Der NanoDialog

Im Rahmen des Nano-Aktionsplans der Bundesregierung ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) seit dem Jahr 2006 federführend für den NanoDialog. Ziel dieses langfristig angelegten, stetigen Austauschs mit den verschiedenen Interessengruppen war und ist es, die wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen im Bereich der Nanotechnologien gesellschaftspolitisch zu begleiten. 

2006 – 2011: Die NanoKommission

Der NanoDialog begann mit der Arbeit der NanoKommission als zentrale, nationale Dialogplattform. Sie bestand aus etwa 20 Mitgliedern verschiedener gesellschaftlicher Interessengruppen. Ihre Aufgabe war es, den Austausch gesellschaftlicher Interessengruppen zu Chancen und Risiken von Nanotechnologien zu unterstützen und damit einen Beitrag für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgang mit Nanomaterialien zu leisten. Um die inhaltlichen Fragen vertieft zu diskutieren, wurden Arbeitsgruppen gebildet, in denen mehr als 200 Expertinnen und Experten ehrenamtlich arbeiteten. Die beiden Dialog-Phasen (2006 bis 2008 und 2009 bis 2011) endeten jeweils mit einem Abschlussbericht und Empfehlungen an die Bundesregierung.

2011 – 2022: Die FachDialoge

Am Ende der zweiten Dialophase entschieden die Beteiligten des NanoDialogs, dass die Fra-gestellungen besser in themenbezogenen Veranstaltungen zu diskutieren seien. Deshalb wurde das Format auf zweitägige Fachdialoge umgestellt. Neben kontinuierlich beteiligten Stakeholdern werden auch unterschiedliche Fachexperten eingeladen. In jedem FachDialog sind circa 25 bis 30 Personen vertreten.

2011 - 2012

Ab Mitte 2011, in seiner dritten Phase, fand der NanoDialog in Form zweitägiger FachDialoge statt. In den ersten beiden Veranstaltungen wurden zwei zentrale Themen der NanoKommission aufgegriffen und weiter diskutiert: "Instrumente zur Bewertung und zum Risikomanagement von Nanomaterialien und Nanoprodukten" sowie "Rückverfolgbarkeit von Nanomaterialien". Der dritte FachDialog diskutierte Fragestellungen im Bereich der "Nachhaltigkeit von Nanotechnologien - green nano". In der letzten Veranstaltung wurden die Ergebnisse aus allen Dialogen zusammenfassend ausgewertet, die Potenziale der Forschung als Standortfaktor im internationalen Kontext vorgestellt und Konsequenzen gezogen.

2013 - 2015

Die FachDialoge der vierten Phase widmeten sich verstärkt einzelnen Anwendungsfeldern der Nanotechnologien: So griff der erste von vier FachDialogen das Thema "Nanomedizin" auf. Im zweiten Dialog ging es um die "Aquatische Umwelt und Nanotechnologien". Der dritte FachDialog griff das bis dahin wenig bearbeitete Thema "Nanomaterialien und Abfall" auf. Die vierte Dialogphase endete mit dem FachDialog zu "Nanomaterialien im Lebensmittelbereich".

2016 - 2019

Eröffnet von der Parlamentarischen Staatsekretärin startete die fünfte Dialogphase im Juni 2016 mit einer Konferenz. Sie blickte auf zehn erfolgreiche Jahre zurück und würdigte die Arbeit der bis dahin mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des NanoDialogs. Im Rahmen dieser Konferenz wurden die Ergebnisse der vorangegangenen FachDialoge vorgestellt, reflektiert und diskutiert. 

Der erste FachDialog der fünften Phase diskutierte im November 2016 die "Chancen und Risiken der Anwendung von Nanotechnologien im Baubereich“ unter anderem unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit. Im Rahmen des zweiten FachDialoges "Chancen und Risiken der Anwendung von Nanotechnologien im Automobilsektor" wurde anhand zahlreicher Anwendungsbeispiele ein Überblick über aktuelle und zukünftige Anwendungen von Nanomateria-lien im Automobil gegeben und diskutiert. Der dritte FachDialog im Jahr 2018 gab Gelegen-heit, das weltweit einzigartige Langzeitforschungsprojekt „Nano-in-Vivo“ fachlich zu diskutieren und über mögliche regulatorische Konsequenzen nachzudenken. 

Der FachDialog "Chancen und Risiken von neuartigen Materialien" beendete die fünfte Phase des NanoDialogs. Er trug der Tatsache Rechnung, dass nanokleine Strukturen in der Größenordnung bis 1000 Mikrometer Bausteine in sehr verschiedenen neuartigen Materialien sein können und bot den Raum, auch diese Entwicklungen und ihre Herausforderungen (zum Beispiel für die Kreislaufwirtschaft) zu diskutieren

2019 – 2022

Der NanoDialog der Bundesregierung wird fortgeführt. Der europaweit einmalige Austausch der gesellschaftlichen Gruppen lebt von der persönlichen Begegnung. Infolge der Covid19-Pandemie fand daher im Jahr 2020 kein FachDialog statt. Die Veranstaltungen werden wieder aufgenommen, sobald es die Pandemie-Lage zulässt.