Naturschutz und Photovoltaik

Die Bundesregierung hat mit dem Klimaschutzprogramm 2030 die Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien auf einen Anteil von 65 Prozent am Stromverbrauch in 2030 beschlossen. Der weitere Ausbau der Solarenergie stellt dafür eine tragende Säule dar: Nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2021), die zu Beginn des Jahres 2021 in Kraft getreten ist, sollen im Jahr 2030 100 Gigawatt installierte Leistung von Solaranlagen erreicht sein. In Deutschland trugen im Jahr 2020 Photovoltaikanlagen mit ca. 50,6 Gigawattstunden (GW/h) ungefähr zu 20 Prozent der Bruttostromerzeugung bei. (Etwa 70 Prozent der Photovoltaikleistung wird auf Dächern und an Fassaden erzeugt.. Der Rest entfällt auf Freiflächenanlagen mit steigender Tendenz. Die Ende 2019 durch PV-Freiflächenanlagen beanspruchte Fläche beträgt insgesamt gut 30.000 Hektar (ha), davon entfallen knapp 60 Prozent auf Konversionsflächen bzw. sonstige bauliche Anlagen, knapp 26 Prozent auf Ackerflächen bzw. landwirtschaftliche Flächen in benachteiligten Gebieten und 14 Prozent auf Randstreifen an Verkehrswegen.

Naturschutzaspekte:

Die Errichtung der Module und Nebenanlagen als Freiflächenanlagen und deren Einzäunung sowie die Offenhaltung der Betriebsflächen verursachen eine Veränderung und mögliche Verdrängung der bestehenden Flächennutzung. Die erforderliche Einzäunung der Anlagen führt auch zum Verlust oder Verkleinerung von Lebensräumen. Bei einer unsachgerechten Standortwahl (zum Beispiel Nutzung von Rastvogelgebieten oder auf wertvollen Naturschutzflächen) können direkte Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und die biologische Vielfalt entstehen.

Beim Ausbau der Photovoltaik müssen Konkurrenzen mit anderen Flächennutzungen wie Ackerflächen, Naturschutzflächen, Siedlungsflächen, Freizeit- und Erholungsflächen vermieden werden. Denn die verdrängten ursprünglichen Nutzungen führen in der Regel an anderer Stelle zu einer Intensivierung der Flächennutzung, so dass letztlich nicht nur direkt, sondern gegebenenfalls indirekt die Raumbedürfnisse der biologischen Vielfalt beeinträchtigt werden. Vorrangig sollte die Gewinnung von Solarenergie auf Dächern und an Fassaden sowie durch Wärmepumpen oder Erdwärme erfolgen. Diese Energiearten, die Natur und Landschaft schonen, nehmen kaum zusätzliche Flächen in Anspruch. Darüber hinaus sind sie besonders verbrauchernah und können helfen, die Akteursvielfalt in der Energiewende zu stärken.

Daher hat sich das Bundesumweltministerium dafür eingesetzt, dass im neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz 2021 der Ausbau von Freiflächenanlagen nur in begrenztem Umfangerfolgen soll und der Ausbau der Dachanlagen gestärkt wird. Dazu trägt die Größenbegrenzung der förderfähigen Freiflächenanlagen auf 20 Megawatt und separate Ausschreibungssegmente für Dachflächenphotovoltaik und Freiflächenphotovoltaik bei. Aus Umwelt- und Naturschutzgründen muss vermieden werden, dass der PV-Ausbau zunehmend von der Dachfläche auf die Freifläche verlagert wird.