MoU zum Schutz des Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola)

Der Seggenrohrsänger ist der seltenste Zugvogel der europäischen Singvögel und gehört zur Gattung der Rohrsänger. Er ist weltweit vom Aussterben bedroht. Innerhalb des letzten Jahrhunderts ist sein Bestand um rund 95 Prozent zurückgegangen. Aufgrund dessen wurde 2003 in Minsk das "Memorandum of Understanding" für den Seggenrohrsänger abgeschlossen und trat am 30. April desselben Jahres in Kraft. Wichtigster Teil des Abkommens ist der Aktionsplan, welcher die konkreten Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung des Seggenrohrsängers beinhaltet.

Wie jedes Memorandum of Understandig (MoU ) ist auch dieses nicht rechtsverbindlich, sondern eine politische Absichtserklärung. Die Vertragssaaten, sind in der Art der Umsetzung weitestgehend frei.

Sie können folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Sicherung des Schutzes für die Art und ihre Lebensräume
  • Monitoring und Forschung
  • Öffentlichkeitsarbeit

Ein Vertreter des Landes Brandenburg nimmt für Deutschland die Vertretung bei Treffen im Rahmen des Seggenrohrsänger-MoUs wahr, da die letzten Vorkommen dieser Art in Deutschland nur noch im polnisch-brandenburgischen Unteren Odertal festgestellt wurden. 

Die Bundesregierung hat im zurückliegenden Jahrzent im Rahmen eines "E & E Projektes" die Erhaltung der Art an ihrem letzten deutschen Brutplatz, dem Unteren Odertal in Brandenburg gefördert, wenn auch dieses Projekt eher dem Wachtelkönig als dem Seggenrohrsänger geholfen hat. Die Sorge besteht weiterhin, dass diese Art in Deutschland ausstirbt. Weiterhin besteht aber Hoffnung, dass durch die polnische Population Rückbesiedlungen in Brandenburg möglich sind. Das letzte Signatarstaatentreffen fand im Mai 2015 in Litauen statt. 

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