Baum des Jahres: Die Flatterulme

Flatterulme bei Wittenberg

Flatterulme bei Wittenberg

- Eberhard Pfeuffer

Sie wächst vor allem an feuchten Standorten wie Flussauen, denn dort fühlt sie sich besonders wohl: die Flatterulme. Ihren Namen verdankt sie ihren im Vergleich zur Feld- und Bergulme lang gestielten Blüten und Früchten, die im Wind "flattern". Sie ist überflutungstolerant und eignet sich aufgrund ihrer Vorliebe für feuchte Landschaften zur Revitalisierung von Bachauen.

Die Flatterulme kann unter günstigen Bedingungen bis zu 35 Meter hoch werden und als Ausnahme unter den heimischen Bäumen oberirdische "Brettwurzeln" ausbilden, die an die tropischen Urwaldriesen erinnern. Ihre Blätter sind eiförmig, an der Basis asymmetrisch, an den Rändern gezackt und münden, anders als bei der Bergulme, immer nur in eine einzige Spitze.

Im Gegensatz zu den zwei anderen Ulmen ist die Flatterulme weniger anfällig für die sogenannte Ulmenkrankheit, die zum flächendeckenden Absterben ganzer Bestände der Berg- und vor allem Feldulme führt. Die Flatterulme ist deshalb für viele Tiere, die auf Ulmen angewiesen sind, ein Rettungsanker und dann ihr einzig möglicher Nahrungs- und Lebensraum. 

Die Flatterulme ist in Deutschland bedroht, da Flussauen immer häufiger landwirtschaftlichen Flächen weichen müssen, Flüsse begradigt oder Gebiete trockengelegt werden. Bereits heute gehört sie zu den seltenen Baumarten.