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Ziele, Gefährdungen und Überwachung

Schutzziele

Grundwasser ist ein wesentliches Element des Naturhaushaltes. Es ist Teil des Wasserkreislaufs und erfüllt wichtige ökologische Funktionen. Grundwasser ist auch die wichtigste Trinkwasserressource Deutschlands. Das Grundwasser muss daher weitgehend vor Verunreinigungen geschützt werden. Für den Grundwasserschutz bestehen daher folgende generelle Ziele:

  • Das Grundwassers ist vor Verunreinigungen oder sonstigen nachteiligen Veränderung seiner Eigenschaften zu schützen und in seiner natürlichen Beschaffenheit zu erhalten.
  • Die Bewirtschaftung des Grundwassers muss im Einklang mit dem Naturhaushalt erfolgen.
  • Grundwasser ist vorsorgend und flächendeckend zu schützen.
  • Qualitätsmaßstab ist seine anthropogen weitgehend unbeeinflusste Beschaffenheit (Unterschreitung der Prüfwerte).

Gefährdungen

Schädigungen des Grundwassers sind meist nicht unmittelbar erkennbar. Eine Sanierung ist, wenn überhaupt, nur mit großem finanziellen und technischen Aufwand und in langen Zeiträumen möglich. Die konsequente Anwendung des Vorsorgeprinzips ist deshalb von ganz besonderer Bedeutung. Dazu gehört zunächst eine systematische, regelmäßige Überwachung des Grundwassers, für die die Länder zuständig sind. Dadurch lassen sich Gefährdungen des Grundwassers frühzeitig erkennen und geeignete Maßnahmen können rechtzeitig ergriffen werden. Aufgrund der wichtigen ökologischen Funktionen ist ein flächendeckender Grundwasserschutz, wie im Wasserhaushaltsgesetz verankert, erforderlich. Zusätzlich können die Länder Wasserschutzgebiete ausweisen und in diesen Gebieten erhöhte Anforderungen stellen.

Nitratgehalt

Seit Jahrzehnten wird immer wieder über die zunehmende Verunreinigung des Grundwassers durch Nitrat berichtet. Erhöhte Nitratgehalte sind auch für die Oberflächengewässer und speziell für die Küstengewässer an Nord- und Ostsee kritisch, weil ein Überangebot dieses Nährstoffes gemeinsam mit erhöhten Phosphorgehalten zu Eutrophierungserscheinungen führen. Ein nicht unerheblicher Teil des Stickstoffes gelangt dabei als Nitrat aus dem Grundwasser in die Flüsse. Das BMU hat im Januar 2017 den 6. Nitratbericht vorgelegt.

Pflanzenschutzmittel

Vielfach können Pflanzenschutzmittelfunde im Grundwasser mit einer intensiven landwirtschaftlichen Bodennutzung und insbesondere mit dem Anbau von Sonderkulturen in Zusammenhang gebracht werden. Als weitere Ursachen werden die Herbizidanwendung auf Nichtkulturland und Einträge aus oberirdischen Fließgewässern genannt. Dies ist das Ergebnis des ersten für die Bundesrepublik Deutschland vorliegenden Berichts über die Pflanzenschutzmittelbelastung des Grundwasser, der von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser erarbeitet wurde.

Zur Frage der ökotoxikologischen Prüfung von Pflanzenschutzmitteln hinsichtlich ihres Potentials zur Grundwassergefährdung liegt ebenfalls ein Bericht vor.

Grundwasserüberwachung

Eine systematische Überwachung der Grundwasserbeschaffenheit ist für den Grundwasserschutz daher unabdingbar. Sie hat zum Ziel,

  • nachteilige Veränderungen der Beschaffenheit rechtzeitig zu erkennen,
  • entsprechend den Verunreinigungsursachen zielgerichtet Sanierungs- und Vermeidungsstrategien zu entwickeln und
  • die Wirksamkeit dieser Schutzmaßnahmen beurteilen zu können.

Die systematische Überwachung des Grundwassers obliegt den Bundesländern.