Unsere Politik für weniger Plastikmüll

Zusammenstellung der Kampagnenmotive von "NEIN zur Wegwerf­gesell­schaft". Links werden überflüssige Verpackungen und Wegwerfprodukte, wie zum Beispiel Plastikgeschirr und Einwegbecher, dargestellt. Rechts werden Mehrweg-Alternativen, wie zum Beispiel Mehrwegbecher und Geschirr, dargestellt.
BMU

Der beste Abfall ist der, der gar nicht erst entsteht. Da setzen wir an. Zum Beispiel bei der Vermeidung von Einwegplastik, bei dem es schon heute gute Alternativen gibt. Das Verbot der Plastiktüte sowie das europaweite Verbot von zehn Einweg-Plastikprodukten wie Plastikgeschirr und Wattestäbchen ist auf dem Weg. Neben der Vermeidung von überflüssigem Plastik stärken wir das Recycling. Durch das Verpackungsgesetz müssen zum Beispiel mehr Plastikverpackungen recycelt werden: Bis 2022 mindestens 63 Prozent. Damit wird sich die Menge der recycelten Verpackungen bei uns in Deutschland verdoppeln.

Weniger Plastiktüten

In Deutschland werden etwa 1,6 Milliarden Plastiktüten im Jahr genutzt. Dies zeigt: Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft. Seit 2015 gibt es durch die freiwillige Vereinbarung des Bundesumweltministeriums (BMU) mit dem Handel leichte Plastiktüten an der Supermarktkasse nur noch gegen Geld. Seitdem werden in Deutschland rund zwei Drittel weniger Plastiktüten verbraucht. Mit dem neuen im Verpackungsgesetz verankerten Verbot von leichten Plastiktüten (mit Wandstärken von 15 bis 50 Mikrogramm) kommen wir beim Verbrauch bald auf null. Wichtig: Sinnvolle Alternativen zu Plastiktüten sind Tragetaschen, die mehrfach verwendet werden. Oder natürlich Rucksäcke, Körbe und Netze.


Verbot von überflüssigen Wegwerf-Plastikprodukten

Wegwerf-Plastikgeschirr, Luftballonhalter, Plastikstrohhalme, Plastik-Wattestäbchen und Styroporbecher hat die EU verboten. Durch das Verbot, das ab 2021 in Kraft tritt, werden die zehn am häufigsten an europäischen Stränden gefundenen Einwegartikel aus Plastik verbannt. Das Bundesumweltministerium setzt das Verbot in Deutschland um. Durch Gespräche mit dem Handel, werden wir die Umsetzung beschleunigen. Wichtig für die Umwelt: Die Wegwerfprodukte aus Plastik müssen möglichst durch wiederverwendbare Alternativen ersetzt werden.


97 Prozent weniger Mikroplastik in Kosmetikartikeln

Hinter dem Begriff Mikroplastik verbergen sich Kunststoffpartikel, die weniger als fünf Millimeter groß sind. Sie sind weit verbreitet und nur schlecht aus der Umwelt zu entfernen. Für den Ausstieg aus der Verwendung von Mikroplastik in kosmetischen Produkten hat das Bundesumweltministerium (BMU) 2013 den sogenannten Kosmetikdialog eingerichtet und eine freiwillige Vereinbarung mit der Kosmetikindustrie getroffen. Bereits 2017 war Mikroplastik in Produkten wie Zahnpasta und Duschgel um 97 Prozent zurückgegangen und damit praktisch nicht mehr vorhanden. Das BMU setzt sich auf EU-Ebene für ein komplettes Verbot von Mikroplastik in Kosmetikartikeln ein. Auf Bitten der Europäischen Kommission hat die Europäische Chemikalienagentur im März 2019 nun den Entwurf für ein umfassendes Verbot von Mikroplastik veröffentlicht.


Internationales Engagement des Bundesumweltministeriums gegen Meeresmüll

Der unkontrollierte Eintrag von Plastik in die Meere ist ein Umweltproblem weltweiten Ausmaßes. Größere Plastikteile wie Verpackungsabfälle werden vor allem Tieren wie Seevögeln zum Verhängnis, die sich darin verheddern können. Kleinere Plastikteile werden mit Nahrung verwechselt. Das Bundesumweltministerium setzt sich auf internationaler Ebene, zum Beispiel im Rahmen von G7 und G20, dafür ein, den Eintrag von Plastikabfällen in den Weltmeeren drastisch zu senken. Zehn Flüsse weltweit tragen rund 90 Prozent des insgesamt durch Flüsse in die Weltmeere gelangenden Plastikmülls ein. Insbesondere die an diesen Flüssen angrenzenden Staaten sollen dabei unterstützt werden, eine umweltfreundliche Entsorgung von Plastikabfällen in diesen Regionen aufbauen zu können. Darum stellt das Bundesumweltministerium aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung insgesamt 50 Millionen Euro über fünf Jahre für den Export von Technologien gegen die Vermüllung der Meere zur Verfügung.


5-Punkte-Plan für weniger Plastik und mehr Recycling

Das Bundesumweltministerium hat Ende 2018 den 5-Punkte-Plan für weniger Plastik und mehr Recycling vorgelegt. Das Ziel: Raus aus der Wegwerfgesellschaft. Mit dem 5-Punkte-Plan hat das BMU wichtige Schritte hin zu weniger überflüssigen Verpackungen, weniger Produkten zum Wegwerfen, weniger Abfall sowie für mehr Recycling eingeleitet. Von aktuell immer mehr Müll, hin zu immer weniger Müll. Das ist eine große Herausforderung, die die Anstrengung vieler Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erfordert. Wir wissen aber, dass viele Bürgerinnen und Bürger eine nachhaltige Gesellschaft ohne Plastikbecher, Mikroplastik und vermüllte Städte wollen und das Ziel unterstützen.

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