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Aus der Wissenschaft

Das Tierstimmenarchiv des Museums für Naturkunde Berlin

Das Naturkundemuseum in Berlin verfügt über eine der ältesten und umfangreichsten Sammlungen von Tierstimmen weltweit. Etwa 120.000 Tonaufnahmen von 1.800 Vogelarten, 580 Säugetierarten sowie zahlreichen Fisch-, Amphibien-, Reptilien- und Insektenarten bilden das Tierstimmenarchiv. Die Tonaufzeichnungen stammen aus zoologischen Gärten, experimentellen Untersuchungen und aus dem Freiland in vielen Teilen der Welt.

Den Grundstein für das Tierstimmenarchiv legte der Zoologe und Verhaltensforscher Günter Tembrock bereits in den 1950er Jahren mit der Untersuchung der akustischen Kommunikation von Füchsen. Bis 1990 bauten Tembrock und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine in Deutschland einmalige wissenschaftliche Sammlung von Tierstimmen auf. Ab Anfang der 1990er Jahre stellten auch andere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ihre Aufnahmen zur Verfügung. Heute unterstützen viele Tierstimmensammlerinnen und Tierstimmensammler mit ihren Tonaufzeichnungen das immer weiter wachsende Archiv.

Neben speziellen wissenschaftlichen Untersuchungen zur akustischen Erfassung von Tierstimmen sowie zur akustischen Mustererkennung ist die dauerhafte Konservierung der Bestände an Aufnahmen durch Digitalisierung in Studionorm ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit des Tierstimmenarchivs. Die umfangreiche Sammlung steht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Fachrichtungen offen. In Form einer Online-Datenbank, die gegenwärtig mehr als 30.000 Einträge umfasst, wird sie darüber hinaus allen Interessierten weltweit zugänglich gemacht.

Die wissenschaftlichen Arbeiten zur akustischen Mustererkennung konzentrieren sich derzeit unter anderem auf die Schaffung einer Referenzbibliothek mit den Lautäußerungen häufiger europäischer Vogelarten. Bereits 162 Vogelarten mit mehr als 5.000 Tonbeispielen umfasst die Bibliothek. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Naturkundemuseums bereiten dafür saubere Tonaufzeichnungen als Referenzaufnahmen auf. Die Referenzbibliothek und das vorhandene Wissen zur akustischen Mustererkennung von Tierstimmen fanden auch Anwendung im Projekt "Stadtnatur entdecken", das vom Bundesumweltministerium gefördert wurde. Im Rahmen des Projektes entwickelte das Naturkundemuseum die App "Naturblick", mit der Tiere und Pflanzen bestimmt werden können. Insbesondere ist es damit auch möglich, Audioaufnahmen von Vogelstimmen zu machen, zu denen die App die zugehörigen Vögel ermittelt. Überdies können verschiedene Tierstimmen angehört werden.