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Luftreinhaltung, Lärmschutz, Umweltanforderungen an die Verkehrswende

Weiterentwicklung landwirtschaftlicher Maßnahmen und Strategien zur Verbesserung der Luftqualität auf Basis einer integrierten Stickstoffbilanzierung

Projektlaufzeit
10.2015 - 03.2019

Forschungskennzahl
3714 43 202

Die Größe "Überschuss der N-Flächenbilanz" nimmt in der umwelt- und agrarpolitischen Debatte eine zentrale Stellung ein. In diesem Bericht werden die erweiterte Methodik und die Ergebnisse der Berechnung von Flächenbilanzen für Stickstoff (N) für die Zeitreihe 1995 bis 2017 vorgestellt. Als Neuerungen gegenüber früheren Ansätzen werden vor allem die Biogaserzeugung sowie der Transport von Wirtschaftsdüngern in der Bilanz berücksichtigt. Ein weiteres Novum ist die Anlehnung an das nationale Emissionsinventar, wodurch die Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Methode steigt. Die vorliegende Flächenbilanzierung 1995 bis 2017 ist methodisch weitgehend konsistent mit der entsprechenden Zeitreihe der Flächenbilanz für die Landwirtschaft in Deutschland insgesamt, die vom Julius-Kühn-Institut in Braunschweig, in Zusammenarbeit mit den Autoren des vorliegenden Berichts jährlich aktualisiert und vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung veröffentlicht wird. Im Mittel der Jahre 2015 bis 2017 umfasst die N-Zufuhr zur landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) in Deutschland insgesamt 226 Kilogramm (kg) Stickstoff (N)/ Hektar (ha) LF, wovon 104 kg N / ha LF mit Mineraldüngung und 89 kg N / ha LF mit Wirtschaftsdüngern, wie Gülle, Mist, Jauche, Gärreste ausgebracht werden. Dem steht eine Abfuhr mit Ernteprodukten von 149 kg N / ha LF entgegen, woraus ein Überschuss der N-Flächenbilanz von 78 kg / ha LF resultiert. Die Spannbreite der Stickstoff – Flächenbilanzüberschüsse der Regionalgliederung der Kreise reicht im Mittel der Jahre 2015 bis 2017 von 26 kg N / ha LF bis 162 kg N / ha LF. Für eine Reihe von Minderungsmaßnahmen wird die mögliche Reduktion des Stickstoff-Flächenbilanzüberschuss in den Kreisen berechnet. Wirksamste Maßnahme wäre eine Verbesserung der Ausnutzung des N aus Wirtschaftsdüngern von 60 Prozent auf 80 Prozent, wodurch der Überschuss in Deutschland insgesamt um 15,6 kg N / ha LF sinken würde.