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Häufige Fragen (FAQ)

Hier finden Sie Antworten auf einige besonders häufig gestellte Fragen. Wird Ihre Frage hier nicht beantwortet, haben Sie die Möglichkeit uns über das Formular "Ihre Fragen" zu kontaktieren. Wir sind bemüht, Ihr Anliegen schnellstmöglich zu beantworten. 

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Klimaschutz

Entwurf eines Klimaschutzgesetzes

Das BMU hat im Februar 2019 den Entwurf eines Klimaschutzgesetzes an das Bundeskanzleramt übersandt. Warum braucht es ein Gesetzentwurf für Klimaschutz?

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Artenschutz

Wolf

Der Wolf ist eine nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützte Tierart. Wie viele Wölfe gibt es in Deutschland? Wie steht es um ihren Schutzstatus? Wie leben diese Tiere hier?

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Produkte und Konsum

Plastiktüten-Verbot

Einweg-Plastiktüten sind ein klassisches Wegwerfprodukt. Warum sollen Plastiktüten verboten werden? Welche Alternativen gibt es?

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Naturschutz/Biologische Vielfalt

Was unternimmt das Bundesumweltministerium, um die Wälder in Deutschland zu schützen?

Der deutsche Wald leistet einen großen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Um weitere Schutzmaßnahmen zu fördern, hat die Bundesregierung zum Beispiel den Waldklimafonds auf den Weg gebracht. Mit Geldern aus dem Waldklimafonds werden die Leistungen nachhaltiger Forstwirtschaft gestärkt und die notwendige Anpassung der Wälder an den Klimawandel unterstützt. Finanziert wird der Waldklimafonds aus dem Energie- und Klimafonds (EKF).

Der Schutz des Waldes spielt auch in der Nationalen Biodiversitätsstrategie eine große Rolle. Hierfür zentral ist das Ziel, bis 2020 auf fünf Prozent der Waldfläche Deutschlands eine natürliche Waldentwicklung zu erreichen sowie das sogenannte 2-Prozent-Wildnis-Ziel: Bis 2020 soll sich die Natur auf zwei Prozent der Fläche Deutschlands wieder nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten ungestört entwickeln können. Das Erreichen beider Ziele unterstützt das Bundesumweltministerium zum Beispiel durch die Finanzierung verschiedener Projekte, in denen gemeinsam mit den Waldeigentümern nach Wegen für die Umsetzung gesucht wird. Seiner Verantwortung bei der Umsetzung dieser Ziele kommt der Bund auch auf seinen Flächen nach. Bis 2020 wird der Bund 20 Prozent seiner Waldflächen im Rahmen des Nationalen Naturerbes aus der Nutzung nehmen.

Ein weiteres Beispiel für den hohen Schutz der Wälder in Deutschland sind die Buchenwälder. Im Jahr 2011 wurden fünf deutsche Buchenwald-Gebiete in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen. Die ausgewählten Schutzgebiete repräsentieren die wertvollsten Relikte großflächiger naturnaher Buchenwälder in Deutschland.

Wie viele Naturparke gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es derzeit 104 Naturparke. Darüber hinaus befindet sich der Naturpark Muldenland (Sachsen) in Gründung. Mit einer Gesamtfläche von über 9,5 Millionen Hektar decken die Naturparke etwa 27 Prozent der Landesfläche Deutschlands ab. Naturparke sind großräumige Landschaften, die überwiegend aus Landschafts- und Naturschutzgebieten bestehen. Naturparke dienen dem Schutz und Erhalt der Kulturlandschaften, dem Naturerleben und der Erholung, dem natur- und umweltverträglichen Tourismus und einer dauerhaft natur- und umweltverträglichen Landnutzung.

Was ist das "Grüne Band"?

Das "Grüne Band" ist der ehemalige Grenzstreifen zwischen Ost und West in ganz Europa. In diesem 12.500 Kilometer langen Bereich konnte sich aufgrund der Nutzungsruhe und Abgeschiedenheit über Jahrzehnte ein zusammenhängendes Band von zum Teil sehr wertvollen Biotopen entwickeln, das heutige "Grüne Band". In Deutschland gehört der 1400 Kilometer lange Abschnitt zum Nationalen Naturerbe und bildet einen Biotopverbund von Süd nach Nord.

Welche Naturstätten in Deutschland sind als UNESCO Welterbe ausgezeichnet?

In Deutschland befinden sich drei UNESCO Weltnaturerbestätten auf der Welterbeliste: die Fossilienlagerstätte Grube Messel (Hessen), das deutsch-niederländisch-dänische Wattenmeer, und die Alten Buchenwälder Deutschlands.

Das Wattenmeer wurde 2009 in die Welterbeliste aufgenommen. Zum Weltnaturerbe Wattenmeer gehören die Nationalparke Niedersächsisches Wattenmeer, Hamburgisches Wattenmeer, Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer sowie ein Schutzgebiet in den Niederlanden. 2014 wurde das Gebiet um das dänische Wattenmeer erweitert, sodass nun das gesamte Wattenmeer entlang der Nordseeküste auf der UNESCO-Welterbeliste steht.

Die Alten Buchenwälder Deutschlands wurden 2011 als Erweiterung der Buchenurwälder der Karpaten (Slowakische Republik/Ukraine) als Naturerbe in die Welterbeliste aufgenommen. Dabei handelt es sich um Gebiete in den Nationalparken Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, Hainich in Thüringen und Kellerwald-Edersee in Hessen sowie dem Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg.

Das Ziel des UNESCO Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (Welterbekonvention) ist es, Natur- und Kulturgüter von außergewöhnlichem und universellem Wert als Teil des gemeinsamen Erbes der Menschheit dauerhaft zu erhalten. 

Was ist und macht "IPBES"?

IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung für das Thema biologische Vielfalt - vergleichbar mit dem Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change). Dieses Biodiversitätsgremium soll politischen Entscheidungsträgern zuverlässig unabhängige, glaubwürdige Informationen über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität zur Verfügung stellen, damit diese gut informierte Entscheidungen zu ihrem Schutz treffen können. IPBES wurde im April 2012 von der Staatengemeinschaft gegründet und der Sitz seines Sekretariats ist in Bonn.

Was muss ich beachten, wenn ich genetische Ressourcen aus anderen Ländern in Deutschland für Forschung und Entwicklung nutzen möchte?

Nutzer von genetischen Ressourcen, die aus anderen Ländern stammen, müssen die europäische und deutsche Gesetzgebung zur Umsetzung des Nagoya Protokolls befolgen. Seit 2010 setzt das Nagoya-Protokoll international verbindliche Standards für den Umgang mit genetischen Ressourcen und fördert so Transparenz und Rechtssicherheit. Es regelt den Zugang zu genetischen Ressourcen und die faire und gerechte Aufteilung der Vorteile, die sich aus ihrer Nutzung ergeben (Access and Benefit Sharing, ABS). Das betrifft zum Beispiel Pflanzen, die in tropischen Wäldern gefunden werden und dann in anderen Ländern zu Medikamenten, Kosmetika und anderen Produkten verarbeitet werden. Gleichzeitig verpflichtet es alle Länder, in denen genetische Ressourcen genutzt werden, zu gewährleisten, dass die genutzten Ressourcen im Herkunftsland ordnungsgemäß erlangt wurden. Herkunftsländer sollen auf diese Weise fair und gerecht an den Erträgen von Produkten beteiligt werden, die aus "ihren" genetischen Ressourcen hergestellt werden. So soll so ein dauerhafter wirtschaftlicher Anreiz für den Erhalt von biologischer Vielfalt und seltenen Ökosystemen geschaffen werden.

Warum unterstützen wir Entwicklungsländer bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt?

Die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist für die Menschheit von hoher Bedeutung, um die Bedürfnisse nach Gesundheit, Nahrung und Wohlbefinden zu befriedigen und die Gesundheit und das Gleichgewicht in der Natur und Landwirtschaft zu schützen.

Darüber hinaus stellt die Erhaltung der biologischen Vielfalt einen wesentlichen Eckpfeiler der Bekämpfung der Armut dar. Die biologische Vielfalt und die Basisleistungen der Ökosysteme bilden besonders die Lebensgrundlagen der Armen, die zur Befriedigung ihrer existenziellen Bedürfnisse zu etwa 90 Prozent auf biologische Ressourcen angewiesen sind, denn sie sind für diese Menschen direkte Grundlage der Ernährung, medizinischen Versorgung, des Hausbaus und gleichzeitig wichtigste Einkommensquellen. Rund 80 Prozent der globalen terrestrischen biologischen und genetischen Ressourcen befinden sich in Entwicklungsländern.

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt stellen auch konkrete wirtschaftliche Vorteile für die Industrieländer dar, beispielsweise durch die für Forschung und Entwicklung bedeutsame genetische Vielfalt.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördert mit dem seit 2011 existierenden eigenständigen Förderbereich "Biologische Vielfalt" durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) gezielt Biodiversitätsprojekte in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Was ist die CBD?

CBD ist die Abkürzung für das Übereinkommen über die biologische Vielfalt, englisch Convention on Biological Diversity. Die CBD gehört – wie das Klimarahmenabkommen (UNFCCC) und die Wüstenkonvention (UNCCD) – zu den drei völkerrechtlichen Verträgen, die auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 zur Unterzeichnung auslagen. Deutschland ist seit ihrem Inkrafttreten am 29. Dezember 1993 Vertragspartei der CBD. Die CBD ist mit ihren derzeit 193 Vertragsparteien (inklusive der EU) das zahlenmäßig wie auch von Umfang und Anspruch her umfassendste, verbindliche, internationale Abkommen im Bereich Biodiversitätsschutz und nachhaltige Entwicklung.

Das Abkommen hat drei übergeordnete Ziele:

  • die Erhaltung biologischer Vielfalt (Gene, Arten, Lebensräume),
  • die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und
  • die gerechte Aufteilung der aus der Nutzung genetischer Ressourcen gewonnenen Vorteile.

Für den Zeitraum 2011 bis 2020 wurde ein Strategischer Plan für Biodiversität verabschiedet, der ambitionierte globale Biodiversitätsziele beinhaltet. Bis 2020 soll der Biodiversitätsverlust durch effektives und unverzügliches Handeln gestoppt werden. Es soll sichergestellt werden, dass die Ökosysteme bis 2020 widerstandsfähig sind und weiterhin wesentliche Ökosystemleistungen bereitstellen und somit die Vielfalt des Lebens des Planeten sichern sowie zum menschlichen Wohlergehen und zur Beseitigung der Armut beitragen. Hierfür enthält der Strategische Plan die sogenannten Aichi Biodiversitätsziele: Fünf strategische Ziele mit insgesamt 20 konkreten Unterzielen.

Alle zwei Jahre findet eine Vertragsstaatenkonferenz der CBD statt. Sie ist das oberste politische Entscheidungsgremium des Übereinkommens.

Was ist das Schutzgebietsnetz Natura 2000 in Deutschland?

Natura 2000 ist ein EU-weites Netz von Schutzgebieten zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten. Es setzt sich zusammen aus den Schutzgebieten der Vogelschutz-Richtlinie (Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten) und den Schutzgebieten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen). Mit derzeit über 20 Prozent der Fläche der EU ist Natura 2000 das größte Schutzgebietsnetz weltweit.

In Deutschland sind rund 15 Prozent der Landesfläche und 45 Prozent der Meeresfläche als Natura 2000-Gebiete gemeldet. Auf diese Weise übernimmt Deutschland Verantwortung für den Erhalt typischer Naturlandschaften, wie zum Beispiel Buchenwälder oder das weltweit einmalige Ökosystem Wattenmeer, und leistet so einen wesentlichen Beitrag zum weltweiten Erhalt der Biologischen Vielfalt.
Der aktuelle Meldestand der Natura-2000-Gebiete in Deutschland sowie Steckbriefe der Gebiete können auf den Internetseiten des Bundesamts für Naturschutz eingesehen werden.

Wer ist zuständig für Naturschutz in Deutschland?

Für den Vollzug des Naturschutzrechtes sind die Bundesländer zuständig. Deshalb müssen Fragen, Beschwerden und Stellungnahmen zu Angelegenheiten des Naturschutzes vor Ort in der Regel direkt an die zuständigen Naturschutzbehörden der Länder gerichtet werden. Ausnahme bildet hier die Ausschließliche Wirtschaftszone der Nord- und Ostsee (AWZ: zwölf bis 200 Seemeilenzone), für die der Bund zuständig ist.
Der Bund hat konkurrierende Gesetzgebungskompetenz auf dem Gebiet des Naturschutzes und der Landschaftspflege (Artikel 74 Absatz 1 Nummer 29 GG). Die Ländern können dabei – mit Ausnahme der allgemeinen Grundsätze des Naturschutzes und des Arten- und Meeresnaturschutzrechts – vom Bundesrecht abweichende Regelungen treffen (Artikel 72 Absatz 3 GG).

Artenschutz

Was wird gegen den Fang von Singvögeln im Mittelmeerraum getan?

Das Problem des illegalen Vogelfangs betrifft verschiedene Mittelmeer-Anrainer-Staaten. Deutschland ist Vertragspartei des Übereinkommens zum Schutz wandernder, wildlebender Tierarten (CMS), das insbesondere zur Zusammenarbeit verpflichtet. Damit soll der Schutz und die Erhaltung von Zugvögeln gestärkt und Hindernisse für die Tierwanderungen entfernt werden. Die Bundesregierung ist seit Bekanntwerden des massenhaften illegalen Vogelfangs mit dem CMS-Sekretariat sowie den betreffenden Staaten im intensiven Austausch, um den Vogelfang in den betreffenden Ländern zu beenden.

Welche Tiere und Pflanzen darf ich nach Deutschland einführen?

Der weltweite Handel mit Tieren, Pflanzen und daraus hergestellten Produkten birgt nicht nur die Gefahr der Ausbreitung und Einschleppung von Tier- und Pflanzenseuchen, sondern bedroht auch den Erhalt der Artenvielfalt. Durch die Beschränkung des Handels soll weltweit ein Aussterben von seltenen Tieren und Pflanzen verhindert werden. Grundsätzlich sollten Sie davon absehen, Pflanzen und Tiere aus anderen Staaten nach Deutschland mitzubringen. Konkrete Informationen darüber, welche Tiere und Pflanzen Sie nach Deutschland einführen dürfen, finden Sie auf den Seiten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN).

Wie stärkt das Bundesumweltministerium den Artenschutz?

In der Natur lebende Tiere und Pflanzen werden durch das gesamte Naturschutzrecht und auch wesentliche umweltrechtliche Vorschriften geschützt. Der Artenschutz hat den besonderen Auftrag, die Arten als solche (beziehungsweise deren Populationen) zu erhalten. Gefährdungen sollen abgewehrt, möglichst eine gute Erhaltungssituation hergestellt und bewahrt werden, zumindest aber das Artensterben verhindert oder verlangsamt werden.

Proaktive Schutz-, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für Arten und deren Biotope werden von den Bundesländern auf Basis der Paragrafen 37 f. BNatSchG entwickelt und durchgeführt. Das BNatSchG ergänzt diese Maßnahmen im Allgemeinen und besonderen Artenschutz durch Beschränkungen der Entnahme (Fangen, Pflücken), der Beeinträchtigung der Exemplare (Stören, Verletzen, Töten) sowie deren Fortpflanzungs- oder Ruhestätten, durch Besitz- und Vermarktungsverbote. Für Arten, die der EG-Verordnung Nummer 338/97 zur Umsetzung des Washingtoner Artenschutzübereinkommens unterliegen, gelten vorrangige Einfuhr- und Vermarktungsbeschränkungen in der gesamten Union. Der Vollzug der Einfuhr-, Handels- und Besitzbeschränkungen wird durch weitere Instrumente erleichtert. Das Artenschutzrecht enthält ferner Regelungen zum Umgang mit invasiven und gebietsfremden Arten und Regelungen zur Genehmigung von Zoos und Tiergehegen.