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Unsere Politik: "Nein zur Wegwerfgesellschaft"

Wir leiten eine Trendwende hin zu weniger überflüssigen Verpackungen, weniger Produkten zum Wegwerfen, weniger Abfall sowie für mehr Recycling ein. Dafür haben wir Ende 2018 einen 5-Punkte-Plan vorgelegt.

Unser Ziel im 5-Punkte-Plan, europaweit ein Verbot von überflüssigen Plastikartikeln zu erreichen, ist auf den Weg gebracht. Die EU hat überflüssige Wegwerfprodukte wie Plastikgeschirr oder Wattestäbchen aus Plastik verboten. Zudem ist der Startschuss für eine freiwillige Vereinbarung mit verbindlichen und konkreten Maßnahmen zur Vermeidung überflüssiger Verpackungen im Handel gefallen. Der Runde Tisch mit Vertreterinnen und Vertretern des Handels, der Industrie sowie von Verbraucher- und Umweltschutzverbänden ist unter der Leitung von Bundesumweltministerin Schulze erstmalig zusammengekommen, erste Maßnahmen sind zugesagt.

Svenja Schulze erklärt den 5-Punkte-Plan

Für den weiteren Weg aus der Wegwerfgesellschaft sind uns folgende Schwerpunkte wichtig.

Überflüssigen Plastikmüll vermeiden

Mit etwa 25 Kilogramm pro Kopf und Jahr bei privaten Endverbrauchern geht ein großer Teil unseres Kunststoffabfalls auf das Konto von Verpackungen. Seit 1991 hat der Gesamtverbrauch von Verpackungen pro Person in Deutschland um rund 13 Prozent zugenommen. Der einfachste Ausweg: Dort auf überflüssigen Verpackungsmüll verzichten, wo es möglich ist. Wo dies nicht möglich ist, setzt das Bundesumweltministerium mit zusätzlichen Maßnahmen an. Zum Beispiel bei Mehrwegflaschen. Kundinnen und Kunden sollen zukünftig im Geschäft sofort erkennen können, wo Getränke in Einweg- oder Mehrwegflaschen angeboten werden. So schreibt ab Januar 2019 das neue Verpackungsgesetz vor, dass die Regale für Getränke deutlich gekennzeichnet werden müssen. Das BMU wirbt darüber hinaus für die Nutzung von Leitungswasser als Trinkwasser und fördert die verstärkte Verfügbarkeit von Leitungswasser als Trinkwasser im öffentlichen Raum. Unser Leitungswasser hat hervorragende Qualität und ist ein Lebensmittel, das ganz ohne den Verbrauch von Verpackungen verzehrt werden kann.

Die Beispiele verdeutlichen gut, wie Politik, Wirtschaft und Verbraucherinnen und Verbraucher Hand in Hand überflüssige Verpackungen vermeiden können.


Verpackungen umweltfreundlicher gestalten

Am 1. Januar 2019 ist das Verpackungsgesetz in Kraft getreten. Die Hersteller, deren Verpackungen schwer zu recyceln sind, werden nun mehr zur Kasse gebeten. Der Hersteller, der gut recycelbare Kunststoffverpackungen einsetzt, bezahlt dagegen weniger. Das sorgt zusammen mit einer deutlich verbesserten Kontrolle der Hersteller und der dualen Systeme dafür, dass jeder Hersteller auch tatsächlich die Kosten für die Entsorgung seiner Verpackungen trägt. Zahlreiche Unternehmen, zum Beispiel im Online-Handel, haben sich bisher nicht an der Finanzierung dieser Entsorgung beteiligt.


Recycling stärken

Mehr als ein Drittel der Kunststoffe werden in Deutschland für Verpackungen eingesetzt. Mit dem Verpackungsgesetz wird seit dem 1. Januar 2019 das Recycling deutlich verbessert. Die Recyclingquote steigt bis 2022 von derzeit 36 Prozent auf dann 63 Prozent. Damit werden die Quoten bei uns in Deutschland über den neuen anspruchsvollen Recyclingquoten der EU liegen und die recycelten Mengen an Kunststoffverpackungen werden sich ungefähr verdoppeln. Für weitere Anreize zum hochwertigen Recycling werden recyclinggerechtes Design und die Verwendung von recycelten Kunststoffen belohnt. Darüber hinaus müssen duale Systeme Bürgerinnen und Bürger noch besser informieren, damit sie Verpackungen bei der Entsorgung besser trennen können. Denn sortenreines Plastik ist leichter zu recyceln.


Vermüllung der Meere stoppen

Der Kampf gegen die Vermüllung der Meere ist eine der drängendsten politischen Aufgaben unserer Zeit. Kunststoffabfälle sind eine globale Herausforderung, die nicht an Grenzen Halt macht. Das Bundesumweltministerium setzt sich auf internationaler Ebene gegen die Vermüllung der Meere ein und leistet seinen Beitrag, um den Anteil von Plastikabfällen in den Weltmeeren drastisch zu senken. Zehn Flüsse weltweit befördern rund 90 Prozent des Plastikmülls in die Weltmeere. Insbesondere die an diesen Flüssen angrenzenden Staaten sollen dabei unterstützt werden, eine umweltfreundliche Entsorgung von Plastikabfällen in diesen Regionen aufbauen zu können. Darum wird das Bundesumweltministerium aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung insgesamt 50 Millionen Euro über 10 Jahre für den Export von Technologien gegen die Vermüllung der Meere zur Verfügung stellen.


Mikroplastik eindämmen

"Mikroplastik" – hinter diesem unscheinbaren Begriff verbirgt sich eine ganz reale Gefahr für Umwelt und Gesundheit. Die Kunststoffpartikel, weniger als fünf Millimeter groß, sind weit verbreitet. Sobald einmal freigesetzt, sind sie nur sehr schwer wieder aus der Umwelt zu entfernen. In Deutschland soll der Einsatz von Mikroplastik in Kosmetika bis 2020 beendet sein. Das wurde im Kosmetikdialog des Bundesumweltministeriums mit den Kosmetikherstellern vereinbart. Peelingprodukte und Zahnpasta sind deshalb heute schon frei von Mikroplastik, um den Eintrag der entsprechenden Partikel in das Abwasser zu vermeiden. Innerhalb der EU setzt sich das Bundesumweltministerium für ein generelles Verbot von Mikroplastik in Kosmetika ein.


Bildlich Darstellung der Schwerpunkte der Kampagne "NEIN zur Wegwerfgesellschaft". Was wir machen: Überflüssige Einweg-Artikel aus Plastik europaweit verbieten, Umweltfreundliche Verpackungen stärker fördern, Einsatz von recycelten Kunststoffen ausweiten, Recycling-Quoten von Verpackungen deutlich erhöhen, Kennzeichnung für Mehrweg-Flaschen am Regal einführen, Einsatz von Mikroplastik in Kosmetik bis 2020 stoppen
Bild: iStock.com/Boyloso | Komposition: BMU