UV-Schutz

blauer Himmel mit Wolken und scheinender Sonne

Die Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) wird in die drei Bereiche UVA (Wellenlänge 400 bis 315 Nanometer), UVB (Wellenlänge 315 bis 280 Nanometer) und UVC (Wellenlänge 280 bis 100 Nanometer) unterteilt.

Als energiereichster Teil der optischen Strahlung grenzt die UV Strahlung unmittelbar an den Bereich der ionisierenden Strahlung an und kann vor allem im kurzwelligen Bereich ähnliche Wirkungen wie diese hervorrufen. UV Strahlung ist für den Menschen nicht sichtbar und auch nicht durch ein anderes Sinnesorgan wahrnehmbar.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass UV Strahlung Hautkrebs begünstigt. Dies gilt sowohl für natürliche UV Strahlung (Sonne) als auch für künstliche UV Strahlung (zum Beispiel Solarien).

Die Zahl an Hautkrebsfällen steigt in Deutschland kontinuierlich an: im Jahr 2016 sind etwa 23.240 Personen an einem malignen Melanom erkrankt, etwa 230.000 Personen erkrankten an nicht-melanotischen Hautkrebsformen. Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Diese besorgniserregende Zunahme steht im Zusammenhang mit einer erhöhten UV-Exposition, die vor allem auf ein verändertes Freizeit- und Sozialverhalten großer Teile der Bevölkerung zurückzuführen ist. 

Schutz vor der Sonne

Die Ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) ist Teil des natürlichen Sonnenlichts. Neben den positiven Effekten der UV-Strahlung (Vitamin D Produktion, Wohlbefinden) kann sie zahlreiche gesundheitliche Schäden verursachen. Neben dem bekannten Sonnenbrand (UV-Erythem) kann es im schlimmsten Fall zu Hautkrebserkrankungen kommen. Deshalb sollte auf einen sorgsamen Umgang mit der natürlichen Sonnenstrahlung geachtet werden, um das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, möglichst gering zu halten.

Solarien

Die künstliche UV Strahlung, der Besucherinnen und Besucher von Sonnenstudios ausgesetzt sind, stellt ein zusätzliches Gesundheitsrisiko zur natürlichen UV Strahlung dar. Gerade Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet, denn die Lebenszeitdosis an UV Strahlung ist entscheidend für das Auftreten einer Hautkrebserkrankung im Erwachsenenalter.

Das Gesetz zur Regelung des Schutzes vor nichtionisierender Strahlung ist am 3. August 2009 im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Damit ist das Solarienverbot für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren seit dem 4. August 2009 geltendes Recht. Wegen des anhaltenden Anstiegs der Neuerkrankungen an Hautkrebs bestand hier besonderer Handlungsbedarf.

Bestätigung findet dieses Gesetz durch die Entscheidung der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC), einer Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die natürliche und künstliche UV-Strahlung in die höchste Krebsrisikostufe eingeordnet hat. Insbesondere für Minderjährige, die regelmäßig ins Sonnenstudio gehen, erhöht die Exposition durch künstliche UV-Strahlung das Risiko einer Hautkrebserkrankung erheblich. Die Deutsche Strahlenschutzkommission veröffentlichte bereits im September 2006 die Empfehlung "Gesundheitliche Gefährdung durch UV-Exposition von Kindern und Jugendlichen" und forderte besondere Schutzmaßnahmen für Minderjährige in Form eines Solarienverbots. Internationale sowie nationale Experten raten von der Solariennutzung ab und begründen dies damit, dass zum Schutz der Gesundheit jede zur natürlichen UV-Strahlung durch die Sonne zusätzliche UV-Bestrahlung vermieden werden solle. So empfiehlt die WHO ein Verbot der gewerblichen Nutzung von Solarien. Anknüpfend an diese Einschätzungen hat Frankreich eine Initiative für ein Verbot von Solarien auf EU-Ebene gestartet. Im Anfang 2020 veröffentlichten europäischen Plan zur Krebsbekämpfung weist die EU-Kommissionspräsidentin auf die Relevanz von Maßnahmen zum Schutz vor UV-Strahlung hin.

UV-Schutz-Verordnung

Zum Schutz vor UV-Strahlung ist die UV-Schutz-Verordnung am 25. Juli 2011 im Bundesgesetzblatt verkündet worden. Die Verordnung trat 2012 in Kraft.

Der Vollzug der UV-Schutz-Verordnung obliegt den Bundesländern. Das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Strahlenschutz unterstützen dabei in Fragen der Auslegung der UV-Schutz-Verordnung. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat Informationsveranstaltungen für Landesbehörden durchgeführt, die auf sehr große Resonanz gestoßen sind. Thema war insbesondere die Durchführung von Kontrollen der Einhaltung der Vorgaben des Solariennutzungsverbots für Minderjährige sowie der UV-Schutz-Verordnung. Im Rahmen dieser Informationsveranstaltungen hat auch ein intensiver Austausch zu den bisherigen Vollzugserfahrungen stattgefunden. Hinweise auf mögliche Verstöße werden vermehrt zum Anlass genommen, in bestimmten Sonnenstudios beziehungsweise in Filialen von Sonnenstudioketten Kontrollen durchzuführen. Konkrete Vollzugsfragen beziehungsweise Hinweise auf Verstöße gegen die UV-Schutz-Verordnung sind an die zuständigen Vollzugsbehörden beziehungsweise an die zuständigen Landesministerien zu richten.

UV-Schutz-Bündnis

Das UV-Schutz-Bündnis ist eine Kooperation namhafter Gesellschaften, Organisationen und Behörden aus Strahlenschutz, Medizin, Wissenschaft und Arbeitsschutz, die sich seit Jahren für gelebten UV-Schutz einsetzen. Das Bündnis tritt für einen verantwortlichen Umgang mit UV-Strahlung ein. Ziel des Bündnisses ist es, langfristig die Zahl der Neuerkrankungen an Hautkrebs und anderen Gesundheitsschäden durch UV-Strahlung zu reduzieren. Die Aktivitäten des Bündnisses wurden seitens des Bundesumweltministeriums seit seiner Gründung im Jahr 2012 aufmerksam verfolgt. Das Bundesumweltministerium ist im Jahr 2021 dem UV-Schutz-Bündnis als Partner beigetreten.

FAQ Solarium