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Ressourceneffizienz, Ressourcenschonung, Abfallwirtschaft

Hygienische Risiken bei der landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm durch die Aufnahme von Infektionserregern in Kulturpflanzen

Projektlaufzeit
03.2012 - 10.2016

Forschungskennzeichen
3712 71 209

Kommunales Abwasser und Klärschlamm aus der Behandlung kommunaler Abwässer können eine Vielzahl von Krankheitserregern enthalten. Hinsichtlich einer landwirtschaftlichen Verwertung von Klärschlamm zu Düngezwecken ist die Frage zu stellen, inwieweit es durch eine derartige Anwendung zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Mensch, Tier oder Pflanze kommen kann. Potentielle Infektionskreisläufe müssen ausfindig gemacht und näher untersucht werden, um Infektionsrisiken zu minimieren.

Ziel dieses Forschungsvorhaben war es, die Relevanz einer Übertragung von Krankheitserregern auf den Menschen durch eine Aufnahme von Infektionserregern in spezielle Kulturpflanzen, wie an mehreren Stellen in der Literatur berichtet, näher zu untersuchen. In den umfangreichen Untersuchungen im Rahmen des Projektes wurde in keinem Experiment die Aufnahme von Salmonellen oder pathogenen E. coli Bakterien in Salatpflanzen nachgewiesen. Dies zeigt, dass eine Aufnahme von Krankheitserregern zumindest in Salatpflanzen kein allgemein verbreitetes Phänomen bei der Ausbringung von Klärschlamm ist.

In zusätzlichen Experimenten wurde in diesem Projekt das Vorkommen von Resistenzgenen gegen unterschiedliche Antibiotika in Folge einer landwirtschaftlichen Klärschlammanwendung und die horizontale Weiterverbreitung dieser Resistenzgene untersucht. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass es durch die Klärschlammausbringung zu einem signifikanten Anstieg von Resistenzgenen im Boden kommt und dass die Resistenzgene über relativ lange Zeiten im Boden nachgewiesen werden können. Außerdem bestätigen die Ergebnisse eindrücklich, dass Plasmide mit Multiresistenz unter anderem gegenüber verschiedenen Antibiotika von Bodenbakterien in potentielle Krankheitserreger übertragen werden können.