Fragen und Antworten (FAQ)

Hier finden Sie Antworten auf einige besonders häufig gestellte Fragen. Wird Ihre Frage hier nicht beantwortet, haben Sie die Möglichkeit uns über das Formular "Ihre Fragen" zu kontaktieren. Wir sind bemüht, Ihr Anliegen schnellstmöglich zu beantworten. 

Highlight-Slider

Kreislaufwirtschaft

Weniger Verpackungsmüll

Welcher Verpackungsmüll entsteht in Deutschland und was unternimmt das BMU dagegen?

Klimaschutz

Klimaschutzprogramm 2030

Ziel des Programms ist es, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Erreichen wir mit diesem Programm unsere Klimaziele? Was kostet das Ganze?

Klimaschutz

Notwendigkeit einer CO2-Bepreisung

Seit 1. Januar 2021 erhalten CO2-Emissionen fossiler Brennstoffe für Wärme und Verkehr einen Preis, um ihren Verbrauch zu verringern. Unternehmen müssen Emissionsrechte in Form von Zertifikaten kaufen.

Verkehr

Elektromobilität

Elektroautos können negative Umweltfolgen des Autoverkehrs vermindern – insbesondere den Kohlendioxid-Ausstoß. Hier liegt ein großes Potenzial für den Klimaschutz.

LLL:form.legend

Liste mit Filter

Europa

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020

Wie wurde die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nachhaltig und klimaneutral gestaltet?

Veranstaltungen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft wurden – soweit sie unter Beachtung der geltenden Infektionsschutzregelungen physisch stattfinden konnten – nachhaltig gestaltet, sodass Umwelt und Klima so weit wie möglich geschont wurden. Wie das funktionieren kann, hat die Bundesregierung in einem umfangreichen Leitfaden beschrieben. Konkret heißt das, dass beispielsweise klimafreundliche Anreisemöglichkeiten bestehen sollten und auch bei der Wahl der Veranstaltungsorte auf deren Nachhaltigkeit geachtet werden sollten. Unnötige Abfälle sollten vermieden und mit wertvollen Ressourcen wie Wasser oder Papier sollte sparsam umgegangen werden. Alle unvermeidbaren Treibhausgasemissionen, die durch Flugreisen oder Veranstaltungen an sich entstanden, wurden durch hochwertige Zertifikate kompensiert, somit war die deutsche EU-Ratspräsidentschaft klimaneutral. Bei Dienstreisen von Beschäftigten der Bundesregierung ist dies ohnehin bereits Standard.
Die getroffenen Maßnahmen im Sinne der Nachhaltigkeit wurden von der Bundesregierung Maßnahmen erfasst und werden nun im Anschluss an die EU-Ratspräsidentschaft ausgewertet.

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020

Was sind die Vorteile einer EU-Umweltpolitik?

Ambitionierte Ziele in der Umwelt- und Klimapolitik lassen sich in der EU viel leichter und effektiver erreichen als in Deutschland allein. Nur durch die EU können wirksame und verbindliche Regelungen getroffen werden, die überall in Europa gelten und die vielen grenzüberschreitenden Umweltprobleme wirkungsvoll angehen. Das garantiert hohe Umweltstandards in allen Mitgliedstaaten, die zum Wohlergehen von Bürgerinnen und Bürgern beitragen, und sichert einen funktionierenden Binnenmarkt. Insgesamt wird etwa 80 Prozent der für Deutschland geltenden Umweltpolitik durch EU-Recht geprägt. Die EU hilft auch bei der Durchsetzung von Umweltstandards. Die Europäische Kommission überwacht die Einhaltung des EU-Rechts und kann Verfahren zu seiner Durchsetzung beginnen. Im äußersten Fall kann der Europäische Gerichtshof in diesem Zusammenhang finanzielle Sanktionen verhängen.

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020

Was verbirgt sich hinter einer Trio-Präsidentschaft?

Eine EU-Ratspräsidentschaft dauert sechs Monate. Es ist sinnvoll, dass sich aufeinanderfolgende EU-Ratspräsidentschaften miteinander absprechen, um den Übergang zu erleichtern und gemeinsame Schwerpunkte zu setzen. Seit 2007 gibt es dafür die sogenannten Trio-Präsidentschaften (auch Dreiervorsitz genannt). Im Rahmen der Trio-Präsidentschaft erstellen drei Mitgliedstaaten ein Achtzehnmonatsprogramm, das unter anderem gemeinsame Schwerpunkte beschreibt. Präsidentschaften sollen aufeinander aufbauen – so können gemeinsame Ziele leichter über einen längeren Zeitraum verfolgt werden. Vom zweiten Halbjahr 2020 bis Ende 2021 bilden Deutschland, Portugal und Slowenien den Dreiervorsitz.

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Deutsche EU-Ratspräsidentschaft 2020

Digitalisierung

Umweltpolitische Digitalagenda: Langes Leben für Smartphones und Tablets

Was für konkrete Auswirkungen hätte die Erweiterung der EU-Ökodesign-Richtlinie zum Beispiel auf Smartphones?

Unter der Ökodesign-Richtlinie können für Smartphones Ressourcenschutzanforderungen im Rahmen einer Produkteverordnung erlassen werden. Darin könnte unter anderem folgendes geregelt werden:

  • leichte Austauschbarkeit von einzelnen Komponenten (wie zum Beispiel Akku, Display),
  • Vorhalten von Ersatzteilen über mehrere Jahre für Verbraucherinnen und Verbraucher und Reparaturbetriebe zu einem vernünftigen Preis,
  • Reparaturinformationen,
  • Updates dürfen nicht zu mehr Energieverbrauch führen oder dazu, dass die Hardware nicht mehr funktioniert,
  • Kennzeichnung von seltenen Erden.

Wie würde eine Garantieaussagepflicht aussehen?

Das BMU setzt sich dafür ein, einer Herstellergarantieaussagepflicht unter der Ökodesign-Richtlinie zu verankern.

Die Garantieaussagepflicht soll für die Hersteller gelten. Sie sollen verpflichtet werden, eine Aussage zur Lebensdauer ihres Produktes zu treffen. Im Rahmen dieser angegebenen Lebensdauer hätten Käuferinnen und Käufer beispielsweise ein Recht auf Reparatur. Hersteller wären frei, auch eine Lebensdauer von 0 anzugeben. Verbraucherinnen und Verbraucher wüssten dann schon beim Kauf, woran sie sind.

Mit der Herstellergarantieaussagepflicht soll der Wettbewerb um langlebige Produkte angeregt werden.

Umweltpolitische Digitalagenda: Nachhaltiger Online-Handel

Was wären die ersten Schritte für einen nachhaltigeren Online-Handel?

  • Kurzfristig: Austausch mit Onlinehändlern über mögliche Selbstverpflichtungen (zum Beispiel Filterpflichten für Nachhaltigkeitslabel, Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten in Suchalgorithmen, aktives Anbieten nachhaltiger Alternativen). Das BMU fördert hierzu einen KI-Prototypen und steht mit der Leuchtturm-Initiative "Wege und Bausteine einer digitalen Agenda für nachhaltigen Konsum" bereits im Austausch mit den relevanten Stakeholdern
  • Kurzfristig: Bereitstellung der in öffentlichen Datenbanken vorhandenen Informationen zu Umweltwirkungen von Produkten und Dienstleistungen für nachhaltige Konsumentscheidungen (zum Beipsiel Blauer Engel)
  • Kurzfristig: Das Wachstum des Online-Handels führt zu direkten und indirekten Umweltauswirkungen (Transportaufkommen, Logistik, Verpackung und Retouren). Ein Blauer Engel für "Liefer- und Versanddienstleistungen" wird aktuell erarbeitet.
  • Kurzfristig: Nicht EU-konforme Produkte aus Drittländern, die über Online-Plattformen in den europäischen Markt kommen, sind ein Problem. Das BMU setzt sich für die Einführung einer Prüfpflicht im Elektrogerätegesetz und Verpackungsgesetz ein, nach der elektronische Marktplätze selbst nachweisen müssen, ob die angebotenen Elektro- sowie Elektronikprodukte und Verpackungen ordnungsgemäß registriert sind.
  • Kurzfristig: Schätzungen zufolge werden jährlich funktionsfähige Waren im Wert von mehreren Milliarden Euro vernichtet. Aus diesem Grund will das BMU eine Obhutspflicht im Kreislaufwirtschaftsgesetz einführen (Kabinettsbeschluss bereits erfolgt). Überhänge und Retouren sollen nur noch dann vernichtet werden dürfen, wenn dies zum Beispiel aus Sicherheits- oder Gesundheitsgründen nötig ist.

Wie könnte ein nachhaltigerer Online-Handel aussehen?

  • Sichtbarkeit von umweltfreundlichen Produktalternativen im Onlinebereich erhöhen, zum Beispiel durch die Sichtbarmachung von Produkten mit Umweltzeichen
  • Transparenz zu den Kriterien von Suchmaschinen bei Händlern zur Anzeige von Suchergebnissen. Konsumenten die Möglichkeit einräumen, diese Optionen selbst einzustellen.
  • Bessere Informationen über Herkunft der Bestellung und Anzeige einer vergleichenden Ökobilanz von Produktalternativen (Voraussetzung: Produktpass)
  • Umweltwirkungen (zum Beispiel CO2-Emissionen) für mögliche Retouren angeben und/oder Retourenkosten auf Verbraucherinnen/Verbraucher umlegen
  • Bessere Produktbeschreibungen zur Vermeidung von Retouren, das BMU fördert zum Beispiel die Entwicklung eines Avatars zur digitalen Anprobe von Kleidung.
  • Digitale Konsumassistenten: Aktives Anbieten nachhaltiger Alternativen (zum Beispiel entsprechend zertifizierter Produkte)

Umweltpolitische Digitalagenda: Digitaler Produktpass

Was ist ein digitaler Produktpass?

Der digitale Produktpass ist ein Datensatz, der die Komponenten, Materialien und chemischen Substanzen oder auch Informationen zu Reparierbarkeit, Ersatzteilen oder fachgerechter Entsorgung für ein Produkt zusammenfasst. Die Daten stammen aus allen Phasen des Produktlebenszyklus und können in all diesen Phasen für verschiedene Zwecke genutzt werden (Design, Herstellung, Nutzung, Entsorgung).

Die Strukturierung umweltrelevanter Daten in einem standardisierten, vergleichbaren Format ermöglicht allen Akteuren in der Wertschöpfungs- und Lieferkette, gemeinsam auf eine Kreislaufwirtschaft hinzuarbeiten. Der digitale Produktpass ist zugleich eine wichtige Grundlage für verlässliche Konsumenteninformation und nachhaltige Konsumentscheidungen im stationären wie auch im Online-Handel.

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Umweltpolitische Digitalagenda: Digitaler Produktpass

Gibt es Vorbilder für den digitalen Produktpass?

Ein solcher Pass ist bislang nicht etabliert.

Ansätze für einen digitalen Produktpass bestehen, allerdings sind sie bislang nicht durch verpflichtende Standarddatensätze oder zentrale Datenbanken institutionalisiert. Sie zeigen aber, dass bereits sehr vieles möglich ist:

  • myEcoCost unter FP7: Prototyp zur Echtzeitberechnung und Übermittlung von Umwelt- und Ressourcendaten von Produkten und Dienstleistungen in globalen Wertschöpfungsketten. Mithilfe des Barcodes können die Ökokosten von Konsumenten via App abgerufen werden. Auf dem Kassenbon finden sich neben dem Zahlbetrag dann auch die Ökokosten des gesamten Einkaufs.
  • AskREACH mit App Scan4Chem: Verbrauchern können Informationen zu besonders besorgniserregenden Stoffen anfordern. Die App ist an eine Datenbank angeschlossen, in die Produktanbieter Informationen zu besorgniserregenden Stoffen in ihren Produkten eingeben können. Unternehmen können Anfragen mithilfe der App zentral beantworten und ihrer Auskunftspflicht somit effizienter nachkommen  – und gegebenenfalls zeigen, dass ihre Produkte "sauber" sind.
  • Beat the microbead mit App: Abscannen von Produkten nach Mikroplastikanteilen

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Umweltpolitische Digitalagenda: Digitaler Produktpass

Für welche Produktgruppen eignet sich der digitale Produktpass?

Der Pass eignet sich für sämtliche Produkte und Dienstleistungen sowie Lebensmittel, wobei der Schwerpunkt zunächst auf besonders ressourcen- und energieintensiven Gütern liegen sollte. Das wäre zum Beispiel Informations- und Kommunikationstechnik mit hohem Energie- und Materialverbrauch.

Der digitale Produktpass wird für Produkte mit komplexer Zusammensetzung wichtiger sein, als für Produkte mit wenigen Bestandteilen. Dies ist nicht zuletzt wichtig, um negative Umweltauswirkungen zu verhindern und das Recycling zu optimieren.

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Umweltpolitische Digitalagenda: Digitaler Produktpass

Umweltpolitische Digitalagenda: Umweltfreundliches Streaming

Welche konkreten Verbesserungen sind beim Streaming nötig?

Eine Selbstverpflichtung der Streaming-Dienstleister könnte folgende Punkte umfassen:

  • Standardmäßig deaktiviertes Autoplay, Videos müssen nicht ungefragt loslaufen.
  • Angepasste Auflösungsstandards: Videos sollten nur in der Bildqualität angeboten werden, wie es für das jeweilige Endgerät angemessen und vom menschlichen Auge überhaupt wahrnehmbar ist.
  • "Nur-Audio"-Option, Musik-Videos also auch als reine Audio-Version (ohne bewegte Bilder) anbieten
  • Die Verhinderung von Datenduplikaten. Vieles liegt tausendfach identisch auf Servern.
  • Mit 100 Prozent erneuerbaren Energien betriebene Rechenzentren
  • Nutzung von Rechenzentren mit umweltfreundlichem Betrieb, insbesondere durch bessere Auslastung der vorhandenen Kapazitäten
  • Maßnahmen für Abwärmenutzung, sofern ökologisch sinnvoll
  • Die Kriterien des Blauen Engel für Rechenzentren einhalten. Darin sind alle wichtigen Anforderungen enthalten, die zu mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung in den Rechenzentren führen.
  • Server und Speicherprodukte nach den Anforderungen des Blauen Engel ausschreiben
  • In Forschung investieren, wie Streaming umweltschonender angeboten werden kann.