Ziele und Forderungen der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft

Entsorgung von FCKW-haltigen Kühlgeräten in Deutschland

Das Ziel Deutschlands bei der Entsorgung von Kühlgeräten, die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) enthalten, ist der Schutz der Erdatmosphäre. Daher gilt es alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um FCKW-Emissionen bei der Entsorgung von Kühlgeräten zu verhindern. Die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft vom 24. Juli 2002 fordert deshalb FCKW aus dem Kältekreislauf direkt (Stufe I) und in der Anlage freigesetzte FCKW durch Abluftreinigungsmaßnahmen zu erfassen (Stufe II) sowie schließlich im Isoliermaterial verbliebene FCKW durch thermische Behandlung zu zerstören. Durch die Anforderungen der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft 2002) wird eine umweltgerechte emissionsarme Behandlung von FCKW-haltigen Altgeräten gefordert, die im Ergebnis zu einer nahezu vollständigen Erfassung der tatsächlich vorhandenen FCKW führt.

FCKW sind sehr reaktionsträge, unbrennbar, geruchlos, durchsichtig und weisen keine oder nur eine sehr geringe Toxizität auf. Aufgrund dieser Eigenschaften wurden sie bis Mitte der Neunziger Jahre in großem Maßstab unter anderem als Kältemittel oder Treibmittel bei der Schaumherstellung eingesetzt. Ihre Reaktionsträgheit führt zu einer hohen Verweildauer in der Atmosphäre. Daher gelangen sie in die Stratosphäre. Dort werden aus dem FCKW-Molekül unter Einwirkung von UV-Strahlen Chlor- beziehungsweise Fluor-Radikale abgespaltet. Vor allem die Chlor-Radikale bauen das Ozon der lebenserhaltenden Ozonschicht ab. Dabei wirken sie wie ein Katalysator, da die Radikale am Ende der Reaktion wieder entstehen. Aus diesem Grund weisen FCKW ein großes Potential auf, stratosphärisches Ozon abzubauen. Wegen dieser Ozonschicht zerstörenden Wirkung ist die Verwendung von FCKW in der Bundesrepublik Deutschland bei neuen Produkten seit 1995 verboten. Außerdem besitzen die FCKW ein sehr hohes Treibhauspotenzial und tragen damit in großem Umfang zum Treibhauseffekt bei. Es ist daher erforderlich die Emission von noch in Geräten vorhandenen FCKW zu vermeiden. Die Behandlung FCKW-haltiger Kühlgeräte erfolgt in Deutschland daher in zwei Stufen:

  • Stufe I: Entleerung des Kühlmittelkreislaufs (Trockenlegung)
  • Stufe II: Rückgewinnung von FCKW aus Isoliermaterial

Forderungen der TA Luft

Die baulichen und betrieblichen Anforderungen dieser Abfallbehandlungsanlagen werden durch die TA Luft Nummer 5.4.8.10.3 / 5.4.8.11.3 geregelt. In dieser Regelung wird gefordert, die Anlagen so zu betreiben, dass Emissionen von FCKW weitgehend vermieden oder so weit wie möglich vermindert werden.

In Stufe I wird vorgeschrieben, dass die Kältemittel und Kältemaschinenöl aus dem Kühlkreislauf weitgehend verlustfrei und vollständig dem geschlossenen System entnommen und rückgewonnen werden.

Die Summe der gesammelten FCKW-Kältemittel-Menge darf 90 Gewichtsprozent der Summe der FCKW-Kältemittel-Mengen gemäß den Angaben auf den Typenschildern der Geräte oder Einrichtungen nicht unterschreiten. Die gesammelten Kältemittel sind anschließend einer ordnungsgemäßen Entsorgung zuzuführen. Die FCKW aus dem Kältemaschinenöl sind ebenfalls weitgehend vollständig zu entfernen. In Stufe II wird gefordert, dass das trockengelegte Kühlgerät in einer gekapselten Anlage, deren Zugänge durch Schleusensysteme gegen FCKW-Verluste gesichert sind, behandelt wird. Hier ist das Isoliermaterial soweit wie technisch möglich von den wieder ausgetragenen Fraktionen (zum Beispiel Metalle, Kunststoffe) abzutrennen und zu zerkleinern. Die dabei freiwerdenden FCKW müssen erfasst und einer Abgasreinigungseinrichtung zugeführt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Dichtigkeit der Anlage gewährleistet ist. Dies soll durch geeignete Maßnahmen geprüft und sichergestellt werden. Das Rauchkerzenverfahren ist in der TA Luft beispielhaft genannt; daneben ist jedes andere geeignete Verfahren zulässig. In der Praxis kommen unter anderem kontinuierliche Abluftmessungen, Sauerstoffsensor, Druckprüfung oder spezielle Sprays, die bei Undichtigkeit Blasen schlagen, zum Einsatz.

Anschließend können die Isoliermaterialien, wenn sie einen sehr geringen FCKW-Gehalt aufweisen, stofflich verwertet werden. Andernfalls sind die Isoliermaterialfraktionen der thermischen Abfallbehandlung oder anderen Anlagen mit gleichwertiger Zerstörungseffizienz der FCKW zuzuführen.

Die TA Luft verlangt eine kontinuierliche Überwachung der Massenkonzentration der FCKW im Abgas der Anlage, auf deren Grundlage die Wirksamkeit der Abgasreinigungseinrichtung und die Einhaltung der Emissionsbegrenzung nachzuweisen ist.

Damit keine FCKW auf anderem Wege emittiert werden, muss vor allem in Stufe II die Dichtigkeit der Anlagen gewährleistet sein. Die Dichtigkeit und die Dokumentation der Eigenkontrolle soll einmal jährlich durch ein von der zuständigen Landesbehörde zugelassenes Messinstitut geprüft werden. Die Bund/Länderarbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz hat im März 2009 eine Vollzugshilfe zur Entsorgung von Kühlgeräten oder -einrichtungen gemäß Ziffer 5.4.8.10.3 / 5.4.8.11.3 TA Luft erarbeitet, um einen effektiven Vollzug des Kühlgeräte-Recyclings zu gewährleisten.

Wie wurden Kühlgeräte vor in Kraft treten der TA Luft recycelt?

Vor in Kraft treten der TA Luft wurden Kühlgeräte in Deutschland nach den Anforderungen des UBA-Leitfadens recycelt. Dieser forderte, dass 90 Prozent der in den Geräten enthaltenen FCKW zurück gewonnen werden sollen. Damit basierte die Beurteilung auf einer zwar nachvollziehbaren Stoffstrombilanz, die jedoch die Kenntnis der Gesamtmenge an FCKW, die in dem Verfahren zurück gewonnen werden sollen, voraussetzt. Es ist aber weder die Gesamtmenge der FCKW haltigen Kühlgeräte bekannt, noch aufgrund der sehr großen Typenvielfalt die Gesamtmenge der darin enthaltenen FCKW. Daher ist eine Beurteilung des Kühlgeräterecyclings auf dieser Grundlage mit großen Unsicherheiten belastet.

Durch eine nach der TA Luft durchgeführte Entsorgung von Kühlgeräten werden die darin vorhandenen FCKW nahezu vollständig erfasst und das Ziel die FCKW-Emissionen weitgehend zu vermeiden effektiv erreicht. Damit steht Deutschland im europaweiten Vergleich bei den Anforderungen an das Kühlgeräterecycling weit vorn und erfüllt die Anforderungen der EG-Verordnung über Stoffe, die zum Abbau der Ozonschicht führen und die der Richtlinie über Elektro- und Elektronikaltgeräte.

Auch bei Kühlgeräten, die keine FCKW enthalten, ist eine Entsorgung in Anlagen die die Anforderungen der TA Luft erfüllen, erforderlich.

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