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POPs – (Persistent organic pollutants)

Ein Schwerpunkt der Arbeit des Bundesumweltministeriums im Bereich "Chemikalien" betrifft die langlebigen organischen Schadstoffe (POPs). Dazu gehören eine Reihe von Pflanzenschutzmitteln (zum Beispiel DDT) und Industriechemikalien (zum Beispiel Polychlorierte Biphenyle, PCB) sowie die hochgiftigen Dioxine und Furane, die als unerwünschte Nebenprodukte in Produktions- und Verbrennungsprozessen entstehen.

Diese Stoffe haben alle eines gemeinsam: Sie sind schwer abbaubar, reichern sich in der Nahrungskette an und haben unerwünschte Wirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt. Hinzu kommt, dass sie über das Wasser oder die Luft weltweit verbreitet werden, und zu einer zunehmenden Verschmutzung auch in wenig industrialisierten und besiedelten Gebieten führen. Das betrifft unter anderem die kalten Polarregionen, wo Umweltproben und Lebensmittel deutlich höhere Konzentrationen dieser Chemikalien aufweisen.

Stockholmer Übereinkommen

Im Mai 2001 hat sich die internationale Staatengemeinschaft darauf verständigt, POPs zu verbieten. Deutschland hat als einer der ersten Staaten das Stockholmer Übereinkommen im Jahr 2002 ratifiziert und sie trat am 17. Mai 2004 in Kraft. Das Übereinkommen findet weltweit eine hohe Akzeptanz, was die Zahl von inzwischen 182 Ratifizierungen zeigt.

Die Liste der im Stockholmer Übereinkommen geregelten Stoffe wird fortlaufend erweitert und umfasst seit der neunten Vertragsstaatenkonferenz mit den beiden neu aufgenommenen POP Dicofol und Perfluoroktansäure (PFOA) nun 30 Chemikalien.

Die ersten zwölf Chemikalien der POP-Liste

Die ersten zwölf Chemikalien der POP-Liste, die sogenannten "dreckigen Dutzend", waren in den meisten Industrieländern – auch in Deutschland – für die Produktion und die Anwendung bereits verboten oder weitestgehend reguliert. Dies betraf vor allem Pflanzenschutzmittel und Biozide. Andere Stoffe, wie die Polychlorierten Biphenyle (PCB) wurden vor allem in Transformatoren und als Weichmacher in Baumaterialien verwendet. Die elektrischen Großgeräte sind inzwischen entsorgt, während die Sanierung der Gebäude immer noch eine Aufgabe darstellt.

Ob und wie die Vereinbarungen in den Entwicklungsländern umgesetzt werden, ist daher maßgeblich für den Erfolg der Konvention. Nicht ohne Grund fordern die Entwicklungsländer deshalb ein starkes finanzielles Engagement und umfangreiche technische Hilfe seitens der Industrieländer. 

Die in der letzten Dekade neu aufgenommenen POP stellen aber auch für Industrieländer eine Herausforderung dar. Ein Beispiel ist die im Jahre 2019 als POP neu aufgenommene Chemikalie Perfluoroktansäure (PFOA).

Oberstes Entscheidungsorgan des Übereinkommens ist die alle zwei Jahre stattfindende Vertragsstaatenkonferenz (VSK). Die letzte VSK tagte vom 29. April bis 10. Mai 2019 in Genf im Rahmen der ordentlichen VSK der Übereinkommen von Rotterdam, Stockholm und Basel (Triple-COP). 

Herausragendes Ergebnis war die Aufnahme der neuen POP Dicofol und Perfluoroktansäure (PFOA).

Die nächste VSK der Stockholm-Konvention wird voraussichtlich – zusammen mit den VSK der Basel- und der Rotterdam-Konvention – vom 17. bis 28. Mai 2021 in Nairobi stattfinden.