Kurzinfo

Ressourceneffizienz – Worum geht es?

Natürliche Ressourcen, insbesondere Rohstoffe, sind wesentliche Produktionsfaktoren und damit Grundlagen unseres Wohlstands. Der weltweite Primärmaterialeinsatz hat sich seit 1970 mehr als verdreifacht. Er stieg von circa 27 Milliarden Tonnen im Jahr 1970 auf rund 92 Milliarden Tonnen im Jahr 2017 an. Im Jahr 2060 wird die auf bis zu zehn Milliarden Menschen wachsende Weltbevölkerung schätzungsweise zwischen 143 und 190 Milliarden Tonnen Mineralien, Erze, fossile Brennstoffe und Biomasse in Anspruch nehmen. Das ist sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten eine große Herausforderung. Steigende und schwankende Rohstoffpreise sowie Versorgungsrisiken belasten die deutsche Wirtschaft. Einige wichtige Rohstoffe, wie Erdöl, Kobalt und schwere Seltene Erden sind immer weniger aus leicht zugänglichen Quellen zu beschaffen. Gleichzeitig bringt aber die Nutzung von Rohstoffen über die gesamte Wertschöpfungskette Umweltbeeinträchtigungen mit sich, die von der Freisetzung von Treibhausgasen über Schadstoffeinträge in Luft, Wasser und Boden bis zur Beeinträchtigung von Ökosystemen und Biodiversität reichen können. Schon jetzt übersteigt die Nutzung von natürlichen Ressourcen die Regenerationsfähigkeit der Erde deutlich.

Ziele

Ein schonender und gleichzeitig effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen wird daher eine Schlüsselkompetenz zukunftsfähiger Gesellschaften sein. Wachstum und Wohlstand müssen so weit wie möglich vom Einsatz natürlicher Ressourcen entkoppelt werden. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, den Ressourceneinsatz zu senken und die daraus entstehenden Umweltbelastungen zu verringern.

Politik der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat 2012 ein umfassendes strategisches Konzept zur Steigerung der Ressourceneffizienz beschlossen, das dazu beitragen soll, das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie zu erreichen: Das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess). Seit 2016 ist darin das Ziel verankert die Gesamtrohstoffproduktivität zu steigern: Der positive Trend der Jahre 2000 bis 2010 von plus 1,5 Prozent jährlich soll bis 2030 fortgesetzt werden. Dies ist bislang gelungen und zeigt, dass eine Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Rohstoffverbrauch möglich ist.

Internationale und EU-Politik zur Ressourceneffizienz

Es ist gelungen, das Thema "Ressourceneffizienz" auf Ebene der G7 und G20 zu verankern. Die G7 Präsidentschaften veranstalten Treffen der G7-Ressourceneffizienz-Allianz und Workshops zum Erfahrungsaustausch. Bei den G20 verstetigen sich die unter deutscher Präsidentschaft initiierten G20 Ressourceneffizienzdialoge ebenfalls zu einer kontinuierlichen Veranstaltungsreihe. Diese internationalen Prozesse werden durch wissenschaftliche Handlungsempfehlungen des Weltressourcenrats, sowie der OECD unterstützt. Auf EU-Ebene spielt Ressourceneffizienz eine zunehmend wichtige Rolle in der Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Im Rahmen des EU-Aktionsplans Kreislaufwirtschaft wurden zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung der Ressourceneffizienz umgesetzt.

Verbraucherinformation

Die klimatischen Folgen unseres Umgangs mit Energie und Rohstoffen beginnen die Menschen zu erahnen. Aber viele andere ökologische Folgen sind noch außerhalb des gesellschaftlichen Bewusstseins. Zu dem tatsächlichen "Verbrauch" beispielsweise von Nahrungsmitteln, Verpackungen oder Konsumgütern ist der Verbrauch an Ressourcen zu rechnen, der während des Produktionsprozesses und eventuell bei der Entsorgung anfällt. Dieser Faktor wird auch "ökologischer Rucksack" genannt. Für einen Goldring von zehn Gramm Gewicht werden zum Beispiel durchschnittlich 3,5 Tonnen Erdreich bewegt. Um eine Tonne reinen Kupfers aus dem Gestein zu gewinnen, benötigt man einen Energieeinsatz von 14.000 bis 28.000 Kilowattstunden, so viel Energie verbraucht ein Zweipersonenhalt in Deutschland über einen Zeitraum von vier bis acht Jahren.