Globaler Kohlenstoffmarkt

Kohlenstoffmärkte ermöglichen es, die Umsetzung von Klimaschutz möglichst effizient zu gestalten. Marktbasierte Klimaschutzinstrumente setzen Anreize, damit Treibhausgasemissionen zuerst dort reduziert werden, wo es am kostengünstigsten ist. Daher betrachtet die deutsche Bundesregierung die Nutzung marktbasierter Instrumente als einen bedeutenden Ansatz bei der Bekämpfung des Klimawandels.

Das Übereinkommen von Paris (Paris Agreement – PA) markiert einen Meilenstein bei der Fortentwicklung internationaler marktbasierter Klimaschutzmechanismen. Zugleich haben in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Ländern eigenständig preisbasierte Klimaschutzinstrumente wie Emissionshandelssysteme oder Treibhausgassteuern eingeführt. Zu dem ersten und bisher größten Handelssystem für Treibhausgasemissionsrechte, dem Europäischen Emissionshandelssystem, sind mittlerweile zahlreiche weitere hinzugekommen. So haben Neuseeland, die Schweiz, Kasachstan und Südkorea ebenfalls Emissionshandelssysteme auf nationaler Ebene eingeführt. In China wurden bereits 2013 insgesamt acht Pilotsysteme in wichtigen Industriezentren initiiert, die schrittweise in ein einheitliches nationales Emissionshandelssystem überführt werden sollen.

Ein Preis für Treibhausgasemissionen

Auch CO2-Steuern werden bereits von zahlreichen Ländern genutzt, um Treibhausgasemissionen mit einem Preis zu belegen. Es gibt sie in einer Reihe von EU-Ländern, der Schweiz, der Ukraine, Japan, Chile, Mexiko, Argentinien und Kolumbien. Südafrikas Treibhausgassteuer ist seit Juni 2019 in Kraft. In Kanada müssen seit Januar 2019 alle Provinzen und Territorien über ein Instrument zur Bepreisung von Treibhausgasen verfügen, das einen nationalen Mindeststandard erfüllt. In den letzten Jahren wurde so ein immer größerer Teil der globalen Treibhausgasemissionen von einem CO2-­Preis erfasst; laut Berechnungen der Weltbank werden es im Jahr 2019 rund 20 Prozent der globalen Emissionen sein. Zahlreiche weitere Länder erwägen ebenfalls die Einführung solcher Instrumente. Einen Überblick über den derzeitigen Stand bei der Umsetzung von preisbasierten Klimaschutzinstrumenten gibt die Weltbank auf ihrer Internetseite.

Mit dem neuen internationalen Klimaschutzübereinkommen, das Ende 2015 in Paris verabschiedet worden ist und ab 2020 zur Anwendung kommen soll, wurde eine Grundlage für den internationalen Austausch von Minderungsleistungen geschaffen. Artikel sechs des Pariser Abkommens sieht hierfür neben der Einrichtung eines neuen internationalen Marktmechanismus auch Möglichkeiten zur Nutzung bilateraler Mechanismen vor. Diese zukünftigen Mechanismen können auf den Erfahrungen aufbauen, die mit den unter dem Kyoto-Protokoll eingerichteten Mechanismen Joint Implementation (JI) und Clean Development Mechanism (CDM) bereits gesammelt wurden.