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Weltbiodiversitätsrat (IPBES)

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist ein zwischenstaatliches Gremium mit der Aufgabe der wissenschaftlichen Politikberatung zum Thema biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen.

IPBES wurde 2012 gegründet und der Sitz des Sekretariats befindet sich in Bonn. Aktuell sind 132 Staaten (inklusive Deutschland) Mitglied von IPBES.

Das Gremium sammelt weltweit wissenschaftliche Daten, analysiert diese und zeigt politische Handlungsoptionen zum Schutz der biologischen Vielfalt auf. IPBES selbst führt keine eigenen Forschungsarbeiten durch. Kernaufgabe von IPBES ist die Erstellung von Berichten über den aktuellen Zustand und Wissensstand zu Biodiversität und Ökosystemleistungen. Dafür nominieren die IPBES-Mitgliedsstaaten Expertinnen und Experten zur Erstellung der IPBES-Berichte.

Folgende Berichte wurden im Rahmen des 1. Arbeitsprogramms von IPBES zwischen 2016 und 2018 fertiggestellt:

Mauerbiene an einer Blüte
Mauerbiene an einer Blüte - Pixabay.com

Regionale und sub-regionale Berichte

Im Jahr 2018 wurden vier regionale und sub-regionale Berichte zu Afrika, Amerika, Asien und Pazifik sowie Europa und Zentralasien veröffentlicht.

Thematische Berichte

Der erste thematische Bericht mit dem Fokus Bestäuber, Bestäubung und Nahrungsmittelproduktion wurde 2016 fertiggestellt.

Kernergebnisse sind:

  • Die Produktion vieler qualitativ hochwertiger pflanzlicher Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, hängt von der Blütenbestäubung ab.
  • In vielen Gebieten der Erde werden seit einigen Jahren dramatische Verluste der Blütenbestäuber beobachtet.
  • Der dramatische Verlust von Bienenvölkern in Europa und Nordamerika in anderen Weltregionen tritt nicht in gleicher Weise auf.
  • Die intensive landwirtschaftliche Produktion und besonders die Anwendung von Pestiziden stellt eine Hauptgefährdungsursache für die Blütenbestäuber und somit die Bestäubung dar.

Ein weiterer thematischer Bericht wurde 2018 zu Landdegradierung und Wiederherstellung erarbeitet.

Kernergebnisse sind:

  • Die stetige Expansion und nicht nachhaltige Bewirtschaftung von Acker- und Weideland ist der weltweit größte direkte Verursacher der Landdegradierung und verursacht einen erheblichen Verlust an Biodiversität und Ökosystemleistungen.
  • Die Landdegradierung hat in vielen Teilen der Welt ein "kritisches" Niveau erreicht. Feuchtgebiete sind dabei besonders stark betroffen.
  • Durch eine steigende Nachfrage nach Nahrungsmitteln und Biokraftstoffen wird die Landdegradierung in Zukunft wahrscheinlich weiter voranschreiten.
  • Durch Vermeidung, Verringerung und Umkehrung von Landdegradierung könnten bis 2030 mehr als ein Drittel der Treibhausgasemissionen eingespart werden.

Methodische Berichte

IPBES erstellte 2017 einen methodischen Bericht zu Politikunterstützungsinstrumenten sowie Methoden der Szenarienanalyse und Modellierung von Biodiversität und Ökosystemleistungen auf Grundlage eines Assessments und eines Leitfadens.

GutachtentypThemaJahr
Regionale und sub-regionale Berichte


Afrika2018
Nord-, Süd- und Mittelamerika2018
Asien-Pazifik2018
Europa und Zentralasien2018
Thematische BerichteBestäuber, Bestäubung und Nahrungsmittelproduktion2016
Landdegradierung und Wiederherstellung2018
Methodische BerichtePolitikunterstützungsinstrumente sowie Methoden der Szenarienanalyse und Modellierung von Biodiversität und Ökosystemleistungen auf Grundlage eines Assessments und eines Leitfadens2017

Aufbau des Weltbiodiversitätsrats (IPBES)

IPBES besteht aus mehreren Gremien, welche verschiedene Aufgaben und Funktionen wahrnehmen. Sie erfüllen gemeinsam die zentrale Funktion von IPBES, der wissenschaftlichen Politikberatung zum Thema biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen.

Blauer Ara im Flug - pixabay.com

Plenum und Plenarsitzung

Das Plenum von IPBES ist das übergeordnete Gremium und tagt in der Regel einmal im Jahr. Das Plenum ist die Vollversammlung der Mitgliedsstaaten von IPBES und trifft grundlegende und wegweisende Beschlüsse. An den Sitzungen nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien der Mitgliedsstaaten und akkreditierte Teilnehmerorganisationen teil. Auf dem Plenum werden unter anderem Beschlüsse über Leitungsfunktionen, Expertengruppen und Task Forces, prozedurale Aspekte, Arbeitsplan sowie Budget gefasst. Das Plenum entscheidet auch über Umfang und Struktur der IPBES-Berichte (Assessments). Das Plenum wird von zwei nachgeordneten Gremien unterstützt: dem administrativen Büro sowie dem multidisziplinären Expertengremium/ MEP (Multidisciplinary Expert Panel).

IPBES-Büro

Das IPBES-Büro ist ein Gremium, welches sich aus jeweils zwei Vertreterinnen und Vertretern aller fünf UN-Regionen zusammensetzt. Die Mitglieder des Büros werden zunächst von ihren Regierungen vorgeschlagen und müssen vom Plenum gewählt werden. Im Zeitraum zwischen den Plenarsitzungen trifft das Büro Entscheidungen im Rahmen der IPBES-Plenarbeschlüsse. Das Büro bereitet die Plenarsitzungen durch die Erstellung von Dokumententwürfen vor und leitet das Plenum.

Multidisciplinary Expert Panel (MEP)

Die Aufgabe des multidisziplinären Expertengremiums ist die koordinierende wissenschaftliche Unterstützung von IPBES. Dazu gehört unter anderem die wissenschaftliche Beratung zum aktuellen Arbeitsprogramm von IPBES oder die internationale Einbindung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in die verschiedenen Aktivitäten des Weltbiodiversitätsrates. Die Mitglieder des MEP werden ebenfalls von den Regierungen vorgeschlagen und anschließend von den fünf UN-Regionen nominiert. Sie werden für zwei Jahre vom Plenum gewählt und sind zu gleichen Teilen aus Vertretern der fünf UN-Regionen zusammengesetzt.

Expertengruppen und Task Forces

Für die erfolgreiche Umsetzung des Arbeitsprogramms werden weiterhin zeitlich befristete Expertengruppen und Task Forces eingerichtet. Diese erarbeiten unter anderem die thematischen, regionalen sowie globalen IPBES Berichte.

Sekretariat

Das Sekretariat hat seinen Sitz in Bonn und hat eine operative Funktion inne. Eine wichtige Aufgabe des Sekretariates liegt in der Organisation und Koordination der Durchführung des Arbeitsprogramms von IPBES. Darüber hinaus erhält es weitere Aufträge vom Plenum und bereitet dessen Sitzungen vor.

Nationale Kontaktstellen

Alle IPBES Mitgliedsstaaten sind dazu aufgefordert nationale Kontaktstellen (National Focal Point) einzurichten. In Deutschland ist die nationale Kontaktstelle im Bundesumweltministerium angesiedelt.

Plenarsitzungen des Weltbiodiversitätsrats (IPBES)

Das Plenum von IPBES ist das übergeordnete Gremium und tagt in der Regel einmal im Jahr. An den Sitzungen nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Ministerien der Mitgliedsstaaten und akkreditierte Teilnehmerorganisationen teil. Auf dem Plenum werden Beschlüsse über Leitungsfunktionen, Struktur und Mandat der Expertengruppen, prozedurale Aspekte, Arbeitsplan und Budget gefasst. Das Plenum entscheidet auch über Umfang und Struktur der IPBES-Berichte (Assessments)

Fischschwarm im Korallenriff
Fischschwarm im Korallenriff - pixabay.com

Siebte IPBES Plenarsitzung 2019 am Sitz der UNESCO in Paris

Vom 29. April bis 04. Mai 2019 fand die siebte Plenarsitzung von IPBES (IPBES-7) auf Einladung Frankreichs am Sitz der UNESCO in Paris statt. Zu IPBES-7 trafen sich insgesamt 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Regierungsvertreter aus 104 der aktuell 132 IPBES-Mitgliedstaaten, Vertreter von wissenschaftlichen Einrichtungen, von Nichtregierungsorganisationen und andere Interessensvertreter (Stakeholder). Im Mittelpunkt der Sitzung stand der Globale Bericht zum Zustand der Natur. Mit dem Bericht existiert nun ein weltweit akzeptierter wissenschaftlicher Sachstand, der verdeutlicht, wie schlecht es um die biologische Vielfalt und die Leistungen der Ökosysteme steht. Der Bericht macht die Dringlichkeit deutlich, mit der es gilt, die Haupttreiber für die Zerstörung der Natur und den Verlust der biologischen Vielfalt auf allen gesellschaftlichen Ebenen anzugehen.

Kernaussagen des Berichtes sind:

  • Die biologische Vielfalt und die Leistungen von Ökosystemen wie Nahrung, sauberes Wasser und Medizin sind für das Überleben der Menschheit essenziell.
  • Dennoch verschlechtert sich ihr Zustand dramatisch: Das Artensterben ist heute mindestens Dutzende bis Hunderte Male größer als im Durchschnitt der letzten zehn Millionen Jahre.
  • 75 Prozent der Landoberfläche und 66 Prozent der Meeresfläche sind stark verändert. Über 85 Prozent der Feuchtgebiete sind verloren gegangen.
  • Die negative Entwicklung ist auf zahlreiche direkte Treiber wie beispielsweise Landnutzungsänderungen, Umweltverschmutzung und Klimawandel zurückzuführen.
  • Indirekte Treiber, also soziale und politische Rahmenbedingungen, bieten wichtige Ansatzpunkte für Maßnahmen auf allen gesellschaftlichen Ebenen.

Die Plenarsitzung verabschiedete darüber hinaus das nächste Arbeitsprogramm der Plattform bis 2030.

Basierend auf einem partizipativ angelegten Konsultations- und Priorisierungsprozess wurde die Erstellung von Berichten zu folgenden Themen für die kommenden Jahre beschlossen:

  • Verflechtungen zwischen Biodiversität und anderen Themen der 2030 Agenda, insbesondere Wasser, Nahrung und Gesundheit (sogenanntes "Nexus-Assessment");
  • Verständnis der dem Biodiversitätsverlust zugrunde liegenden Gründe und Faktoren für transformativen Wandel zum Erreichen der Vision für Biodiversität 2050;
  • Der Einfluss von Wirtschaft und Unternehmen auf und deren Abhängigkeit von Biodiversität und Ökosystemleistungen.
  • Biodiversität und Klimawandel (Technical Paper).

Das nächste Arbeitsprogramm ist als flexibles ("rolling") Programm angelegt, das eine Anpassung und Weiterentwicklung in den kommenden Jahren ermöglicht. Damit bleibt die Möglichkeit erhalten, auf neuen Forschungs- und Informationsbedarf, insbesondere mit Blick auf den globalen Rahmen für biologische Vielfalt für die Zeit nach 2020, einzugehen.

Die 8. Plenarsitzung wird Ende Januar oder Anfang Februar 2021 in Marokko stattfinden.

Sechste IPBES Plenarsitzung 2018 in Medellín, Kolumbien

An der Sitzung nahmen 750 Vertreterinnen und Vertreter von Regierungen der IPBES-Mitgliedstaaten, wissenschaftlichen Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen und andere Interessensvertreter teil.

Zentrale Entscheidungen auf der sechsten Plenarsitzung von IPBES (IPBES-6) waren insbesondere die Verabschiedung von vier regionalen IPBES-Berichten zu Biodiversität und Ökosystemleistungen in Europa und Zentralasien, in Afrika, in Amerika sowie in Asien und dem pazifischen Raum. Darüber hinaus wurde der thematische IPBES-Bericht zu Landdegradierung und Wiederherstellung verabschiedet. Weiterhin wurde die Erstellung von zwei neuen Berichten in Auftrag gegeben: zur nachhaltigen Nutzung wildlebender Arten sowie zu Konzepten zur Bewertung der Biodiversität. Zudem wurde das Verfahren zur Erstellung des neuen IPBES Arbeitsprogramms und eines strategischen Rahmens bis 2030 festgelegt.

Fünfte IPBES Plenarsitzung 2017 in Bonn

Die fünfte Plenarsitzung des Weltbiodiversitätsrates IPBES (IPBES-5) fand im World Conference Center Bonn statt. Zentrale Entscheidungen waren unter anderem im Jahr 2017 keine weiteren Arbeitselemente des ersten Arbeitsprogramms zu starten und die Stellung der EU durch einen privilegierten Beobachterstatus (davon unberührt bleiben die Mitgliedschaften der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten) zu verbessern. Weiterhin wurden Kriterien für die interne und externe Evaluierung von IPBES festgelegt. Die Prozesse zur Erarbeitung eines Rahmens für ein zweites Arbeitsprogramm vom IPBES nach 2018 wurden begonnen.

Vierte IPBES Plenarsitzung 2016 in Kuala Lumpur, Malaysia

Zentrale Entscheidungen auf der vierten Plenarsitzung von IPBES (IPBES-4) waren insbesondere die Verabschiedung der ersten beiden IPBES-Berichte zu (1) Bestäubern, Bestäubung und Nahrungsmittelproduktion sowie zu (2) Methoden der Szenarienanalyse und Modellierung von Biodiversität und Ökosystemleistungen. Es wurde weiterhin entschieden in Ergänzung zu den bereits laufenden regionalen Berichten mit dem globalen Bericht über den Zustand der biologischen Vielfalt und Ökosystemleistungen zu beginnen. Die Entscheidung über den Beginn weiterer Arbeitselemente des Arbeitsprogramms wurde aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen auf die fünfte Plenarsitzung im März 2017 verschoben. Ihre jeweilige geplante inhaltliche Ausgestaltung wurde aber bereits auf IPBES-4 beschlossen. Prof. Robert T. Watson aus Großbritannien wurde auf IPBES-4 für die kommenden drei Jahre einstimmig zum IPBES-Vorsitzenden gewählt.

Dritte IPBES Plenarsitzung 2015 in Bonn

Auf der dritten IPBES Plenarsitzung (IPBES-3) im Januar 2015 im Sekretariatssitz in Bonn ist es gelungen, zentrale Entscheidungen für die weitere Umsetzung des im Vorjahr beschlossenen, ambitionierten Arbeitsprogramms zu treffen. IPBES-3 hat Vorstudien zu den vier regionalen und subregionalen Gutachten (Europa und Zentralasien, Afrika, Amerika, Asien-Pazifik) zu Biodiversität und Ökosystemleistungen und einen allgemeinen Leitfaden zu deren Erstellung angenommen. Die Vorstudie zum thematischen Gutachten zu Landdegradierung und Wiederherstellung wurde ebenfalls verabschiedet. Die Gutachten sollen bis IPBES-6 (2018) erstellt werden. IPBES-3 hat außerdem entschieden, dass die Vorstudien zu den drei Gutachten zu invasiven gebietsfremden Arten, zum Gutachten zur nachhaltigen Nutzung und Erhaltung der Biodiversität sowie zum globalen Gutachten zu Biodiversität und Ökosystemleistungen bis IPBES-4 (2016) erarbeitet werden sollen. Die zwei thematischen sowie das globale Gutachten sollen dann bis IPBES-7 (2019) vorliegen. In Aussicht genommen ist zudem die Erstellung eines Gutachtens zur Hohen See. Um Konsistenz zwischen allen IPBES Arbeitselementen zu gewährleisten und Synergien zu nutzen, wurde ein koordinierter Ansatz zwischen den regionalen Gutachten und den thematischen Gutachten beschlossen.

IPBES-3 hat außerdem wichtige, noch ausstehende Verfahrensfragen zur Annahme der IPBES Gutachten und transparente Regeln im Falle von Interessenskonflikten verabschiedet. Darüber hinaus wurden eine Kommunikationsstrategie und eine Strategie zur Beteiligung von Interessenvertreterinnen und -vertretern angenommen. Mit der Verabschiedung der Beteiligungsstrategie wurde der Weg zur Mobilisierung und Einbindung möglichst zahlreicher und diverser Interessenvertreterinnen und -vertreter sowie Wissensträgerinnen und Wissensträger bei IPBES geebnet. So können sich unter anderem Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Wissenschaftsinstitutionen offiziell an der Arbeit des Gremiums beteiligen.

Zweite IPBES Plenarsitzung 2013 in Antalya, Türkei

Auf der zweiten IPBES Plenarsitzung (IPBES-2) im Dezember 2013 in Antalya, Türkei, konnten wichtige Weichen für die weitere Arbeit des Gremiums gestellt werden. Einen der großen Erfolge der zweiten IPBES Sitzung stellt das umfassende und ambitionierte Arbeitsprogramm für die Jahre 2014 bis 2018 dar. Weiterhin wurde das konzeptionelle Rahmenwerk und ein Budget für die ersten beiden Jahre des Arbeitsprogramms verabschiedet sowie ein Trust Fund eingerichtet. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) ernannte die Französin Dr. Anne Larigauderie zur ersten Exekutivsekretärin des IPBES Sekretariates. Nach und nach sollten die weiteren Posten besetzt werden, sodass das IPBES Sekretariat in Bonn 2014 eröffnet werden konnte. Des Weiteren sollen nach der dritten IPBES Sitzung regionale und sub-regionale Gutachten zu Biodiversität und Ökosystemleistungen durchgeführt werden. Darauf aufbauend wurde ein globales Gutachten zu diesem Thema geplant.

Erste IPBES Plenarsitzung 2013 in Bonn

Auf der ersten offiziellen Plenarsitzung (IPBES-1) im Januar 2013 im Sitz des IPBES-Sekretariats in Bonn wurden die Regeln für die künftige Arbeit von IPBES, die Organisationsstruktur sowie die Besetzung der verschiedenen IPBES-Gremien festgelegt. Als wichtigste Maßnahmen für die vollständige Funktionsfähigkeit des neuen Weltbiodiversitätsrates wurden die Mitglieder der ausführenden Organe, also des administrativen Bureaus und des Expertengremiums MEP (Multidisciplinary Expert Panel), gewählt. Das MEP setzt sich aus weltweit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen. Die für zwei Jahre gewählten Mitglieder des MEP setzen sich zu gleichen Teilen aus Vertreterinnen und Vertretern der fünf UN-Regionen zusammen. Für das Bureau wurde Prof. Abdul Hamid Zakri aus Malaysia als IPBES-Vorsitzender bestimmt, der viel Erfahrung aus zahlreichen internationalen Koordinationstätigkeiten mitbringt. Des Weiteren wurde festgelegt, dass IPBES vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) verwaltet wird.

Deutscher Beitrag zu IPBES

Wildkatze mit Jungtier
Wildkatze mit Jungtier - iStock.com/bas0r

Beitrag zu internationalen IPBES Aktivitäten

Als Sitzstaat des Weltbiodiversitätsrats ist es Deutschland wichtig, die Arbeit von IPBES zu unterstützen, zum Beispiel in Form der jährlichen Einzahlung von einer Million Euro in den Treuhandfonds zur Ausführung des IPBES-Arbeitsprogramms oder als finanzielle Unterstützung der Teilnahme von Delegierten aus Entwicklungsländern an den Plenarsitzungen. 

Weiterhin fördert Deutschland im Bereich Kapazitätsaufbau (Capacity Building) über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) beispielsweise die Vernetzung von Expertinnen und Experten zu IPBES in verschiedenen Regionen der Welt. Von 2016-2019 hat Deutschland die Technical Support Unit zum Globalen Assessment im IPBES-Sekretariat co-finanziert. Somit ist Deutschland einer der Hauptfinanzgeber des Weltbiodiversitätsrats. Deutsche Expertinnen und Experten haben bisher an allen IPBES-Assessments mitgewirkt. 

Die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle

Die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle wurde Anfang 2014 gemeinsam von Bundesumweltministerium (BMU) und Bundesforschungsministerium (BMBF) ins Leben gerufen. Sie ist die Schnittstelle zwischen den internationalen IPBES-Gremien, dem BMU als nationaler IPBES-Kontaktstelle und den deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf dem Gebiet der biologischen Vielfalt und Ökosystemleistungen. Die Deutsche Koordinierungsstelle informiert die deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die internationalen und nationalen IPBES-Prozesse. Sie ist verantwortlich für die Koordination der Nominierungsverfahren deutscher Expertinnen und Experten. Ein weiterer zentraler Aufgabenbereich der Deutschen IPBES-Koordinierungsstelle ist die Öffentlichkeitsarbeit. Des Weiteren führt sie diverse Stakeholder-Veranstaltungen durch. Darüber hinaus unterstützt die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle die nationale IPBES-Kontaktstelle (IPBES National Focal Point) im BMU. Die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle ist beim Projektträger des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) angesiedelt.

Nationale Foren zu IPBES

Im Vorfeld der internationalen IPBES-Plenarsitzungen lädt das Bundesumweltministerium zusammen mit dem Bundesforschungsministerium jeweils zu einem "Nationalen Forum zu IPBES" ein. Diese Foren dienen dem Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und interessierter Öffentlichkeit in Deutschland. Deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berichten beispielsweise von ihrer Arbeit in den IPBES Gremien und stellen die verschiedenen Vorstudien und Gutachten vor. Die nationalen Foren tragen auch zur Vorbereitung der deutschen Positionen für die jeweils bevorstehenden IPBES-Plenarsitzungen bei. Aktuelle Informationen zu nationalen Foren zu IPBES finden Sie auf der Webseite der Deutschen IPBES-Koordinierungsstelle.