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Wasserdialog

Die deutsche Wasserwirtschaft steht vor neuen Herausforderungen: Klimawandel, demografische Entwicklungen, Landnutzungsänderungen, technologische Neuerungen und verändertes Konsumverhalten bringen umfassende Veränderungen mit sich, die nicht allein durch lokale Maßnahmen bewältigt werden können. Zudem führen neue politische Rahmenbedingungen, wie beispielsweise der EU-Haushalt oder Änderungen in der gemeinsamen Agrarpolitik zu anderen Schwerpunkten und Herausforderungen. Die Wasserinfrastruktur ist auf Langfristigkeit ausgerichtet. Die aquatischen Ökosysteme benötigen Zeit, bis sie auf verbesserte Rahmenbedingungen reagieren. Daher sollen bereits heute mit den beteiligten Akteuren die bis 2030 erforderlichen Handlungsoptionen diskutiert werden.

Aktuelles

"Wasser ist eine lebenswichtige Ressource, die es zu schützen gilt. Ich lade Sie herzlich ein, daran mitzuwirken."

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Svenja Schulze Bundesumweltministerin

"Wasser ist eine lebenswichtige Ressource, die es zu schützen gilt. Ich lade Sie herzlich ein, daran mitzuwirken."

Darum geht es

In dem Dialogprozess geht es darum, zukünftige Entwicklungen zu diskutieren und Lösungsstrategien zu entwickeln. Gemeinsam mit den beteiligten Akteuren sollen wesentliche Maßnahmen identifiziert werden, die darauf ausgerichtet sind, mit diesen Entwicklungen umgehen zu können und damit die deutsche Wasserwirtschaft langfristig zukunftsfähig zu gestalten.

Konkret hat der Dialogprozess folgende Ziele:

  • Verstärkung der Kommunikation zwischen Akteuren aus der Wasserwirtschaft und angrenzenden Wirtschaftsbereichen;
  • Besseres Verständnis der zukünftigen Herausforderungen, der Synergien und möglichen Konflikte sowie der Notwendigkeit einer gemeinsamen Zukunftsstrategie für die Wasserwirtschaft;
  • Besseres Verständnis für gegebenenfalls erforderliche Veränderungen in den Rahmenbedingungen und Strukturen der deutschen Wasserwirtschaft, der Kooperationsformen zwischen den wasserwirtschaftlich relevanten Akteuren innerhalb und außerhalb der der Wasserwirtschaft;
  • Erarbeitung von Bausteinen für einen strategischen Rahmen für die ausgewählten Zukunftsthemen, in dem Handlungsoptionen beschrieben werden, die durch Maßnahmen der Akteure der Wasserwirtschaft und angrenzenden Sektoren, Politik und Zivilgesellschaft konkretisiert werden. Diese Bausteine sind ein Beitrag zu einer längerfristigen Wasserstrategie "Zukunft Wasser";
  • Identifizierung der Partner für die zukünftige gemeinsame Umsetzung von erforderlichen Handlungsoptionen und Maßnahmen.

Die Dialogphasen

BMU

Der "Nationale Wasserdialog" gliedert sich in drei Phasen:

  • Auftaktphase: Auswahl, Aufbereitung, Diskussion und Priorisierung zentraler Zukunftsthemen (Cluster) im Rahmen des 1. Nationalen Wasserforums im Oktober 2018.
  • Vertiefungsphase: Vertiefung und Bearbeitung der beim 1. Nationalen Wasserforum ausgewählten Zukunftsthemen im Rahmen von fünf themenspezifischen Wasserdialogen zwischen Januar 2019 und Februar 2020.
  • Ergebnisphase: Ableitung von Handlungsoptionen und Lösungsstrategien. Abschluss durch das 2. Nationale Wasserforum im Herbst 2020.

In den drei Phasen sind Bezüge zu Strategieprozessen des BMU und gegebenenfalls anderer Bundesressorts mit Relevanz für die Zukunfts- und Querschnittsthemen zu berücksichtigen.

Eingeladen im Dialogprozess mitzuwirken sind Akteure aus der Wasserwirtschaft und angrenzenden Wirtschaftszweigen wie Landwirtschaft und Verkehr. Dies umfasst beispielsweise Vertreterinnen und Vertreter aus Bund, Ländern und Kommunen, aus der Zivilgesellschaft, Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden, aus der Privatwirtschaft sowie aus Wissenschaft und Forschung.

Die Themen

BMU

Als fachliche Vorbereitung des 1. Nationalen Wasserforums wurden auf Basis umfangreicher Recherche und einer ersten BMU/UBA internen Konsultation 15 Zukunftsthemen und drei Querschnittsthemen identifiziert, welche die große Bandbreite zukünftiger wasserwirtschaftlicher Aufgaben widerspiegeln. Unter Querschnittsthemen sind Themen zu verstehen, die für alle Zukunftsthemen von Bedeutung sind und daher als Querschnittsmaterie zu betrachten sind.

Zukunftsthemen
  • Infrastruktur der Siedlungswasserwirtschaft
  • Gewässerrenaturierung und Flusshochwasser
  • Landwirtschaftliche Produktion und Wasser
  • Ubiquitäre Stoffe und Spurenstoffe
  • Wasserversorgungssicherheit
  • Circular Economy
  • Wasser und Energie
  • Gewässerschutz und Naturschutz
  • Ökonomische Aspekte der Wassernutzung
  • Neue Nutzungen von Wasser
  • Wasserwirtschaft und (Aus)bildung
  • Entscheidungsfindung in der Wasserwirtschaft
  • Kommunikation und Vernetzung
  • Digitalisierung der Waswerwirtschaft
  • Management von Niedrigwasser

Querschnittsthemen

Klimwandel

Der fortschreitende Klimawandel wird alle Bereiche der Wasserwirtschaft betreffen. Fragen der Anpassung an den Klimawandel werden von der Bundesregierung unter der Federführung des BMU gemeinsam im Rahmen der deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) behandelt. Die DAS weist das Handlungsfeld Wasser als besonders bedeutsam aus, da hier vielfältige Wechselwirkungen zu anderen Handlungsfelder bestehen. Empfehlungen aus dem Nationalen Wasserdialog sollen in die DAS eingespeist werden.

Ressourcenschutz

Der Ressourcenverbrauch muss vom Wirtschaftswachstum entkoppelt werden. Nachhaltigkeit zielt auf die Erreichung von Generationengerechtigkeit, sozialem Zusammenhalt, Lebensqualität und Wahrnehmung internationaler Verantwortung. In diesem Sinne sind wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und soziale Verantwortung so zusammenzuführen, dass Entwicklungen dauerhaft tragfähig sind.

Governance / Management

Die Organisation und Entscheidungsfindung der deutschen Wasserwirtschaft sowie die Zusammenarbeit mit angrenzenden Wirtschaftsbereichen ist für alle Zukunftsthemen von zentraler Bedeutung. Es stellt sich die Frage, ob die bestehenden Strukturen und Prozesse für die Bearbeitung der Zukunftsthemen noch geeignet sind oder es einer Überprüfung und Weiterentwicklung bedarf.


Cluster
  • Vernetzte Infrastrukturen
  • Landwirtschaft und Verbraucherschutz
  • Wasserwirtschaft und Gesellschaft
  • Risikofaktor Schadstoffe
  • Renaturierung und Naturschutz

Wesentliche Auswahlkriterien für die Themenfindung
  • Zukünftige Herausforderungen bis 2050,
  • Sicherung der Daseinsvorsorge,
  • Umwelt- und Gewässerschutz vor dem Hintergrund bestehender rechtlicher Rahmenbedingungen auf nationaler und EU-Ebene,
  • Nationale Relevanz,
  • Aktualität der Themen unter Berücksichtigung weiterer Dialog- und Strategieprozesse des Bundes,
  • Dringlichkeit beteiligte Akteure in spannungsreichen Themenfeldern zusammenzubringen,
  • Beeinflussung durch den Klimawandel.

Leitfragen zur Onlinebefragung

Um die Fülle der Themen im 1. Nationalen Wasserforum handhabbar zu machen, wurde eine Eingrenzung der Themen in Form von fünf Clustern vorgenommen. Weder die Art der Clusterbildung noch die Liste der Zukunftsthemen haben einen Anspruch auf Vollständigkeit und es besteht im Rahmen einer Onlinebefragung die Möglichkeit, weitere Aspekte zu ergänzen.