Ramsar-Konvention

In türkis gehaltenes Logo mit dem Schriftzug Ramsar

Das Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung ist mit ihrem 50jährigen Bestehen die älteste internationale Konvention, die sich mit dem Erhalt und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen beschäftigt.

Am 2. Februar 1971 wurde in der iranischen Stadt Ramsar das "Übereinkommen über den Schutz von Feuchtgebieten, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Wattvögel, von internationaler Bedeutung" (Ramsar-Konvention) geschlossen. Deutschland trat der Ramsar-Konvention 1976 bei.

Der Schwerpunkt der Konvention hat sich in den letzten Jahrzehnten vom überwiegenden Schutz von Wasser- und Watvögeln zum ganzheitlichen Schutz und der nachhaltigen Nutzung der Lebensräume und ihrer Arten weiterentwickelt. Dieser Prozess führte zur inhaltlichen Erweiterung der Konventionsziele im Sinne des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (Schutz – nachhaltige Nutzung – gerechter Vorteilsausgleich). So ist neben der Aufstellung von Managementplänen, dem Monitoring des ökologischen Zustandes und der Zusammenarbeit mit anderen regionalen und globalen Abkommen und Institutionen auch die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung durch Öffentlichkeitsarbeit und akzeptanzfördernde und einkommensschaffende Maßnahmen anzustreben.

Aufgaben der Vertragsstaaten

Jeder Vertragsstaat ist verpflichtet, mindestens ein Feuchtgebiet in seinem Hoheitsgebiet als "Feuchtgebiet internationaler Bedeutung" zu benennen und die Erhaltung und Förderung dieser Gebiete durch die Bewahrung des ökologischen Zustandes, durch Biotopmanagement und nachhaltige Nutzung zu sichern. Darüber hinaus müssen die Vertragsstaaten dafür sorgen, dass innerhalb ihres Hoheitsgebietes alle übrigen Feuchtgebiete soweit wie möglich ebenfalls nachhaltig genutzt werden. Die Vertragsstaaten sollen beim Feuchtgebietsschutz international zusammenarbeiten.

Zu den Aufgaben der Vertragsstaaten gehört es auch, die Botschaft der Ramsar-Konvention und die Bedeutung der Feuchtgebiete in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Zu diesem Zweck und als Arbeitsmaterial für die Ramsar-Verantwortlichen in Deutschland hat das BMU das Ramsar-Handbuch ins Deutsche übersetzen lassen und veröffentlicht. Darüber hinaus wird jedes Jahr am 2. Februar der Weltfeuchtgebietstag (World Wetlands Day) begangen. Das Ramsar-Sekretariat stellt dafür Materialien zur Verfügung, die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, diesen Tag zu nutzen, um auf die besondere Bedeutung der Feuchtgebiete aufmerksam zu machen.

Aktuell gehören der Konvention weltweit 172 Vertragsstaaten an (Stand: November 2021), die insgesamt 2433 Feuchtgebiete internationaler Bedeutung mit einer Gesamtfläche von mehr als 2,5 Millionen Quadratkilometer gemeldet haben. Die Vertragsstaatenkonferenzen finden alle drei Jahre statt, die letzte war im Oktober 2018 die COP 13 in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate). Die nächste Vertragsstaatenkonferenz wird voraussichtlich im November 2022 in Wuhan, China stattfinden. Aufgrund der Corona Pandemie fand eine außerordentliche Vertragsstaatenkonferenz (Ex-COP) im Oktober 2021 als virtuelle Veranstaltung statt, um die Vertagung der COP 14 sowie den Haushalt für das Jahr 2022 zu beschließen.

Situation in Deutschland

Deutschland hat 35 Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 869.000 Hektar gemeldet. Die "Rosenheimer Stammbeckenmoore" des bayerischen Alpenvorlandes stellen das jüngste deutsche Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung dar, es wurde Anfang 2021 in die offizielle Ramsar-Liste aufgenommen und umfasst eine Fläche von rund 1000 Hektar.

Verschlechterung des ökologischen Zustandes

Verändert sich der ökologische Zustand eines Feuchtgebietes internationaler Bedeutung so, dass sich die natürlichen Lebensbedingungen deutlich verschlechtern (zum Beispiel durch Hypertrophierung oder Intensivierung der Landwirtschaft), ist das Feuchtgebiet in das "Montreux-Register" aufzunehmen. Damit wird ein Überwachungs- und Beratungsverfahren eingeleitet, in dem vom Ramsar-Sekretariat beauftragte Sachverständige die Situation vor Ort prüfen und mit dem Vertragsstaat gemeinsam die zu ergreifenden Maßnahmen zur Verbesserung des Gebietszustandes festlegen. Das Gebiet wird solange in der Montreux-Liste geführt, bis sich der ökologische Zustand verbessert hat. Das Melderegister existiert seit 1990 und wird vom Konventionsbüro geführt.