Welche Auswirkungen haben Medikamente auf die Umwelt?

Welche Auswirkungen haben Medikamente auf die Umwelt?

Medikamente bauen sich in der Umwelt unterschiedlich gut ab. Nahezu 270 Arzneimittelstoffe wurden mittlerweile in deutschen Flüssen und Seen, in Sedimenten, im Grundwasser und in Böden nachgewiesen. Einmal in die Umwelt gelangt, können Antibiotika zum Beispiel Algen beziehungsweise Cyanobakterien schädigen. Dies kann das natürliche Nahrungsnetz in Gewässern stören und somit die jeweiligen Ökosysteme beeinträchtigen. Gelangen Medikamente ins Grundwasser, erschwert dies die Gewinnung von Trinkwasser. Die gemessenen Konzentrationen der Wirkstoffe von Arzneimitteln in der Umwelt liegen jedoch unterhalb der Dosierungen, die therapeutische Auswirkungen haben.

Die Illustration verdeutlicht, dass sich Medikamentenreste auf drei Faktoren auswirken: 1. Hemmung des Wachstums bei Pflanzen, 2. Störung der Fortpflanzung und Schädigung der Organe bei Fischen, 3. Erschwerte Trinkwassergewinnung. Deswegen: Medikamente richtig entsorgen über den Restmüll, die Apotheke, den Recyclinghof oder die mobile Schadstoffsammelstelle: www.arzneimittelentsorgung.de

Auch die Tiere, die in Flüssen und Seen leben, sind geringen Konzentrationen von Medikamentenwirkstoffen in der Umwelt ausgesetzt. Zudem kommen sie mit der gesamten Mischung der Wirkstoffe zur gleichen Zeit ständig in Berührung. Da die Wasserbewohner die Wirkstoffe über die Haut, die Nahrung und die Schleimhäute aufnehmen, können sie in ihren Organen zurückbleiben.

Je nach Wirkstoff können die Organe dieser Tiere geschädigt werden. So kann sich das Verhalten der Tiere verändern oder die Fortpflanzung gestört werden. Dies kann wiederum große Auswirkungen auf das betrachtete Ökosystem haben. 

Illustration, wie fünf beispielhafte Medikamente negativ auf Tiere wirken können. Falsch entsorgt, ist schlecht für die Umwelt (es folgt eine beispielhafte Auswahl von Medikamenten, die besonders häufig in der Umwelt vorkommen): 1. Antibiotika (verlangsamtes Wachstum von Umweltbakterien und Algen), 2. Schmerzmittel (Organschädigung bei Fischen), 3. Blutdrucksenker (Störung der Fortpflanzung bei Wasserinsekten), 4. Diabetesmedikamente (Verweiblichung von Fischen), 5. Epilepsiemedikamente (Entwicklungsverzögerung bei Fischen und Einschränkung der Fortpflanzung wirbelloser Tiere)