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Gewässertyp des Jahres: das große Nordseeästuar

Satellitenaufnahme eines Ästuars
Ästuar - UBA/Copernicus Sentinel Daten [2018]

"Das große Nordseeästuar" ist der Gewässertyp des Jahres 2019. Ästuare sind Mündungsbereiche von Flüssen ins Meer – in diesem Fall in die Nordsee. In Deutschland gibt es davon insgesamt drei: Ems, Weser und Elbe. Die Gezeiten sorgen für hohe Fließgeschwindigkeiten in diesen Bereichen und somit dafür, dass die Ufer und das Flussbett erodieren und die typische Trichterform der Mündung entsteht, wenn man sie aus der Luft betrachtet.

In den Bereichen dieser Flussmündungen trifft salziges Meerwasser auf süßes Flusswasser: Das für Ästuare charakteristische Brackwasser entsteht. In dieser Brackwasserzone leben viele verschiedene Tiere und Pflanzen, die sich an diesen besonderen Lebensraum optimal angepasst haben. Fische wie die Finte und der Stint nutzen die Ästuare als Laichplätze, Aale als Wanderwege, und Flundern wachsen in diesen Flussmündungen auf, bevor sie in tiefere Meeresgewässer wandern, um dort ihre Eier abzulege

Doch der Lebensraum dieser Fische, verschiedener Watt- und Wasservögel und Pflanzen ist bedroht. Durch die systematische Aushebung und Begradigung der Ästuare und Flüsse wird zwar der Weg für große Container- und Kreuzfahrtschiffe geebnet, allerdings schwinden damit auch natürliche Biotope – und damit zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.