Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

SDG 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur

Sustainable Development Goals: Nummer 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur

Was beinhaltet das Ziel?

Dieses Nachhaltigkeitsziel fordert nachhaltige und widerstandsfähige Infrastrukturen. Außerdem adressiert es Industrien, die umweltverträgliche Prozesse etablieren, Ressourcen effizient und in Kreisläufen verwenden und saubere Technologien nutzen bzw. selbst entwickeln. SDG 9 fordert dafür eine entsprechende Verbesserung der wissenschaftlichen Forschung und die Förderung von Innovationen. 

Welche Rolle spielt die Umweltpolitik zur Zielerreichung?

Umweltpolitische Vorgaben und Regelungen, marktkonforme Steuerungsinstrumente sowie Förderstrategien und ökologisch ausgerichtete Wettbewerbe setzen Innovationsanreize für alle Wirtschaftsakteure. Ordnungspolitische Maßnahmen wie strengere Grenzwerte für Stoffeinträge in die Umwelt oder auch die direkte Förderung der GreenTech-Branche unterstützen Forschung, Entwicklung und Markteinführung neuartiger und nachhaltigerer Produkte, Systemlösungen und Dienstleistungen auch in anderen Wirtschaftsbereichen. Aufgabe der Umweltpolitik ist es dabei immer, auch bei ökologischen Verbesserungen im Einzelnen (beispielsweise Effizienzgewinne beim spezifischen Energieverbrauch von IT-Hardware) auch die möglichen Rebound-Effekte im Gesamtsystem in den Blick zu nehmen und nach Möglichkeit zu vermeiden. 

Was trägt das BMU zur Zielerreichung bei?

Industrie- und Innovationspolitik liegen national in der Zuständigkeit des Bundeswirtschaftsministeriums. Allerdings sind gerade die Umweltinnovationen und die Green Economy wirtschafts-, innovations- und infrastrukturpolitisch von hoher Relevanz. Zur Stärkung der Innovationsfähigkeit der Industrie und der Schaffung nachhaltiger Infrastrukturen setzt das BMU daher verschiedene Maßnahmen um, vor allem im Bereich der Förderung.

Umweltinnovationsprogramm

Mit dem seit über 40 Jahren bestehenden Umweltinnovationsprogramm (UIP) fördert das BMU branchenübergreifend Investitionen zur Vermeidung oder Verminderung von Umweltbelastungen. Das UIP unterstützt Pilotprojekte, die erstmalig in großtechnischem Maßstab aufzeigen, wie technologisch fortschrittliche Verfahren oder Produkte zum besseren Schutz der Umwelt, des Klimas und zur Ressourcenschonung eingesetzt werden können. Die Förderung soll Förderinteressenten den Weg ebnen, innovative Konzepte mit Demonstrationscharakter wirtschaftlich umzusetzen. Aus den Vorhaben gewinnt das BMU wichtige Erkenntnisse darüber, welche ökologischen Verbesserungen technisch realisierbar sind und kann diese wiederum für die Weiterentwicklung des Umweltrechts nutzen. Mit der Übertragung der Innovationen auf andere Investoren sollen die Pilotprojekte Multiplikatorwirkung entfalten und die technischen Neuerungen in die Breite getragen werden. 


GreenTech-Atlas

In Zusammenarbeit mit der stark wachsenden GreenTech Industrie wird vom BMU in regelmäßigen Abständen der GreenTech Atlas erarbeitet, zuletzt im Jahr 2018. Dieser analysiert die aktuellen Entwicklungen, Chancen und Risiken der "GreenTech Branche made in Germany". Er ermittelt auch Daten zu Umwelt- und Effizienztechnologien, Umweltinnovationen und umweltverträglichen Lösungen. Außerdem wird im Rahmen gemeinsamer Forschungsprojekte mit dem Umweltbundesamt untersucht, wie Innovationen Marktreife erlangen (Diffusion) und wie zu diesem Zweck Kooperationen zwischen Start-Ups und großen Industrieunternehmen gefördert werden können.


Förderprogramm "Dekarbonisierung in der Industrie"

Das Bundesumweltministerium bereitet derzeit ein Förderprogramm zur Dekarbonisierung in der Industrie vor. Mit dem Förderprogramm sollen sowohl die Erforschung und Entwicklung innovativer Klimaschutztechnologien zur Vermeidung von Prozessemissionen der energieintensiven Industrien als auch Investitionen zur Anwendung und Umsetzung dieser Technologien im industriellen Maßstab gefördert werden. Damit wird die energieintensive Industrie bei der Umsetzung technologisch anspruchsvoller Sprunginnovationen für ein klimaneutrales Wirtschaften unterstützt. Für das Förderprogramm stehen im Energie- und Klimafonds bis 2023 Mittel in Höhe von insgesamt 1,025 Milliarden Euro zur Verfügung. Das Förderprogramm soll im Laufe dieses Jahres starten und wird durch das Kompetenzzentrum für Klimaschutz in energieintensiven Industrien umgesetzt. 


Kompetenzzentrum für Klimaschutz in energieintensiven Industrien

Das Förderprogramm soll durch das im Auftrag des Bundesumweltministeriums gegründete Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) in Cottbus umgesetzt werden. Das Kompetenzzentrum wurde im November 2019 offiziell eröffnet. Mit dem KEI hat das BMU eine branchenübergreifende, internationale und interdisziplinäre Wissensplattform für alle Fragestellungen zur industriellen Dekarbonisierung geschaffen. Insbesondere Branchen wie Stahl, Grundstoffchemie, Nichteisenmetalle, Zement und Kalk stehen bei der Dekarbonisierung aufgrund ihrer Prozessemissionen vor großen klimapolitischen 


Exportinitiative Umwelttechnologien

Das BMU unterstützt - auch in Krisenzeiten - über die "Exportinitiative Umwelttechnologien" EXI deutsche Unternehmen (in erster Linie KMU) bei der Internationalisierung ihres grünen Leistungsspektrums im Bereich umweltoptimierender Infrastrukturen und Dienstleistungen (GreenTech). Seit 2016 fördert das Programm (aktuell mit 15 Millionen Euro pro Jahr) über bedarfsgerechte Projekte Umwelttechnologien und Produkte grüner Daseinsvorsorge "Made in Germany", unterstützt so andere Länder beim Aufbau nachhaltiger Infrastrukturen und fördert die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der 2030-Agenda der Vereinten Nationen (SDGs), insbesondere die Erreichung von SDG 9 und SDG 17. 

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