Vorteile elektrischer Antriebe – Erkenntnisse auf einen Blick

Lokal emissionsfrei

Die weltweite PKW-Flotte wird im Jahr 2035 voraussichtlich die Anzahl von zwei Milliarden Autos erreichen. Ohne emissionsarme Antriebe würde der CO2-Ausstoß des Straßenverkehrs dadurch um mehr als die Hälfte ansteigen. An über 80 Prozent der Tage eines Jahres fährt der durchschnittliche Deutsche weniger als 40 Kilometer weit und könnte somit für die Mehrzahl der Wege auch heute schon ein Elektrofahrzeug nutzen. Ein Durchschnittsauto wird nur eine Stunde am Tag bewegt, die übrige Zeit steht es ungenutzt herum.

Emissionsarm unterwegs

Aus jedem Liter Benzin entstehen bei der Verbrennung etwa zweieinhalb Kilogramm Kohlendioxid, das in die Atmosphäre entweicht. Hinzu kommen weitere Luftschadstoffe, wie Feinstaub und Stickoxide. Reine Elektrofahrzeuge stoßen während der Fahrt keinerlei Schadstoffe oder Treibhausgase aus. Besonders vorteilhaft ist dies in dicht besiedelten Stadträumen, die unter hoher Luftbelastung leiden.

Werden die Emissionen aus der Stromerzeugung mit betrachtet, (well-to-wheel) fällt der CO2-Ausstoß insgesamt immer noch geringer aus als bei den meisten herkömmlichen Autos. 2014 betrugen die well-to-wheel Emissionen bei Benzinern und Dieseln im Schnitt 170 Gramm CO2 pro Kilometer. Selbst beim heutigen deutschen Strommix bleibt ein übliches Elektroauto dagegen weit darunter. Werden für die Stromerzeugung ausschließlich erneuerbare Energien genutzt, sinken die Emissionen auf rund fünf Gramm CO2 je Kilometer.

Effizient unterwegs

Der energetische Wirkungsgrad von Elektromotoren beträgt mehr als 80 Prozent. Konventionelle Otto- und Dieselmotoren erreichen nur ein Drittel dessen. Eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen benötigen nur 0,3 Prozent des derzeitigen deutschen Strombedarfs. Eine vollständig elektrifizierte deutsche Pkw-Flotte hätte einen Strombedarf von weniger als einem Sechstel der aktuellen Bruttostromerzeugung in Deutschland. Die 2015 erzeugte Menge an erneuerbarem Strom ist doppelt so hoch wie der Bedarf einer komplett elektrischen Fahrzeugflotte. Und die Stromerzeugung aus Erneuerbaren nimmt rasch zu. In den vergangenen fünf Jahren wurde mehr zugebaut als eine komplette E-Flotte verbrauchen würde.

Ein Elektrofahrzeug der Kompaktklasse braucht etwa zwölf bis 13 Kilowattstunden Strom auf 100 Kilometern. Bei einem für Privatverbraucher üblichen Tarif von 28 Cent je Kilowattstunde und unter der Annahme, dass der reale Verbrauch etwas über den Herstellerangaben liegt, belaufen sich die Energiekosten auf weniger als fünf Euro pro 100 Kilometer.

Sehr geringe Lärmbelastung

Elektromotoren arbeiten deutlich geräuschärmer als ihre konventionellen Pendants und sorgen so für mehr Lebensqualität von Anwohnern, besonders in Bereichen geringer Geschwindigkeit, wo die Motorgeräusche sonst dominieren.

Unabhängigkeit vom Erdöl

Der Verkehrssektor absorbierte 2014 65 Prozent des gesamten EU-Ölverbrauchs. Dabei entfallen allein auf den Straßenverkehr 54 Prozent. Die Abhängigkeit vom Erdöl in den EU-28-Staaten stieg von 2011 bis 2014 um drei Prozent auf 88 Prozent. Preisschwankungen und zum Teil instabile Importbeziehungen sorgen regelmäßig für hohe Benzinpreise und wirtschaftliche Verwerfungen. Antriebe auf elektrischer Basis vermindern diesen Effekt, denn ein Großteil des in Deutschland genutzten Stroms wird auch in Deutschland erzeugt. In der Bilanz exportiert Deutschland sogar Strom.

Wettbewerbsfähigkeit

Im Rennen um das Auto von morgen startet die deutsche Automobilindustrie auf einer guten Basis. Jedoch setzen besonders die ostasiatischen Konkurrenten, aber auch neue Player aus den USA zum Überholen an. Zur Erhaltung und Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit ist der Ausbau der Produktpalette hin zu sparsamen und alternativ angetriebenen Fahrzeugen von herausragender Bedeutung für den Produktions- und Forschungsstandort Deutschland. Dies trägt auch zum Erhalt und Ausbau zukunftsfähiger Arbeitsplätze bei. Denn "ältere" Technologien können leichter kopiert werden und ihre Produktion wird wegen ihres geringen Technologieanteils häufig in Niedriglohnländer verlagert.

Positives Image

Fahrzeughersteller profitieren vom guten Image der Elektro- und Hybridfahrzeuge und können so zugleich ihre Flottenwerte für den CO2-Ausstoß senken, um die von der EU gesetzten Ziele zu erfüllen. Auch für Firmenkunden wie Taxiunternehmen, Lieferdienste oder Mietwagenanbieter sind alternative Antriebe ein Imageträger.

Nutzung als Netzpuffer

Das Stromnetz ist ein sensibles System, welches zur Aufrechterhaltung einer konstanten Spannung stetig austariert werden muss. Hierfür sorgen derzeit vor allem konventionelle Kraftwerke, die in Teillast betrieben werden oder schnell hochfahren können. Energetisch ist dies wenig effizient. Zudem stößt dieses Prinzip durch den zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien an seine Grenzen. Die Batterien einer großen Zahl von Elektroautos könnten als Netzpuffer künftig einen Teil dieser Ausgleichsfunktion übernehmen.

Intelligentes laden

Das Laden und/oder Puffern von Energie kann mittels intelligenter Zähler so ausgestaltet werden, dass eine Stromentnahme aus dem Netz vor allem dann stattfindet, wenn die sonstige Nachfrage gering ist und niedrigere Tarife möglich sind. In der Regel ist dies nachts der Fall, wenn die meisten Fahrzeuge ohnehin still stehen.

Treiber der Erneuerbaren Energien

Im heutigen Stromnetz gibt es nur wenige Stromspeicheroptionen. Dies führt dazu, dass bei hoher Einspeisung erneuerbarer Energien zum Teil abgeregelt werden muss, weil Nachfrage fehlt. Elektrofahrzeuge könnten als Stromspeicher Lastspitzen künftig auffangen.