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24.02.2019

Biozyklisch-veganer Obsthof Clemens Hund

Bitte nennen Sie ein Beispiel für eine nachhaltige Landwirtschaft, in der biologische Vielfalt (Biodiversität) gefördert und/oder geschont wird!

Clemens Hund ist der erste Obstbauer, der nicht nur nach den Bioland-Richtlinien sondern auch gemäß der biozyklisch-veganen Richtlinien wirtschaftet. Er betreibt also einen Obstbau, der vegan ab Feld ist und sich sehr positiv auf die Artenvielfalt auswirkt. Aktiver Humusaufbau, Mischkultur, ganzjährige Bodenbedeckung und vorbeugender Pflanzenschutz durch Habitatstrukturen wie Hecken und Blühstreifen sind nur einige Beispiele, wie biozyklisch-veganer Anbau die Biodiversität fördern kann.

Aus welchem Bundesland stammt Ihr Beispiel?

Baden-Württemberg

Bitte beschreiben Sie das Projekt! Warum haben Sie es ausgewählt, was war dabei für Sie besonders wichtig?

Clemens Hund wirtschaftet biozyklisch-vegan und wurde auch als solches zertifiziert. Dies bedeutet, dass er auf tierische Dünge- und Betriebsmittel völlig verzichtet und keine Nutztiere hält. Stattdessen setzt er auf aktiven Humusaufbau durch Kompost und aktiviert dadurch das Bodenleben. Die Artenvielfalt fördert er durch das Aussähen von Blühstreifen zwischen den Apfelbaumreihen, das Anlegen von Ackerrandstreifen (Hecken etc.), durch Gründüngung und Zwischensaaten sowie eine große Anbauvielfalt auf seinen Flächen. Damit ist er ein Pionierbetrieb, der klimaschonend und nachhaltig rein pflanzlichen Ökolandbau betreibt.

Was hat Ihrer Meinung nach dazu beigetragen, dass das Projekt Erfolg hatte? Welche Erfahrungen möchten Sie anderen mitteilen?

Die Aufnahme der Biocyclic-Vegan Standards in die IFOAM Family of Standards war ein großer Meilenstein für die vegane Landwirtschaft. Damit wurde die Kontrolle und Zertifizierung weltweit möglich. Clemens Hund ist überzeugt von dem, was er tut: Er legt Wert darauf, dass er nicht die Schlachtindustrie mit seinem Wirtschaften unterstützt und die Vielfalt auf seinem Betrieb ist ihm wichtig. Dies kann er jetzt durch das biozyklisch-vegane Warenzeichen auch kenntlich machen. Wir denken, dass biozyklisch-veganer Anbau Zukunft hat und möchten andere Betriebe ermutigen, den Schritt einer rein veganen Bewirtschaftung zu wagen!

Welche Hindernisse gab es? Welche Fehler sollten andere vermeiden?

Clemens Hund kaufte Schlachtabfälle aus China, die auf Autoreifen gelagert wurden und auch so rochen. Daraufhin entschied er sich, einen anderen Weg zu gehen. Wir finden, unsere Lebensmittel dürfen so nicht gedüngt werden. Wir möchten Betrieben eine Alternative zu einer Düngung mit Schlachtabfällen, wie sie leider nach wie vor häufig stattfindet, aufzeigen!

Wo können wir weitere Informationen über das Projekt finden?

Der Förderkreis Biozyklisch-Veganer Anbau informiert auf www.biozyklisch-vegan.org über das biozykisch-vegane Wirtschaften. Da die Seite noch im Aufbau ist, empfiehlt es sich, einmal die englische Seite: www.biocyclic-vegan.org aufzurufen. Clemens Hund hat eine Webseite, auf der sein Betrieb vorgestellt wird: www.biohof-hund.de

Was muss sich ändern, damit sich eine nachhaltige Landwirtschaft flächendeckend durchsetzt, in der biologische Vielfalt gefördert und/oder geschont wird?

Der Einsatz von Gülle, Mist und Jauche muss auf ein Minimum reduziert werden. Viehloser Anbau und biozyklisch-veganer Anbau müssen politisch stärker gefördert werden. Die Tierhaltung produziert einen hohen Prozentsatz der Klimagase, zudem führen Gülle- und Jaucheeinsatz häufig zu (gewässer-)ökologischen Problemen. Ein Flächendeckender Einsatz von lange gereiftem pflanzlichem Kompost fördert das Bodenleben und damit die Bodenfruchtbarkeit. Lange gelagerter pflanzlicher Kompost ist nicht mehr auswaschungsgefährdet, es findet also aktiver Gewässerschutz sowie Humusaufbau und hierdurch C-Bindung, die aktiv dem Klimawandel etwas entgegen setzen kann, statt. Praktiken wie vorbeugender Pflanzenschutz durch Habitatstrukturen, Mischkultur, eine weite Fruchtfolge, Gründüngung und Mulchen gehören zur biozyklisch-veganen Wirtschaftweise, weshalb sie diejenige Form des Ökolandbaus ist, welche die Artenvielfalt am meisten zu steigern vermag und daher gefördert werden muss!