr rund 1,6 Milliarden Plastiktüten verbraucht. Ein entsprechendes Gesetz hat das Bundeskabinett beschlossen, der Bundestag hat dem Gesetzentwurf am 26. November 2020 zugestimmt.

Weitere Maßnahmen

Verbot von Wegwerf-Produkten aus Plastik

Strohhalme, Wattestäbchen, Plastikbesteck, Luftballonhalter sowie To-Go-Becher und Fastfood-Boxen aus geschäumtem expandiertem Polystyrol (auch bekannt als Styropor) werden europaweit verboten. Es handelt sich um die Produkte, für die es umweltfreundliche Alternativen gibt und die besonders häufig in der Umwelt landen. Der Bundestag hat die europäische Verordnung bereits beschlossen, das Verbot gilt ab Juli 2021.


Mehr Recycling von Plastikverpackungen

Seit 2019 liegt die verbindliche Recyclingquote bei 58,5 Prozent, 2022 steigt sie auf 63 Prozent. Neu ist, dass sich diese Quote für die Menge der tatsächlich recycelten Plastikabfälle gilt. Bei anderen Materialien steigt 2022 die Recyclingquote auf 90 Prozent.


Neue Anreize für umweltfreundliche Verpackungen

Die dualen Systeme müssen bei ihren Lizenzentgelten die Recyclingfähigkeit und den Einsatz von recyceltem Material bei Verpackungen berücksichtigen. Das heißt: Künftig zahlen Hersteller von Verpackungen, die sich gut recyceln lassen oder die aus recyceltem Kunststoff bestehen, weniger.


Bessere Kennzeichnung von Mehrweg

In Supermärkten müssen Pfandflaschen klar als Einweg- oder Mehrwegflaschen gekennzeichnet werden. So können sich Verbraucherinnen und Verbraucher bewusster für Mehrweg oder Einweg entscheiden. Vorgeschrieben sind deutlich lesbare Schilder am Regal oder an anderer gut sichtbarer Stelle.


Weniger Plastik im Supermarkt

Es wurde ein Runder Tisch eingerichtet, an dem wir uns regelmäßig berichten lassen, welche Schritte Handel und Hersteller eingeleitet haben. Zum Beispiel mehr Ware unverpackt anbieten, Mehrweg-Netze statt Obstbeutel aus Plastik, höherer Anteil von Mehrwegflaschen im Sortiment.


Plastikexporte eindämmen

Ab 2021 gelten verschärfte Vorschriften für den Export von Kunststoffabfällen. Sie dürfen in Zukunft nur noch frei gehandelt werden, wenn sie gereinigt und gut sortiert sind und sich wirklich recyceln lassen. Der Export schlecht recycelbarer Abfälle aus der EU nach Asien und andere Teile der Welt wird untersagt.


Saubere Parks und Straßen

Hersteller von Wegwerf-Produkten wie To-Go-Bechern müssen sich künftig an den Reinigungskosten von öffentlichen Plätzen beteiligen. Mit dem Geld sollen unter anderem mehr Mülleimer und Reinigungsfahrzeuge angeschafft werden.


97 Prozent weniger Mikroplastik in Kosmetikartikeln

Hinter dem Begriff Mikroplastik verbergen sich Kunststoffpartikel, die weniger als fünf Millimeter groß sind. Sie sind weit verbreitet und nur schlecht aus der Umwelt zu entfernen. Für den Ausstieg aus der Verwendung von Mikroplastik in kosmetischen Produkten hat das Bundesumweltministerium (BMU) 2013 den sogenannten Kosmetikdialog eingerichtet und eine freiwillige Vereinbarung mit der Kosmetikindustrie getroffen. Bereits 2017 war Mikroplastik in Produkten wie Zahnpasta und Duschgel um 97 Prozent zurückgegangen und damit praktisch nicht mehr vorhanden. Das BMU setzt sich auf EU-Ebene für ein komplettes Verbot von Mikroplastik in Kosmetikartikeln ein. Auf Bitten der Europäischen Kommission hat die Europäische Chemikalienagentur im März 2019 nun den Entwurf für ein umfassendes Verbot von Mikroplastik veröffentlicht.


Internationales Engagement des Bundesumweltministeriums gegen Meeresmüll

Der unkontrollierte Eintrag von Plastik in die Meere ist ein Umweltproblem weltweiten Ausmaßes. Größere Plastikteile wie Verpackungsabfälle werden vor allem Tieren wie Seevögeln zum Verhängnis, die sich darin verheddern können. Kleinere Plastikteile werden mit Nahrung verwechselt. Das Bundesumweltministerium setzt sich auf internationaler Ebene, zum Beispiel im Rahmen von G7 und G20, dafür ein, den Eintrag von Plastikabfällen in den Weltmeeren drastisch zu senken. Zehn Flüsse weltweit tragen rund 90 Prozent des insgesamt durch Flüsse in die Weltmeere gelangenden Plastikmülls ein. Insbesondere die an diesen Flüssen angrenzenden Staaten sollen dabei unterstützt werden, eine umweltfreundliche Entsorgung von Plastikabfällen in diesen Regionen aufbauen zu können. Darum stellt das Bundesumweltministerium aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung insgesamt 50 Millionen Euro über fünf Jahre für den Export von Technologien gegen die Vermüllung der Meere zur Verfügung.


Fastfood-Ketten, Kaffeeläden, Imbissbuden & Co., die Essen und Trinken to go anbieten, sollen verpflichtet werden, künftig immer auch Mehrweg-Becher und Mehrweg-Verpackungen anzubieten.
Erweiterte Pfandpflicht

Künftig soll es Pfand auf alle Einweg-Plastikflaschen und Dosen geben. Bisherige Ausnahmen (zum Beispiel bei Fruchtsäften oder alkoholischen Mixgetränken) sollen abgeschafft werden. Das ist wichtig, weil Pfandflaschen zu nahezu 100 Prozent zurückgegeben beziehungsweise eingesammelt werden. Die sortenreine Erfassung ermöglicht ein hochwertiges Bottle-to-Bottle-Recycling (über 90 Prozent der gesammelten PET-Flaschen werden recycelt). 


Mehr Mehrweg im To-go-Bereich

Mehr Mehrweg im To-go-Bereich

Fastfood-Ketten, Kaffeeläden, Imbissbuden & Co., die Essen und Trinken to go anbieten, sollen verpflichtet werden, künftig immer auch Mehrweg-Becher und Mehrweg-Verpackungen anzubieten. Die Mehrweg-Alternative darf dabei nicht teurer sein und die Mehrweg-Verpackungen müssen vom jeweiligen Restaurant oder Café auch zurückgenommen werden. Kleine Geschäfte mit höchstens drei Mitarbeitern sind von der Pflicht ausgenommen, müssen ihren Kunden Essen oder Getränk aber auf Wunsch in mitgebrachte Behälter abfüllen. 


Mehr recyceltes Plastik

Dort, wo Plastik nicht vermieden werden kann, soll es im Kreislauf geführt werden. Deshalb soll es einen Mindestanteil von Rezyklaten für bestimmte Getränkeflaschen aus Einweg-Plastik geben: Ab 2025 müssen PET-Einwegflaschen 25 Prozent Recycling-Plastik enthalten, ab 2030 erhöhen wir diese Quote auf 30 Prozent für sämtliche Einweg-Plastikflaschen.