Bonn Challenge

Schichten des tropischen Regenwaldes

Die Bonn Challenge ist eine umfassende Initiative zur Wiederherstellung von Wäldern und waldreichen Landschaften weltweit. Denn der Wiederaufbau von Wäldern ist eine zentrale Lösung für zwei der drängendsten Probleme unserer Zeit: den Klimawandel und den Verlust von Lebensräumen und Arten.

Weltweit gibt es ungefähr 4 Milliarden Hektar Wald. Das sind 31 Prozent der Landoberfläche auf unserer Erde. Jedoch liegt der Verlust an Naturwaldflächen laut dem Waldbericht der Bundesregierung jährlich bei mindestens 8,8 Millionen Hektar, das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen beziffert den jährlichen Verlust auf 10 Millionen Hektar.

Die Bonn Challenge hat das Ziel, bis zum Jahr 2020 insgesamt 150 Millionen Hektar und bis 2030 mindestens 350 Millionen Hektar degradierter und entwaldeter Landfläche wiederaufzubauen.

Globaler Wiederaufbau von Wäldern kommt voran! Die Infografik zeigt einen Balken, der die Fläche des Wiederaufbau wiedergibt. Vereinbart waren bis 2020 150 Millionen Hektar Wald. Dieses Ziel wurde 2020 übertroffen. Aktuell wurden 210 Millionen Hektar Wald weltweit wieder aufgebaut. Das entspricht einer Fläche, die sechsmal so groß ist wie Deutschland. Bis zum Jahr 2030 sollen es 350 Millionen Hektar Wald werden.
BMU/ Khlongwangchao/Thinkstock/ Incomibles/Shutterstock.com

Neuer Wald, großer Mehrwert

Der Großteil der Entwaldung findet in den Tropen und Subtropen statt, aber auch in der kaltgemäßigten Klimazone auf der Nordhalbkugel gibt es bedeutenden Waldverlust. Um zerstörte Wälder wiederherzustellen, hat die Bonn Challenge eine international anerkannte Aktionsplattform geschaffen.

Damit werden Waldökosysteme stabilisiert, Lebensräume für Tiere und Pflanzen erhalten, Einkommensmöglichkeiten für lokale Gemeinschaften geschaffen, klimawirksame Senken ausgebaut, und Wasser und Boden in einen gesunden Zustand zurückgebracht.

Etappenziel erreicht

Die Initiative startete 2011 mit dem Ministertreffen, das Deutschland zusammen mit der Weltnaturschutzunion IUCN (International Union for Conservation of Nature) und dem Weltressourceninstitut WRI (World Ressources Institute) ausrichtete.

Zahlreiche Regierungen, Privatunternehmen und zivilgesellschaftlichen Gruppen unterstützten mit konkreten freiwilligen Zusagen. So konnte schon im Mai 2017 die Zielmarke für 2020 erreicht werden. Inzwischen liegen Zusagen zum Wiederaufbau von Wäldern in Höhe von über 210 Millionen Hektar vor (August 2020).

Unsere Maßnahmen

Das Bundesumweltministerium begleitet auf politischer Ebene intensiv die Regionalprozesse der Bonn Challenge, zum Beispiel in Süd- und Lateinamerika, in Afrika und in Zentralasien und dem Kaukasus. Mit der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) werden ganz gezielte Maßnahmen zur Umsetzung der Zusagen für den Waldaufbau gefördert.

So unterstützen wir zum Beispiel in Ruanda den Aufbau eines Saatgutzentrums. Darüber hinaus sind auch die Entwicklung geeigneter Politik- und Planungsinstrumenten sowie neuer und kreativer Geschäftsmodelle Gegenstand mehrere Vorhaben.