Altholz

Altholz

Im Jahr 2016 fielen in Deutschland rund 10 Millionen Tonnen Altholz als Holzfraktion insbesondere  in gewerblichen Siedlungsabfällen, unter anderem aus der Holz be- und verarbeitenden Industrie – (Industrierestholz 2,55 Millionen Tonen), in Bau- und Abbruchabfällen (4,04 Millionen Tonen), in Hausmüll und Sperrmüll (Gebrauchtholz 0,92 Millionen Tonnen) sowie als Verpackungsabfall und sonstiger Siedlungsabfall (1,08 Millionen Tonnen) an. Zusätzlich wurden 1,78 Millionen Tonnen importiert. Von der angefallenen Altholzmenge wurden 2016 in Deutschland 7,73 Millionen Tonnen Altholz energetisch verwertet, 1,69 Millionen Tonnen stofflich verarbeitet und 0,58 Millionen Tonnen beseitigt. 

Zur energetischen Verwertung werden in Deutschland rund 80 Altholzkraftwerke mit einer installierten Leistung von rund 800 Megawatt (elektrisch) betrieben, die seit dem Jahr 2000 nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz gefördert werden. Die stoffliche Verwertung findet fast ausschließlich im Bereich der Holzwerkstoffindustrie bei der Produktion von Spanplatten statt. Lediglich ein geringer Teil des anfallenden Altholzes wird exportiert.

Altholz ist prädestiniert für eine Kaskadennutzung energetisch-stofflich. In Umsetzung der fünfstufigen Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) stellt das Recycling zwar eine höherwertigere Hierarchiestufe der Abfallverwertung als die energetische Verwertung dar, die Altholzverordnung aus dem Jahr 2002 suft allerdings beide Verwertungsarten als hochwertig ein. Die rechtlichen Anforderungen an die Verwertung und die Beseitigung von Altholz sind neben den allgemeinen Anforderungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes von 2012 in der Altholzverordnung (AltholzV) aus dem Jahr 2002 geregelt. Die Bundesregierung überprüft derzeit die Notwendigkeit einer Novellierung der Altholzverodnung, insbesondere im Hinblick auf eine Anpassung an den Stand der Technik als auch zur Umsetzung der 5-stufigen Abfallhierarchie.