Altglas

Altglas

Altglas eignet sich besonders gut für das Recycling, da es beliebig oft wieder eingeschmolzen und zu neuen hochwertigen Produkten verarbeitet werden kann. Gegenüber der Neuglasherstellung trägt das Altglasrecycling dazu bei, Rohstoffe zu schonen und Energiebedarf zu verringern. So werden beispielsweise durch einen Prozentpunkt Scherbenzugabe etwa 0,2 bis 0,3 Prozent weniger Energie im Schmelzprozess benötigt als beim ausschließlichen Einsatz primärer Rohstoffe. Die Verwertung von Altglas schont somit die Umwelt. Das Klima wird geschützt, denn es werden weniger CO2-Emissionen freigesetzt. Zudem wird Deponieraum für Abfälle gespart.

Altglas wird meist zu Behälterglas, zum Beispiel Flaschen und Gefäße für Getränke und Lebensmittel, recycelt. In 2019 waren dies deutschlandweit etwa 2,6 Millionen Tonnen. Seit Beginn der Altglassammlung Anfang der 70er Jahre hat sich der Anteil von Altglas bei der Glasherstellung kontinuierlich gesteigert und erreicht heute abhängig von der Farbe bis zu 90 Prozent.

Gesetzgebung

Behälterglas wird insbesondere im Getränke- und Lebensmittelhandel zum Warenverkauf eingesetzt (zum Beispiel für Getränke, Gemüse, Joghurt). Verpackungen aus Glas werden in der Regel als Verkaufsverpackungen in den Verkehr gebracht, die nach Gebrauch typischerweise beim privaten Endverbraucher als Abfall anfallen. Dieses Glas unterliegt damit der Systembeteiligungspflicht des Verpackungsgesetzes (VerpackG) vom 5. Juli 2017. Dieses wurde zuletzt am 10. August 2021 novelliert. Systembeteiligungspflicht bedeutet, dass die Hersteller der Glasverpackungen sich mit diesen Verpackungen zur Gewährleistung der flächendeckenden Rücknahme an einem oder mehreren dualen Systemen zu beteiligen haben. Ausgenommen davon sind Mehrwegverpackungen sowie bepfandete Einweggetränkeverpackungen aus Glas.

Getrennt gesammeltes Altglas aus gebrauchten Verpackungen wird ausschließlich dem Recycling zugeführt. Das Verpackungsgesetz schreibt den dualen Systemen für bei ihnen beteiligten Verpackungen aus Glas vor, dass diese im Jahresmittel zu mindestens 80 Masseprozent der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zugeführt werden müssen. Ab dem 1. Januar 2022 steigen die Anforderungen und es sind mindestens 90 Masseprozent der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen. Die aktuell geltende Quote wird zwar seit Jahren deutlich überschritten, aber für die zukünftig geltenden 90 Masseprozent ist noch eine Steigerung notwendig. Im Jahr 2019 wurden deutschlandweit ungefähr 2,6 Millionen Tonnen Glas aus gebrauchten Verpackungen dem Recycling zugeführt. Die Recyclingquote beläuft sich dabei auf 84 Prozent.

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