Stadtnatur in Kitas und Schulen

Kinder im Garten

Im Kontakt mit Pflanzen und Tieren lernen Kinder und Jugendliche selbstbestimmtes Handeln, sie leiden weniger unter Stress und werden kreativer. Deshalb brauchen wir in unseren Städten wieder mehr Möglichkeiten, Natur mit allen Sinnen zu erfahren.

Besonders in Großstädten gibt es immer weniger Frei- und Brachflächen, auf denen Kinder und Jugendliche die Natur – Wasser, Erde, Pflanzen und Tiere – erleben, erforschen und (be-)greifen können. Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, wie wichtig Naturerfahrung für die Entwicklung junger Menschen ist – zum Beispiel um motorische Fähigkeiten auszubilden, die Konzentration zu verbessern oder soziales Verhalten zu erlernen.

Kontakt mit der Natur steigert zudem das Naturbewusstsein: Wenn Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein Biotop anlegen, erfahren sie hautnah komplexe Naturzusammenhänge. Aus der persönlichen Beziehung zu Pflanzen und Tieren erwächst meist auch nachhaltiges Handeln.

In den letzten Jahrzehnten ist bundesweit eine Vielzahl von Angeboten entstanden, vielfach mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums und des Bundesamts für Naturschutz. Diese Angebote eröffnen Kindern und Jugendlichen zahlreiche Möglichkeiten, die Natur im urbanen Umfeld für sich zu entdecken:

  • Grüne Lernorte: außerschulische Einrichtungen, zum Beispiel für Projekttage, Exkursionen oder Aktionen, wie Basteln in der Natur, Tiere beobachten und Pflanzen bestimmen
  • Naturnahe Schulhöfe und -gebäude: zum Beispiel Schulgärten und Freiflächen mit Wiesen sowie Gemüse- und Kräuterbeeten statt Asphalt und Nisthilfen für Insekten, Vögel oder Fledermäuse
  • Naturnahe Kindergarten-Außengelände: zum Beispiel mit Gehölzen als Verstecke, Matsch-Bereichen, "Naschpflanzen", duftenden Kräuterbeeten, Gruben mit Laub oder Heu
  • Naturerfahrungsräume (NER): naturnahe Freiflächen, auf denen Kinder unbeaufsichtigt ohne Geräte spielen und sich ausprobieren können
  • Angebote in Naturerfahrung und Umweltbildung: zum Beispiel Waldspielgruppen und Waldtage für Kinder, Naturerlebnis-Camps, Naturforscher-Projekte
  • Naturnahe Ernährung: zum Beispiel Aktionen für gesundes und regional erzeugtes Essen in Kitas und Schulen, Kinderkochclubs, Slow-Food-Training, ökologische Lieferservices

Das Bundesumweltministerium unterstützt eine Reihe von Projekten, die Naturerfahrung für Kinder und Jugendliche fördern: Mit dem Projekt LELINA – Lern- und Erlebnislabor Industrienatur entstehen fünf außerschulische Lern- und Erlebnislabore für Schülerinnen und Schüler an der "Route der Industrienatur" im Ruhrgebiet. Unter dem Titel "Kita-NaturbotschafterInnen – mehr Natur in Kitas" werden Seniorinnen und Senioren ausgebildet, die Kita-Kindern ehrenamtlich die Natur näherbringen möchten. "Alte Sorten für junges Gemüse" heißt ein Edutainment-Programm zum Erhalt alter Gemüsesorten, das sich besonders an Familien richtet, unter anderem mit Saatgut-Sets und Online-Angeboten.