Fragen und Antworten (FAQ)

Hier finden Sie Antworten auf einige besonders häufig gestellte Fragen. Wird Ihre Frage hier nicht beantwortet, haben Sie die Möglichkeit uns über das Formular "Ihre Fragen" zu kontaktieren. Wir sind bemüht, Ihr Anliegen schnellstmöglich zu beantworten. 

Highlight-Slider

Kreislaufwirtschaft

Weniger Verpackungsmüll

Welcher Verpackungsmüll entsteht in Deutschland und was unternimmt das BMU dagegen?

Klimaschutz

Klimaschutzprogramm 2030

Ziel des Programms ist es, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Erreichen wir mit diesem Programm unsere Klimaziele? Was kostet das Ganze?

Klimaschutz

Notwendigkeit einer CO2-Bepreisung

Seit 1. Januar 2021 erhalten CO2-Emissionen fossiler Brennstoffe für Wärme und Verkehr einen Preis, um ihren Verbrauch zu verringern. Unternehmen müssen Emissionsrechte in Form von Zertifikaten kaufen.

Verkehr

Elektromobilität

Elektroautos können negative Umweltfolgen des Autoverkehrs vermindern – insbesondere den Kohlendioxid-Ausstoß. Hier liegt ein großes Potenzial für den Klimaschutz.

LLL:form.legend

Liste mit Filter

Klimaschutz

Was ist der "CO2 Fußabdruck/Product Carbon Footprint"?

"Der Product Carbon Footprint bezeichnet die Menge der Treibhausgasemissionen entlang des gesamten Lebenszyklus eines Produkts." Er ist also eine Maßeinheit für die Treibhausgas-Bilanz eines Produktes. Seit 2013 bestehen Grundregeln für ein international standardisiertes Verfahren zur ökologischen Bewertung von Produkten im Rahmen einer Technischen Spezifikation der internationalen Normungsorganisation ISO. Ein vom Bundesumweltministerium beauftragtes Memorandum sowie ein gemeinsamer Leitfaden mit dem BDI spiegeln die Sichtweise des Bundesumweltministeriums zur Anwendung des PCF wider.

Warum ist Klimaschutz wichtig?

Unsere Atmosphäre enthält Treibhausgase, die die Erde wie ein Schutzschild umgeben. Die Treibhausgase verhindern, dass die von der Erde kommende Wärme ins All entweicht. Dieser natürliche Schutzschild der Erde ist gefährdet. Denn Industrie, Haushalte, Verkehr und Landnutzung erhöhen fortlaufend den Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre, vor allem die des Kohlenstoffdioxids (CO2). Die Folge: Unsere Atmosphäre heizt sich außergewöhnlich stark auf.

Wenn es nicht gelingt, die steigende Erwärmung zu begrenzen, wird das weit reichende Folgen weltweit haben – ohne Emissionsbeschränkungen wird der Meeresspiegel bis Ende des Jahrhunderts zwischen 45 und 82 Zentimeter ansteigen, so der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) in seinem höchsten Emissionsszenario. Der IPCC schließt nicht aus, dass der Anstieg des Meeresspiegels auch deutlich höher ausfallen könnte. Küstenregionen und tief gelegene Inselstaaten würden dann überflutet. An vielen Orten der Welt kann man den bereits stattfindenden Klimawandel schon beobachten: anhand der Zunahme von Dürren, der Ausbreitung von Wüsten, häufigeren Überschwemmungen, der steigenden Zahl weiterer extremer Wetterereignisse und abschmelzenden Gletschern.

Welche Politik verfolgt Deutschland in Sachen Klimaschutz?

Deutschland geht national mit ehrgeizigen Zielen für den Klimaschutz voran: Die klimaschädlichen Emissionen sollen gegenüber dem Basisjahr 1990 bis 2020 um mindestens 40 Prozent und bis 2050 um 80 bis 95 Prozent sinken. Umgesetzt werden soll dies unter anderem durch das Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 sowie mittel- und langfristig durch den Klimaschutzplan der Bundesregierung. Einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet die Energiewende. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz soll eine klima- und umweltverträgliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung in Deutschland sichergestellt werden. Nicht nur klimapolitisch, sondern auch ökonomisch ist das sehr sinnvoll.

Was kann ich für den Klimaschutz tun?

Klimaschutz beginnt im Alltag. Jeder Verzicht auf CO2-Emissionen ist eine Investition in unsere eigene Zukunft. Zum Klimaschutz trägt etwa bei, wer das Auto stehen lässt und auf das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel umsteigt oder wer Fahrgemeinschaften bildet. Zusätzlich können Sie beim Kauf und der Nutzung von Haushaltsgeräten, Beleuchtung, Heizungsanlagen oder Fahrzeugen auf sparsamen Gebrauch und energieeffiziente Technik achten. Schon das Abschalten von Stand-by-Geräten bei Nichtnutzung, wie Druckern oder Fernsehern, würde in ganz Deutschland 14 Millionen Tonnen CO2 und zudem in vielen Haushalten bis zu 75 Euro Stromkosten im Jahr sparen. Das Herunterdrehen der Heizung um nur ein Grad Celsius spart sogar sechs Prozent Heizkosten.

Was ist eigentlich der "Grüne Klimafonds"?

Bei den UN-Klimaverhandlungen im Jahr 2010 wurde die Einrichtung eines "Grünen Klimafonds" beschlossen. Ziel des Fonds ist es, transformative Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern zu finanzieren, um diese bei der Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen sowie der Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen. Der Sitz des Fonds ist in Songdo, Korea. Die Generaldirektorin ist Héla Cheikhrouhou. Die Bundesregierung ist durch das Bundesentwicklungsministerium und Bundesumweltministerium im Direktorium des Fonds vertreten und Vorreiter bei der Ausstattung des Fonds: im Juli 2014 hat Deutschland als erster Geber angekündigt, bis zu 750 Millionen Euro zur Erstauffüllung beizutragen.

Die Geberkonferenz zur Erstauffülllung des Fonds (High-Level Pledging Conference), bei der interessierte Geber aus Industrie- und Schwellenländern eingeladen waren, ihre Beiträge zu verkünden, fand am 20. November 2014 in Berlin statt. Bei der Konferenz wurde ein Zusagevolumen von 9,3 Milliarden US-Dollar erreicht und somit ein positives Signal für die anstehende Weltklimakonferenz in Lima (Peru) gesendet um alle Staaten zu ermutigen, sich im Rahmen des künftigen Klimaabkommens, das 2015 in Paris beschlossen werden soll, zu ambitionierten Klimaschutzzielen zu verpflichten.

Climate Engineering – was verbirgt sich dahinter?

Unter dem Begriff Climate Engineering (oder Geo Engineering) werden Konzepte zusammengefasst, die den Klimawandel durch Eingriffe in die globalen ökologischen Abläufe bremsen beziehungsweise seine Auswirkungen mindern sollen.

Derartige Eingriffe – wie zum Beispiel die Einbringung großer Mengen von Schwefeldioxid in die Stratosphäre (dieses würde Sonnenstrahlen ins All zurück reflektieren), um damit die Erwärmung der Erde abzuschwächen – werden durch die Bundesregierung in Deutschland weder geplant noch durchgeführt, da unter anderem auch die Nebenwirkungen für Mensch und Umwelt noch kaum erforscht sind.

Auch die Sondierungsstudie "Gezielte Eingriffe in das Klima? Eine Bestandsaufnahme der Debatte zu Climate Engineering" (beauftragt durch das Bundesforschungsministerium) kommt zu der Einschätzung, dass es weiterhin erhebliche Forschungsdefizite zu den Wirkungen und Risiken sowie wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Aspekten eines Einsatzes solcher Technologien gibt.

Weiterführende Informationen finden Sie auch in dem Hintergrundpapier des Umweltbundesamtes "Geo-Engineering – wirksamer Klimaschutz oder Größenwahn? Methoden - Rechtliche Rahmenbedingungen - Umweltpolitische Forderungen".

Die Bundesregierung setzt vor diesem Hintergrund in ihrer nationalen und internationalen Klimapolitik ausschließlich auf die Minderung von Treibhausgasemissionen sowie auf Anpassungsmaßnahmen.

Anpassung an den Klimawandel

Was kostet uns der Klimawandel in Deutschland heute schon?

Bisher gibt es noch kein vollständiges Bild vom Ausmaß der Schäden durch den Klimawandel oder den genauen Anteil des Klimawandels an Extremwettereignissen, vor allem wegen methodischer Schwierigkeiten. Daher bezieht die Bundesregierung Daten und Studien anderer relevanter Akteure zu den Kosten durch Schäden von Extremwettereignissen in ihr Handeln ein. Wir wissen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV), dass die Versicherer für Beschädigungen durch Sturm, Hagel und weitere Naturgefahren wie Starkregen im Jahr 2020 rund 2,5 Milliarden Euro geleistet zu haben. 2019 waren es rund 3,0 Milliarden Euro in der Sach- und Kraftfahrzeugversicherung. Seitens des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden für Berlin und Hessen für den Sommer 2018 insgesamt etwa 1.200 hitzebedingte Sterbefälle ermittelt.  In den Jahren 2017-2020 haben Stürme, Dürre und Hitzewellen sowie Massenvermehrung von Borkenkäfern gravierende Schäden im Wald verursacht. Auf Grundlage einer Länderabfrage mit Stand 31. Dezember 2020 ist von einer geschädigten Waldfläche von insgesamt 277.000 Hektar auszugehen.

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Anpassung an den Klimawandel

Was ist das Klima-Schadenskataster der Bundesregierung?

Das Klima-Schadenskataster ist eine zentrale Maßnahme des Aktionsplans Anpassung aus dem Zweiten Fortschrittsbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie. Das Bundesumweltministerium lässt derzeit vom Umweltbundesamt eine praxisorientierte Methodik zur Erfassung der ökonomischen Wirkung von Klimawandel und Anpassungsmaßnahmen erarbeiten. Langfristige Schäden und Schadenskosten durch den Klimawandel sollen künftig systematisch in einem so genannten Klima-Schadenskataster gebündelt werden. Dabei sollen sowohl versicherte Schäden und nicht-versicherte, monetäre sowie erweiterte Schäden (zum Beispiel Ökosystemleistungen) berücksichtigt werden. Parallel zur Entwicklung des Klima-Schadenskatasters werden wir uns zudem einen umfassenden Überblick verschaffen, welche Ausgaben der Bund heute für die Klimaanpassung vorsieht und welche zukünftig benötigt werden. Dadurch lassen sich künftige Schadenskosten besser abschätzen und dem nötigen Aufwand für Anpassungsmaßnahmen gegenüberstellen.

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Anpassung an den Klimawandel

Wer ist zuständig für die Anpassung an den Klimawandel?

Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel bildet den strategischen Rahmen innerhalb der Bundesregierung für die Politik der Klimaanpassung. In der Strategie werden die Maßnahmen der Bundesregierung der einzelnen Ressorts gebündelt und zusammenführt. Jedes Ministerium ist aber weiterhin selbst verantwortlich für alle Maßnahmen in seinem Bereich. Dem BMU kommt im Kontext dieser Zusammenarbeit eine koordinierende Rolle zu. Eine übergeordnete Koordinierung geschieht im Rahmen der Interministeriellen Arbeitsgruppe Anpassung der Bundesregierung sowie durch ein Behördennetzwerk von 25 Bundesoberbehörden. Hier werden strategische Fragen und (wissenschaftliche) Grundlagenarbeit wie die Bewertung von Risiken und Maßnahmen, das Berichtswesen zur Klimaanpassung in Deutschland oder die Weiterentwicklung der Strategie wahrgenommen.

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Anpassung an den Klimawandel

Was erschwert bislang das Erfassen von Schäden durch den Klimawandel an zentraler Stelle?

Die tatsächlichen klimawandelbedingten Schäden in Deutschland können derzeit noch nicht vollständig erfasst und beziffert werden. Neben rechtlichen Hürden und fehlenden Informationsflüssen hat das weitere Gründe:

  1. Analysen nur im Sektor: Aktuelle Untersuchungen für Deutschland betrachten nur einen Ausschnitt. Versicherer erfassen den Schaden an Gebäuden und Infrastruktur. Landwirte und ihre Verbände die Erträge und Ausfälle. Andere Stellen erfassen die erhöhte Sterblichkeit, Kriminalitätsrate oder verringerte Arbeitsproduktivität. Es fehlt eine Bündelung der Daten an zentraler Stelle, wo auch Rückschlüsse von einem Sektor auf den anderen gezogen werden.
  2. Klimafolgen sind komplex: Klimafolgen betreffen sowohl graduelle Veränderungen (Temperatur- und Meeresspiegelanstieg) als auch eine Zunahme von Extremereignissen (wie Hitze oder Starkregen). Sie haben nicht nur unmittelbare, sondern auch vielfältige indirekte, schwer zu beziffernde Auswirkungen, zum Beispiel ökonomische Einbußen durch Zeitverluste infolge von Schäden der Infrastruktur wie Böschungsbrände oder Geschwindigkeitsreduzierungen an Autobahnen; erhöhte Transportkosten und Havarien infolge von Einschränkungen der Abladetiefen infolge von Niedrigwasser.
  3. Offene Forschungsfragen: Noch ist es schwierig zu ermitteln, welcher konkrete Anteil dieser Schäden sich auf den Klimawandel zurückführen lässt. Beispiel: Hochwasser hat es schon immer gegeben, infolge des Klimawandels treten sie mittlerweile häufiger auf. In der Attributionsforschung kann nachgewiesen werden, dass eine Kausalität zwischen Klimawandel und Extremereignissen besteht. Welcher Anteil eines Schadensereignisses genau durch den Klimawandel verursacht worden ist, wird derzeit noch erforscht.

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Anpassung an den Klimawandel

Was ist Klimaanpassung?

Der Klimawandel verändert unsere Umwelt und wird auch unser Leben in Deutschland verändern. Er hat unter anderem Einfluss auf unser Wohnen, Arbeiten und unsere Gesundheit. Um auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet zu sein, legte die Bundesregierung 2008 eine Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) vor. Die Strategie, die 2011 mit einem Aktionsplan unterlegt wurde, schafft einen Rahmen zur nationalen Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels und etabliert einen mittelfristigen Prozess, in dem mit den betroffenen Akteuren der Handlungsbedarf sowie mögliche Anpassungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden sollen. Mit der Strategie bündelt die Bundesregierung, die in den verschiedenen Bundesministerien laufenden Arbeiten zur Anpassung an den Klimawandel in einem gemeinsamen Rahmen.

Enthalten in Fragen und Antworten zu

Anpassung an den Klimawandel