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Boden des Jahres: Der Kippenboden

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Kippenböden sind junge Böden. Sie sind insbesondere in den Braunkohletagebaurevieren zu finden. Für die Gewinnung der Rohstoffe wird der ursprüngliche Boden komplett abgetragen und nach dem Abbau wieder in die verbleibenden Gruben gefüllt – so entstehen die Kippenböden.

Je nach Herkunft mangelt es den Kippenböden oft an Nährstoffen. Wasser speichern sie nur schlecht. Damit die Pflanzen rasch wieder zurückkehren und sich organische Substanz im Oberboden anreichert, müssen die Flächen oft gekalkt und gedüngt werden.

Sind die abgekippten Böden bindig-lehmig und nährstoffreich wie im Mitteldeutschen und im Rheinischen Braunkohlenrevier, ist eine dauerhaft landwirtschaftliche Folgenutzung möglich. Sandige, wasser- und nährstoffarme Kippenböden, wie sie in der Lausitz zu finden sind, eignen sich eher für eine forstwirtschaftliche Folgenutzung.

Kippenböden mit kleinflächigem Substratwechsel und großer Vielfalt der ökologischen Bedingungen werden meist sich selbst überlassen. Sie bieten für Pflanzen und Tiere unterschiedlichste ökologische Nischen, die wertvoll für den Arten- und Biotopschutz sind.

Auf den vom Bergbau hinterlassenen Flächen anschließend wieder funktionierende Ökosysteme herzustellen, ist eine wahre "Herkulesaufgabe". Mit langem Atem und dem Engagement aller Beteiligten können aus zerstörten Fluren langfristig wieder neue, vielfältig nutzbare Landschaften entstehen.