Afro-eurasisches Wasservogelübereinkommen

Der in unseren Breiten jährliche stattfindende Vogelzug zwischen den Sommer- und den Winterquartieren ist das klassische Beispiel für wandernde und ziehende Tierarten. Unter den ziehenden Vögeln finden sich zahlreiche Wat- und Wasservögel: zum Beispiel Enten, Gänse, Reiher, Störche, Schnepfen und Regenpfeifer.

Viele der hierunter betroffenen Arten leiden während des Zuges besonders unter Bejagung oder unter dem Rückgang der Feuchtlebensräume. Letztere sind nicht nur als Sommer- und Winterlebensräume für diese Arten überlebensnotwendig, sondern während des Zuges auch als Trittsteinhabitate. Für diese Lebensräume wurde daher bereits 1971 ein Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Wat- und Wasservögel, geschlossen: Die Ramsarkonvention.

Das afro-eurasische Wasservogelübereinkommen (AEWA/African-Eurasian Waterbird Agreement) ist ein internationales Abkommen, das dem Schutz der wandernden Wasservögel dient.

Am 16. Juni 1995 wurde das Abkommen unter dem Schirm der "Bonner Konvention" abgeschlossen. Das Sekretariat wird vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gestellt und befindet sich in Bonn. Das Abkommen umfasst 80 Länder und die EU (Stand: 01. August 2020). Diese Vertragsparteien haben sich im Kontext des AEWA-Abkommens zum Schutz der rund 255 Wasservogelarten des AEWA-Abkommens verpflichtet. Ziel des Abkommens ist es, die Wasservogelarten in einen guten Erhaltungszustand zu bringen und diesen zu sichern. In diesem internationalen Artenschutzabkommen ist der Schutz erstmalig auf Populationen von Wasservogelarten bezogen.

AEWA umfasst drei Anhänge: Anhang 1 beinhaltet das Abkommensgebiet. Die vom Abkommen erfassten 255 Wasservogelarten aus 27 Familien sind im Anhang 2 aufgelistet. In Anhang 3 ("Aktionsplan"), werden die Erhaltungsmaßnahmen aufgeführt. Eine Tabelle zu diesem Anhang spezifiziert die Wasservogelpopulationen und enthält die Gefährdungseinstufungen, an die jeweils unterschiedliche Verpflichtungen anknüpfen. Der Aktionsplan und die Tabelle werden regelmäßig aktualisiert.

Letzter Stand

Die nächste AEWA -Vertragstaatenkonferenz ist für Anfang Oktober 2021 in Ungarn vorgesehen. Die Resolutionsvorschläge und sonstige Konferenzdokumente zu diesem Treffen werden sukzessive im Laufe des Jahres 2021 auf der Webpage des Abkommens eingestellt. Dort sind auch die Beschlüsse und Dokumente zurückliegender Vertragsstaatenkonferenzen einsehbar.