Die Ergebnisse im Überblick

Die Weltklimakonferenz in Katowice: was bleibt?

In zwei Bereichen hat die Klimakonferenz in Katowice große Fortschritte gebracht: Erstens hat die Staatengemeinschaft ein Regelbuch verabschiedet, das die Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens ermöglicht. Zweitens gab sie das politische Signal, dass die Staaten bei den bisherigen Klimaschutzzusagen nicht stehen bleiben werden: Auf Basis der Erkenntnisse des Weltklimarats wollen sie ihre nationalen Klimaschutzmaßnahmen künftig – wie in Paris vereinbart – weiter verbessern.

Das Regelbuch für das Pariser Abkommen

Nach drei Jahren Verhandlungen hat sich die Staatengemeinschaft auf der 24. Weltklimakonferenz auf ein über 100 Seiten starkes Regelbuch verständigt. Dieses Regelbuch besteht aus zahlreichen Einzelregelungen. Alle Regeln zusammen sollen sicherstellen, dass die Pariser Klimaziele von allen Staaten eingehalten und ohne Schlupflöcher umgesetzt werden. Es setzt erstmals für alle Staaten verbindliche Transparenzstandards. Bisher gab es diese nur für Industrieländer, die mittlerweile für weniger als die Hälfte der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind.

Das Regelbuch gibt Antworten unter anderem auf die folgenden Fragen:

FAQ COP24-Ergebnis: Regelbuch zum Abkommen

Das Bekenntnis: wir müssen mehr tun

Schon während der Konferenz in Paris 2015 war bekannt: Die bislang von den Staaten eingereichten nationalen Klimaschutzbeiträge reichen nicht aus, um die Ziele des Abkommens zu erreichen. Mit den aktuellen NDCs steuert die Weltgemeinschaft auf eine Erwärmung von über 3 Grad Celsius zu – eine Entwicklung, die unvereinbar ist mit dem Pariser Klimaabkommen und jeder Hoffnung auf nachhaltige Entwicklung und eine friedliche und wohlhabende Welt. Die Staaten haben deshalb im Abkommen zugesagt, alle fünf Jahre ihre Ziele höher zu stecken.

Bundesumweltministerin Schulze hat sich bei der Konferenz in Katowice gemeinsam mit VertreterInnen vieler anderer Staaten und der EU unter anderem dafür ausgesprochen, bis 2020 ehrgeizigere Klimaschutzpläne vorzulegen. Die sogenannte "High Ambition Coalition" (Koalition der Ehrgeizigen) kam damit einer zentralen Forderung der von der Erderwärmung bedrohten Länder und Klimaschutz-Organisationen entgegen. Die Unterzeichner erklärten ihre Absicht, ihre nationalen Zusagen nach zu schärfen und im Kampf gegen die Erderwärmung kurzfristig nachzulegen. Sie betonten die Aussage eines kürzlich veröffentlichten Berichts des UN-Weltklimarats IPCC, dass es möglich und absolut notwendig ist, mit schnell umgesetzten Maßnahmen die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

In Paris hatte die Staatengemeinschaft 2015 festgelegt, dass alle Staaten spätestens 2020 überprüfte und möglichst verbesserte nationale Klimaschutzbeiträge (NDCs) vorlegen werden. Danach sollen alle fünf Jahre neue Beiträge vorgelegt werden, die jeweils besser sein müssen als die bisherigen. In den UN-Verhandlungen wird dies "Ambitionssteigerungsmechanismus" genannt. Dieser fußt auf einer "globalen Bestandsaufnahme" der Klimaschutzmaßnahmen. Zusätzlich sind alle Länder aufgefordert, ihre Langfriststrategien bis 2020 vorzulegen. Die Langfriststrategien gelten als ein wichtiges Vehikel zur Ambitionssteigerung, um einen langfristigen Beitrag für die Umsetzung des Abkommens von Paris zu leisten. Deutschland hat mit dem Klimaschutzplan 2050 seine Klimalangfriststrategie bereits Ende 2016 vorgelegt.

FAQ COP24-Ergebnis: Klimaschutz-Bekenntnis

Wie geht es weiter? Die nächsten Meilensteine im Klimaprozess

Die Konferenz in Katowice hat die letzten großen Stolpersteine auf dem Weg zu einer erfolgreichen Umsetzung des Pariser Klimaabkommens aus dem Weg geräumt. Die größten politischen Fragen sind geklärt. Nichtsdestotrotz gibt es weiter genug Themen, die dringend gelöst werden müssen. Dazu gehört vor allem die Frage nach dem Ambitionsniveau der nationalen Klimaschutzbeiträge und damit dem weltweiten Ambitionsniveau. Um dies und weiteres zu klären, sind die nächsten Meilensteine im internationalen Klimaschutz:

  • Im Mai 2019 wird der Peterberger Klimadialog einen Ausblick auf die nächste UN-Klimakonferenz geben, die voraussichtlich im Januar 2020 in Chile stattfindet. Außerdem wird die nationale Umsetzung thematisiert.
  • Ebenfalls im Mai 2019 lädt das Bundesumweltministerium zusammen mit Baden-Württemberg und der Stadt Heidelberg zur "International Conference on Climate Action" ein; 
  • Im Herbst 2019 diskutiert die Staatengemeinschaft auf Einladung des UN Generalsekretär Guterres, wie im Klimaschutz noch mehr erreicht werden kann.
  • Voraussichtlich im Januar 2020 findet die nächste Weltklimakonferenz in Chile statt; die Weltklimakonferenzen sind weiter jährlich geplant.
  • Bis 2020 sind die Staaten, die es noch nicht getan haben, aufgefordert, ihre Langfriststrategien vorzulegen.
  • Bis 2020 sollen erneut Klimaschutzbeiträge (NDCs) aller Staaten vorgelegt werden (wobei Länder mit Zielen bis 2025 neue NDCs vorlegen sollen und Länder mit Zielen bis 2030 ihre NDCs erneut einreichen oder aktualisieren sollen).
  • Bis 2020 sollen weitere Details zu den Berichten über den Treibhausgasausstoß und den Fortschritt bei der Umsetzung der NDCs bei den Verhandlungen erarbeitet werden.
  • Im Jahr 2023 findet dann eine erste globale Bestandsaufnahme statt, das "Global Stocktake", bei der die Staaten untersuchen, ob sie auf dem richtigen Pfad sind, um die Langfristziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.
  • Ab dem Jahr 2024 gelten die gleichen Berichtspflichten für alle Staaten
  • Im Jahr 2025 werden alle Staaten neue NDCs vorlegen. Das Pariser Klimaabkommen gibt vor, dass diese neuen NDCs anspruchsvoller sein müssen als die vorherigen.