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"Nein zur Wegwerfgesellschaft" – Kampagnenmotive

Unter dem Motto "Nein zur Wegwerfgesellschaft" stellte das Bundesumweltministerium Ende 2018 in einer bundesweiten Kampagne seine Aktivitäten gegen überflüssige und übermäßige Verpackungen sowie für mehr Recycling der breiten Öffentlichkeit vor. Im Zentrum der Kampagne standen sechs Motive. Die Motive machen eingängig deutlich, um was es geht: Um weniger überflüssige Verpackungen, weniger Abfall und weniger Produkte zum Wegwerfen. Diese Ziele zu erreichen erfordert die Anstrengung vieler Akteure. Nur im Schulterschluss von Politik, Wirtschaft und möglichst vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern kann diese Aufgabe gemeistert werden.

  • Wir belohnen Produzenten, die auf überflüssige Verpackungen verzichten.

    Warum etwas verpacken, das die Natur schon selbst verpackt hat? Viele Verpackungen, nicht nur bei Obst und Gemüse, sind schlicht überflüssig. Da setzen wir an – denn der beste Müll ist der, der gar nicht erst entsteht. Hier muss der Handel mehr tun. Viele Lösungen wie "Natural Branding" gibt es schon, aber es müssen weitere konkrete und messbare Schritte festgelegt werden, um das Verpackungsaufkommen schon beim Verkauf zu reduzieren. Das Verpackungsgesetz setzt zudem finanzielle Anreize für den Einsatz recyclingfreundlicher Verpackungen sowie die Verwendung von Recyclingkunststoffen in der Produktion. 

  • Dank unserer Vereinbarung mit dem Handel ist die Plastiktüte an der Kasse zum Auslaufmodell geworden.

    Die Plastiktüte ist zum Sinnbild der Wegwerfgesellschaft geworden – aber auch ein gutes Beispiel, wie wir mit flexiblen Maßnahmen den Verbrauch überflüssiger Verpackungen in den Griff bekommen können. Seit unserer freiwilligen Vereinbarung mit dem Handel werden Plastiktüten nicht mehr kostenfrei an der Kasse angeboten. Das zeigt Wirkung: 2015 verbrauchte jeder Deutsche im Schnitt 68 Plastiktüten im Jahr – 2017 waren es nur noch 29. Dieser Erfolg dient uns als Blaupause, um auch den Verbrauch von anderen überflüssigen Verpackungen im Schulterschluss von Staat, Wirtschaft und Verbrauchern deutlich zu reduzieren.

  • Dank unseres Verpackungsgesetzes wird deutlich mehr Plastik immer wieder neu genutzt.

    Wir geben Plastik ein zweites Leben! Plastikabfälle lassen sich nie ganz vermeiden – wichtig ist, dass wir so viel wie möglich davon recyceln. Deshalb legen wir fest: Bis 2022 müssen mindestens 63% der Kunststoff-Verpackungen recycelt werden. Genauso wichtig ist, dass recyceltes Plastik dann auch wiedereingesetzt wird! Dazu stärken wir den Einsatz von recycelten Kunststoffen in der Produktion. Ein Beispiel: Wer eine Verpackung, die Recyclat enthält, in den Verkehr bringt, soll künftig weniger Lizenzentgelt an die dualen Systeme zahlen. Auch bei der öffentlichen Beschaffung spielt das eine Rolle: gleichwertige Produkte, die recyceltes Material enthalten, sollen zukünftig bevorzugt werden.

  • Unser Leitungswasser hat hervorragende Qualität. Dank unserer Förderung ist es künftig an mehr öffentlichen Plätzen verfügbar.

    In kaum einem anderen Land ist das Leitungswasser so gut wie bei uns. Leitungswasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland – man kann es ohne Bedenken trinken. Weitere Pluspunkte: Keine Transportwege und kein Schleppen, geringer Preis – und kein Abfall. Niemand muss in Deutschland für zu Hause Wasser in Flaschen kaufen. Man kann es einfach aus dem Hahn zapfen. Auch unterwegs funktioniert das gut mit wieder befüllbaren Trinkflaschen. Unser Ziel: In den Städten soll es überall gut erreichbar Nachfüllstationen für Wasserflaschen geben.

  • Wir unterstützen Initiativen, die auf wiederverwendbare Becher statt auf Einweg setzen.

    In Deutschland werden bis zu 140.000 Coffee-to-go-Becher pro Stunde verbraucht. Pro Jahr sind das bis zu 1,2 Milliarden Stück. Die Becher landen dann meist in Mülleimern an Straßen oder Bahnhöfen, deren Inhalt nur selten getrennt und recycelt wird. Eine ziemliche Verschwendung von Ressourcen. Das muss nicht sein: Wir fördern lokale Initiativen, die auf wiederbefüllbare Becher anstatt Einweg setzen. So können Sie einen Beitrag zum nachhaltigen Konsum leisten, ohne dabei auf einen morgendlichen Coffee-to-go verzichten zu müssen.

  • Wir wollen ein europaweites Verbot von überflüssigen Einwegartikeln.

    Strohhalme, Wattestäbchen & Co. zählen zu den Plastik-Produkten, die zu häufig dort auftauchen, wo sie nicht hingehören: Nämlich an den Stränden unserer Meere. Dabei gibt es für diese Wegwerf-Artikel schon heute Alternativen. Die EU greift jetzt durch: Bestimmte Produkte aus Plastik werden bald ganz verboten. Deutschland unterstützt das. Wichtig ist uns dabei, dass Einwegprodukte aus Plastik nicht einfach durch Einwegartikel aus anderen, ökologisch nachteiligen Materialen ersetzt werden – sondern möglichst durch wiederverwendbare Alternativen.