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Chemikaliensicherheit

REACH

REACHRegistration, Evaluation, Authorisation of CHemicals steht für die EG-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien. Im Kern geht es darum, die bestehenden Wissenslücken zu schließen, um einen verantwortlichen Umgang mit Chemikalien zu ermöglichen.

REACH

  • verpflichtet Hersteller oder Importeure zur Ermittlung der gefährlichen Eigenschaften (wie zum Beispiel giftig, krebserregend, umweltgefährlich) von Stoffen (Chemikalien und Naturstoffe) und zur Bewertung der Wirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt
  • erfasst auch die Verwendung der Stoffe als Bestandteil von Produkten
  • führt ein Zulassungsverfahren für besonders gefährliche Stoffe ein
  • kann bestimmte gefährliche Stoffe verbieten oder beschränken
  • verpflichtet Hersteller oder Importeure zur Information sowohl über gefährliche Eigenschaften als auch über sichere Verwendungen der Stoffe
  • verpflichtet gewerbliche Verwender eine eigene Sicherheitsanalyse durchzuführen, wenn der Verwender von den Empfehlungen des Herstellers oder Importeurs abweicht
  • errichtet auf diese Weise ein dichtes Sicherheitsnetz bis auf die Ebene der Produkte
  • wird seine Wirkungen über einen längeren Zeitraum entfalten. Schätzungsweise 30.000 Stoffe müssen über einen Zeitraum von elf Jahren mit Daten registriert werden. Zuerst sind diejenigen Stoffe an der Reihe, die in großen Mengen hergestellt werden oder bereits heute als besonderes gefährlich bekannt sind.

REACH bringt den Umwelt- und Gesundheitsschutz in Europa einen großen Schritt voran. Das neu gewonnene Wissen über chemische Stoffe, insbesondere über ihre langfristigen Wirkungen, wie krebserzeugende oder fortpflanzungsgefährdende Eigenschaften, und ein darauf aufbauendes Risikomanagement werden künftig ein höheres Schutzniveau für Mensch und Umwelt gewährleisten.

Verantwortliche Behörden

Europäische Chemikalienagentur

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) ist die zentrale Schaltstelle von REACH. Sie besteht aus mehreren Ausschüssen und einem Sekretariat, das die Ausschüsse administrativ sowie in wissenschaftlicher und technischer Hinsicht unterstützt. Sie nimmt die Registrierungsunterlagen der Hersteller und Importeure entgegen und prüft die eingereichten Unterlagen.

Die Europäische Chemikalienagentur

  • erarbeitet zusammen mit den Behörden der Mitgliedstaaten Stellungnahmen zu den von den Stoffen ausgehenden Risiken sowie zu den sozioökonomischen Folgen anvisierter Maßnahmen zur Risikobegrenzung (Verbote, Beschränkungen, Zulassungen),
  • bildet für den Vollzug und die Überwachung der Chemikaliensicherheit ein Netzwerk mit den Behörden der Mitgliedstaaten,
  • unterhält eine zentrale Stoffdatenbank und erstellt Leitfäden zur Unterstützung der Unternehmen,
  • entscheidet bei Zustimmung aller Mitgliedstaaten über die toxikologischen und ökotoxikologischen Untersuchungen, die zur Abklärung möglicher gefährlicher Stoffeigenschaften durchzuführen sind,
  • verfügt ansonsten jedoch nur über sehr begrenzte eigene Entscheidungsbefugnisse.

Weitere Informationen


Europäische Kommission

Die Europäische Kommission entscheidet über Verbote oder Beschränkungen bestimmter gefährlicher Stoffe und erteilt Zulassungen für bestimmte Verwendungen besonders gefährlicher Stoffe.

Die Europäische Kommission

  • prüft die Stellungnahmen der Europäische Chemikalienagentur und erarbeitet auf deren Grundlage Maßnahmenvorschläge,
  • verpflichtet Hersteller und Importeure zur Durchführung bestimmter toxikologischer und ökotoxikologischer Untersuchungen,
  • entscheidet in Fällen, die zwischen den Mitgliedstaaten streitig sind, über die toxikologischen und ökotoxikologischen Untersuchungen, die zur Abklärung möglicher gefährlicher Stoffeigenschaften durchzuführen sind,
  • benötigt für alle oben genannten Maßnahmen die Zustimmung der Mehrheit der Mitgliedstaaten.

Weitere Informationen


Bundesstelle für Chemikalien

Die Bundesstelle für Chemikalien ist bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) angesiedelt und berät die Hersteller, Importeure und gewerblichen Verwender chemischer Stoffe über ihre Pflichten nach der REACH-Verordnung (REACH-Helpdesk).

Die Bundesstelle für Chemikalien

  • ist das Bindeglied zwischen der Europäischen Chemikalienagentur und den nationalen Bewertungsstellen,
  • informiert die Bevölkerung über Risiken beim Umgang mit gefährlichen Stoffen,
  • unterstützt die deutschen Mitglieder der Ausschüsse der Europäischen Chemikalienagentur.

Weitere Informationen


Bewertungsstellen

Die Bewertungsstellen sind im Umweltbundesamt (Umweltrisiken), im Bundesinstitut für Risikobewertung (allgemeine Gesundheitsrisiken und Verbraucherschutz) sowie in der BAuA (Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten) angesiedelt und unterstützen die Bundesstelle für Chemikalien.

Die Bewertungsstellen

  • prüfen die von den Stoffen ausgehenden Risken und schlagen Maßnahmen zur Risikoverminderung vor,
  • erarbeiten Empfehlungen zu toxikologischen und ökotoxikologischen Untersuchungen, die zur Abklärung möglicher gefährlicher Stoffeigenschaften erforderlich sind.

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