Fünf-Punkte-Programm des Bundesumweltministeriums für Künstliche Intelligenz

Unser Fünf-Punkte-Programm ist ein wichtiger Baustein, um dem Ziel einer nachhaltigen KI-Gestaltung und der Nutzung ihrer Chancen für Klima und Umwelt näher zu kommen. Als Umweltressort investieren wir im Rahmen der KI-Strategie der Bundesregierung in den nächsten Jahren 150 Millionen Euro in die folgenden fünf KI-Maßnahmen für den Umwelt- und Klimaschutz.

Punkt 1: KI für die Energiewende und mehr Klimaschutz

Künstliche Intelligenz (KI) bietet enorme Chancen für mehr Klimaschutz und kann die Energiewende vorantreiben. Wie das ganz konkret gelingt, zeigen KI-Projekte, die etwa Strom aus erneuerbaren Energien bedarfsgerecht in das Energienetz einspeisen oder Verkehrsströme effizienter und damit klimaschonender lenken. Das Potenzial dieser Projektideen zu erkennen und zu heben, ist das Ziel der Förderinitiative "KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen", die wir mit dem neuen Förderschwerpunkt "KI-Innovationen für den Klimaschutz" ambitioniert ausbauen werden. Bereits seit 2020 fördert das Bundesumweltministerium Vorhaben, die mit digitalem Sachverstand, Kreativität und großem Engagement, KI-Anwendungen zu einem echten Chancentreiber für den Klimaschutz machen.

Punkt 2: KI ressourcenschonend gestalten

Künstliche Intelligenz birgt Chancen, aber auch Risiken für den Schutz von Klima, Umwelt und Ressourcen. So steckt hinter jeder KI-Anwendung eine physische Infrastruktur aus Hardware, Rechenzentren und Datenübertragungsnetzen, die der KI einen ökologischen Fußabdruck verleiht. Es gilt daher, die negativen Auswirkungen eines hohen Energie- und Ressourcenbedarfs durch KI im Blick zu behalten und durch gezielte Förderung zu minimieren. In der Förderinitiative "KI-Leuchttürme" setzen wir deshalb auch den neuen Förderschwerpunkt "Ressourceneffiziente KI" zum klima- und umweltschonenden Einsatz von KI. Hierzu gehören etwa Projekte, die weniger rechenintensive KI-Verfahren gestalten oder mittels KI den hohen Energiebedarf von Rechenzentren reduzieren. Sie zeigen, dass eine energieeffiziente und ressourcenschonende Digitalisierung möglich ist

Punkt 3: KI für mehr Ressourceneffizienz im Mittelstand

Künstliche Intelligenz kann gerade kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) dabei unterstützen, ihre Ressourceneffizienz zu steigern und Kosten zu sparen. Das nachhaltige KI-Lösungen das Potenzial haben, Ökonomie und Ökologie zusammenführen, ist vielen Unternehmen jedoch nicht bewusst. Das Green-AI Hub Mittelstand des Bundesumweltministeriums zielt darauf ab, KMU die Vorteile von Ressourceneffizienz näherzubringen. Hierzu soll die Erforschung, Entwicklung und Erprobung ressourcenschonender KI-Technologien vorangetrieben werden. Vor allem der Transfer in die betriebliche Anwendung steht dabei im Mittelpunkt, mobile Test- und Demonstrationszentren bringen KI-Verfahren direkt in die KMU. Unternehmen können so nachhaltige KI-Lösungen in realer Umgebung testen und die Ressourceneffizienz ihrer Produktion erhöhen.

Punkt 4: KI für alle – gemeinwohlorientiert und umweltgerecht

Ob in Vereinen, Initiativen, Verbänden oder als einzelne Bürger*innen – überall engagieren sich Menschen für die Umwelt. Durch den Einsatz von KI können neue Ideen und Aktivitäten ermöglicht und leichter umgesetzt werden. Ihre vielfältigen Perspektiven können wiederum dazu beitragen, dass KI-Systeme sich stärker an den Bedürfnissen von Mensch und Natur orientieren. Um den Dialog mit KI-Entwickler*innen zu fördern, Umweltaktive und andere Interessierte mit KI-Know-how auszustatten und sie bei eigenen KI-Projekten zu unterstützen, baut das BMU im Rahmen von Civic Coding - Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl die Plattform für Soziale Innovation und KI-Ideenwerkstätten (Civic Tech Labs for Green) für den Umweltschutz auf. Während die Plattform einen Raum für Austausch und Vernetzung anbietet, sind die KI-Ideenwerkstätten Orte der Anwendung, des Lernens, der Begegnungen und der Experimente mit Daten und KI.

Punkt 5: KI für das öffentliche Umweltverständnis

Künstliche Intelligenz unterstützt uns dabei, mehr und bessere Daten zur Umweltbeobachtung zusammenzuführen und auszuwerten. Mit diesen Daten können wir den Einfluss des Menschen auf Natur und Umwelt besser verstehen. Wir schaffen damit gleichzeitig die Grundlage für ein zielgerichtetes umweltpolitisches Handeln. Mittels KI und Big-Data-Analyse gewinnen wir noch genauere Einblicke in unser planetares Erdsystem. Das Anwendungslabor KI und Big Data stellt künftig verschiedenen Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft dieses evidenzbasierte Wissen sowie konkrete Anwendungen (zum Beispiel Smartphone Apps) zur Verfügung. Egal ob Startups oder öffentliche Verwaltungen – die gesammelten Daten können als Open Data auf einem zentralen Portal von allen genutzt werden.