Forschungsprojekt "Nachhaltigkeitsinitiativen stärken und vernetzen!"

Nachhaltigkeitsinitiativen sind zentral für einen nachhaltigen Wandel

Zivilgesellschaftliche Nachhaltigkeitsinitiativen sind wichtige Akteure auf dem Weg zur sozial-ökonomischen Transformation. Dementsprechend hebt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung auch in ihrer Weiterentwicklung von 2021 die zentrale Bedeutung zivilgesellschaftlicher Akteure für einen nachhaltigen Wandel hervor.

Zivilgesellschaftliche Nachhaltigkeitsinitiativen engagieren sich mit ihren Ideen für Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen. Die Bandbreite reicht vom Selbstreparatur-Fahrradladen über Zero-Waste-Kochworkshops bis hin zu Energiegenossenschaften oder Wohnprojekten, die von Bürgerinnen und Bürger getragen werden. Diese Initiativen entwickeln, leben und verbreiten vielfältige Konzepte, wie Nachhaltigkeit im Kleinen und Großen besser gelingen kann.

Sie haben also ein enormes Potential, gewohnte, nicht-nachhaltige Denkmuster und Routinen aufzubrechen und mit ihren Forderungen, Projekten und Innovationen die sozial-ökologische Transformation voranzubringen.

Lösungsansätze zur Stärkung von Nachhaltigkeitsinitiativen entwicklen

Nachhaltigkeitsinitiativen sind wegen ihrer Innovationskraft wichtig für Deutschlands Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Ihre Stärkung hat zwei zentrale Vorteile: Starke Bewegungen und Ideen aus der Mitte der Gesellschaft heraus bergen ein großes Potential, um die enormen Herausforderungen anzugehen, die durch Klimawandel, Umweltzerstörung und Ressourcenverbrauch entstehen. Zum anderen können eine starke Zivilgesellschaft und gemeinsame Veränderungsprozesse helfen, Politikverdrossenheit und Unzufriedenheit abzubauen.

Das Forschungsvorhaben "Zivilgesellschaftliche Nachhaltigkeitsinitiativen auf dem Weg in nachhaltige Politik stärken, skalieren, vernetzen" (FKZ 3720 11 102 0) setzt hier an. Als Forschungs- und Beteiligungsprojekt identifiziert es politische und gesellschaftliche Hürden, die die Arbeit von Nachhaltigkeitsinitiativen erschweren, und entwickelt passende Lösungsansätze, die sich primär an Verwaltung und Politik richten (von lokaler bis Bundesebene).

Die Lösungsansätze sollen die Wirksamkeit von Nachhaltigkeitsarbeit stärken, indem sie die Ausbreitung und Vergrößerung von Nachhaltigkeitsinitiativen ermöglichen und Bürgerinnen und Bürger, die sich noch nicht für Nachhaltigkeit engagieren, besser involvieren.

Die relevanten Akteurinnen und Akteure in diesem Beteiligungsprojekt sind Nachhaltigkeitsinitiativen, Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie Bürgerinnen und Bürger. Diese zentralen Akteure werden in das Projekt eingebunden und entwickeln Lösungsansätze für eine wirksamere Nachhaltigkeitsarbeit. Eine große Chance dieses Projektes besteht darin, dass engagierte Bürgerinnen und Bürger ihr bisheriges Bemühen um Nachhaltigkeit besser umsetzen und ausweiten können und die Hürden für derzeit nicht aktive Bürgerinnen und Bürger gesenkt werden. Dies soll auch der Stärkung der Demokratie im Nachhaltigkeitsprozess dienen.

Beteiligende Vorgehensweise und Meilensteine

Das Projekt erforscht zwischen März 2021 und Januar 2024 mit einem partizipativen Ansatz politische und gesellschaftliche Hürden für Nachhaltigkeitsinitiativen und entwickelt Möglichkeiten zur Stärkung dieser Initiativen.

  1. Zunächst werden der aktuelle Forschungsstand ausgewertet und die wissenschaftlichen Grundlagen für das Projekt aufgearbeitet. Dabei werden unter anderem Kriterien für die Bestimmung entwickelt, welche Initiativen in den weiteren Projektverlauf einbezogen werden.
  2. Einige der Initiativen werden ab Anfang 2022 eingeladen, in fünf Innovationsworkshops Hürden für Nachhaltigkeitsarbeit zu identifizieren und entsprechende Lösungsansätze zu entwickeln. Je nach Pandemielage finden die Workshops deutschlandweit vor Ort oder virtuell statt. Die Nachhaltigkeitsinitiativen kommen in verschiedenen Aktionsfeldern zusammen, um sowohl themenspezifische als auch themenübergreifende Erkenntnisse zu gewinnen.
  3. Die erarbeiteten Lösungsansätze werden von Stakeholdern aus Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft mit Blick auf ihre Umsetzbarkeit bewertet und weiterentwickelt.
  4. Die Ergebnisse werden im Herbst 2023 einer Bürgerkonferenz zur Bewertung und Stellungnahme vorgelegt. Der daraus resultierende Forderungskatalog wird schließlich an Entscheiderinnen und Entscheidern aus Verwaltung und Politik übergeben.
  5. Eine fortlaufende Evaluation soll gewährleisten, dass die angestrebten Projektziele er-reicht und Erkenntnisse für zukünftige Beteiligungsprozesse gewonnen werden.

Das Vorhaben wurde vom Umweltbundesamt und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit beauftragt. Für die Umsetzung des Vorhabens wurde das nexus Institut zusammen mit Karte von Morgen und Stiftung Mitarbeit beauftragt. Die Evaluation führt Prof. Dr. Nobert Kersting, Lehrstuhl für Kommunal- und Regionalpolitik an der Universität Münster, durch.

Bei Fragen und Rückmeldungen wenden Sie sich bitte an: nachhaltigkeitsinitiativen@nexusinstitut.de