Nachhaltiger Tourismus

Projekte und Initiativen

Bereits zweimal wurde der "Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen in Deutschland" durchgeführt. Er wurde vom BMU entwickelt, um besonders aktive Regionen für ihr Engagement im nachhaltigen Tourismus auszuzeichnen und einen Anreiz für die Weiterentwicklung des Inlandstourismus zu geben. Nach der erstmaligen Durchführung 2012/13 (Preisträger: Region Uckermark) und der anschließenden Weiterentwicklung ging aus dem zweiten Bundeswettbewerb 2016/17 das Biosphärengebiet Schwäbische Alb als Sieger hervor. Als exzellentes Beispiel dafür, wie eine konsequent nachhaltige Ausrichtung das Wir-Gefühl der Einheimischen stärken kann, hat es auch die Expertenjury überzeugt. Die Nominierten und die Gewinner werden im Report Nachhaltigkeit vorgestellt.

Bevor ein weiterer Bundeswettbewerb durchgeführt wird, findet noch bis Herbst 2020 eine Evaluierung der bisherigen Wettbewerbe statt. Die Evaluierung soll aufzeigen, welche Form von Wettbewerb beziehungsweise eventuell welches andere Instrument am besten geeignet ist, um die Destinationen auch zukünftig dabei zu unterstützen, den nachhaltigen Tourismus in Deutschland weiter zu stärken und bekannter zu machen.

Was eine nachhaltige Entwicklung im Tourismus auszeichnet, ob und wie sich die Nachhaltigkeit im Deutschlandtourismus messen und transparent vergleichbar machen lässt, untersucht ein aktuelles Forschungsvorhaben zur "Weiterentwicklung des nachhaltigen Tourismus". Das Vorhaben wurde bereits als Pilotstudie der Welttourismusorganisation UNWTO im Rahmen der globalen Initiative "Measuring the Sustainability of Tourism (MST)" anerkannt. Es begleitet damit zusätzlich das Engagement des BMU im Tourismusprogramm des Zehn-Jahresprogramms der Vereinten Nationen (UN) zu nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern. Die Ergebnisse, Vorträge und Präsentationen der internationalen Konferenz stehen ebenso zur Verfügung wie das Themenpapier "Nachhaltigkeit im Tourismus: Entwicklungen, Ansätze und Begriffsklärung".

Welche Rolle Nachhaltigkeitsaspekte für Verbraucherinnen und Verbraucher bei der Suche und Buchung ihrer Urlaubsreisen über Online-Buchungsportale spielt, hat das Forschungsvorhaben "Finden von Nachhaltigkeitsinformationen bei Urlaubsreisen (FINDUS)" untersucht.

Online-Buchungsportale sind jedoch nicht die einzig relevante Form der Digitalisierung im Tourismus. Das Forschungsvorhaben "Die Auswirkungen der Digitalisierung und Big Data-Analyse auf eine nachhaltige Entwicklung des Tourismus und dessen Umweltwirkung" untersucht, welchen Einfluss die Digitalisierung hier in der ökologischen und sozialen Dimension haben kann und welche Chancen und Risiken sich daraus ergeben.

Einen weiteren Themenschwerpunkt bilden der Klimawandel und die Anpassung an sich ändernde Bedingungen für Tourismusdestinationen. Neben dem touristischen Angebot spielt auch hier die Nachfrageseite eine Rolle, um den Anpassungsdruck des Tourismus abzuschätzen, das heißt die Reaktionsschnelligkeit und Sensibilität der Reisenden in Bezug auf klimatische Veränderungen. Betrachtet werden der wassergebundene Tourismus sowie der Tourismus in den deutschen Alpen- und Mittelgebirgsregionen. Aktuelle Forschungsergebnisse wurden in Web-Seminaren am 11. und 12. Mai 2020 vorgestellt.

Nicht nur im deutschen Alpenraum fragen sich viele Menschen, wie sich der Klimawandel auf den Tourismus in den Wintermonaten auswirkt. Die Klimaerwärmung, die in den Alpen noch schneller voranschreitet als im Flachland, hat schon heute sichtbare Folgen für den vom Schneefall abhängigen Wintertourismus in den Alpen. Die Broschüre "Wintertourismus im Klimawandel" fasst die aktuellen klimatischen und touristischen Trends im Wintertourismus zusammen und zeigt, wie sich die Erwartungen deutscher Urlauber an einen Urlaub während der Wintermonate in den letzten Jahren entwickelt haben. 

Das BMU setzt über weitere Forschungs- und Modellprojekte Akzente bei der Stärkung eines umwelt- und naturverträglichen Tourismus in Deutschland sowie einer nachhaltigen touristischen Entwicklung in Zielgebieten deutscher Touristen im Ausland. Konkrete Maßnahmen sollen außerdem dazu beitragen, den Schutz von Umwelt und Klima sowie der Biodiversität verstärkt in Unternehmensentscheidungen und touristische Angebote zu integrieren.

Gefördert werden unter anderem

  • Kooperationen und Vernetzung der verschiedenen Akteure von Naturschutz, Tourismus und Sport,
  • naturschutz- und umweltbildungsorientierte Naturerlebnisangebote in den Nationalen Naturlandschaften,
  • die nachhaltige Gestaltung von Kinder- und Jugendreisen (Change and the City, Zero Impact Camps),
  • das "Schulwandern", Natur- und Umweltschutz in den Alpen (zum Beispiel zur nachhaltigen Mobilität der "Alpine Pearls" oder zur "Alpenkonvention AAA+") sowie
  • die deutschlandweit größte Energiesparkampagne im Gastgewerbe zu Energie-, Ressourceneffizienzsteigerung und Klimaschutz in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA.

Auch in der internationalen Zusammenarbeit ist das BMU im Bereich Tourismus aktiv. Im Rahmen der Alpenkonvention ebenso wie im Tourismusprogramm des Zehn-Jahresprogramms der UN zu nachhaltigen Konsum- und Produktionsmuster.