Insektensterben

Leider ist sowohl die Gesamtmenge als auch die Artenvielfalt bei den Insekten rückläufig. Beim Insektensterben handelt sich nicht um ein lokales oder regionales Phänomen, sondern um eine bundesweite und klar belegbare Entwicklung.

In Deutschland gibt es 33.300 Insektenarten…das sind circa 70 Prozent aller Tierarten! 42 Prozent der Insektenarten gelten als bestandsgefährdet, extrem selten oder bereits ausgestorben! Bei 45 Prozent der Insektenarten ist der Bestand rückläufig…zum Beispiel bei 96 Prozent der Köcherfliegen, 62,5 Prozent der Tagfalter, 60,2 Prozent der Ameisen, 42,6 Prozent der Großschmetterlinge und 41,8 Prozent der Wildbienen

Gefährdete Insekten

Die Ursachen des Insektenrückgangs sind vielfältig und insgesamt komplex. Zentrale Ursachen liegen in der mengen- und flächenmäßig hohen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und anderen Pestiziden, dem Verlust der Strukturvielfalt mit einer Vielzahl an Blühpflanzen und der Intensivierung in der Agrarlandschaft, der Eutrophierung von Böden und Gewässern aufgrund von Nährstoffeinträgen sowie der Lichtverschmutzung in und um Siedlungen. Viele weitere Einflussfaktoren tragen darüber hinaus zum Verlust oder der Qualitätsverschlechterung von Insektenlebensräumen (unter anderem in Gewässern, Wiesen, Weiden, Äckern, Wäldern und Siedlungen) bei. Deshalb ist auch die Förderung der Wiederherstellung dieser Lebensräume in Qualität und Quantität sowie ihre Vernetzung wichtig.

Auch wenn es noch weiteren Forschungsbedarf zum Insektenrückgang gibt, sind die genannten Ursachen bereits heute wissenschaftlich hinreichend belegt.

Mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz, das bisher umfangreichste und wirksamste Maßnahmenpaket zum Schutz von Insekten und ihrer Vielfalt, hat sich die Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, eine Trendumkehr beim Rückgang der Insekten zu erzielen. Das Aktionsprogramm umfasst Maßnahmen in neun verschiedenen Handlungsbereichen und berücksichtigt alle relevanten Ursachen des Insektensterbens. Besonders groß ist der Handlungsbedarf in der Landwirtschaft und auf den Agrarflächen, aber auch in den Städten auf Grünflächen und an Gebäuden.