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Strahlenschutz

Synergistische Wirkung hochfrequenter elektromagnetischer Felder in Kombination mit kanzerogenen Substanzen - Kokanzerogenität oder Tumorpromotion?

Projektlaufzeit
01.2016 - 03.2017

Forschungskennzeichen
3615 S 82431

In einer Studie des Fraunhofer-Instituts Hannover (TILLMANN et al. 2010) konnte gezeigt werden, dass die Anzahl der durch ein pränatal verabreichtes starkes Karzinogen ENU (N-ethyl-N-nitrosourea) verursachten Tumoren der Lunge und der Leber in erwachsenen Mäusen signifikant höher war, wenn die Tiere intrauterin und nach der Geburt lebenslang elektromagnetischen Feldern des UMTS-Standards ausgesetzt waren. Diese Ergebnisse wurden später vollständig reproduziert (LERCHL et al. 2015; KLOSE 2015). Die Befunde könnten theoretisch durch zwei unterschiedliche Effekte verursacht worden sein: einerseits durch kokarzinogene Wirkungen der elektromagnetischen Felder, andererseits durch tumorpromovierende Wirkungen. Ziel der Untersuchungen dieser Nachfolgestudie war die Beantwortung folgender Frage: kommt es durch die Exposition mit elektromagnetischen Feldern zu erhöhten Schäden der DNA in den Organen Leber, Lunge sowie Gehirn der mit ENU behandelten Feten? Die Ergebnisse zeigen eindeutig und mit großer statistischer Aussagekraft, dass die DNA in keinem der untersuchten Gewebe durch die elektromagnetischen Felder stärker geschädigt war als in den Geweben nicht-exponierter Tiere. Nach diesen Befunden können kokarzinogene Effekte elektromagnetischer Felder im Frequenzbereich des UMTS-Standards als Ursache für die früher beobachteten Ergebnisse ausgeschlossen werden. Daher müssen jetzt weitere Studien klären, welche Wirkmechanismen für die Tumorpromotion verantwortlich sind.