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26.06.2018

Rede von Svenja Schulze beim NABU-Salon "Gönn dir Garten"

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hielt am 26. Juni eine Rede zum Thema Insekten- und Naturschutz beim NABU-Salon "Gönn dir Garten"

– Es gilt das gesprochene Wort –

Dr. Gerd Müller,
Olaf Tschimpke,
Leif Miller,
Britta Steffenhagen,
Damen und Herren,

herzlichen Dank für die Einladung.

Ich bin sehr gerne zu Ihnen gekommen, weil ich mich dem NABU seit vielen Jahren eng verbunden fühle.

Uns verbindet viel. Wir wollen gemeinsam den Naturschutz stärken und die biologische Vielfalt bewahren. Sie haben sich ja heute bereits intensiv mit dem Thema biologische Vielfalt befasst. Nicht zuletzt Ihr beharrliches Engagement hat mitgeholfen, dass sich immer mehr Menschen für die Artenvielfalt und den Schutz unserer Natur einsetzen.

Dass zum Beispiel der Insektenschwund auf ein so breites öffentliches Interesse stößt, freut mich sehr. Aber die Ursache ist natürlich traurig: Trotz aller Bemühungen haben wir es leider noch nicht geschafft, den Verlust zu stoppen.

Das Insektensterben hat viele Menschen aufgerüttelt, und das ist gut so! Denn die Umweltpolitik und die Umweltverbände können jede Unterstützung brauchen. Wir brauchen Menschen an unserer Seite, die sagen: Wir müssen dringend etwas tun! Wir wissen noch nicht alles über das Insektensterben, aber unser Wissen reicht aus, um zu handeln. Deshalb habe ich gleich zu Beginn meiner Amtszeit Eckpunkte für ein Aktionsprogramm Insektenschutz vorgelegt. Ich freue mich, dass das Landwirtschaftsministerium mitgezogen hat und das Bundeskabinett die Eckpunkte bereits beschließen konnte. Darin finden sich konkrete Handlungsbereiche:

  • Wir werden Insektenlebensräume viel stärker fördern.
  • Wir brauchen mehr Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft.
  • Wir werden Schutzgebiete für Insekten stärken.
  • Und wir werden viel weniger Pestizide verwenden.
  • Außerdem werden wir die Schadstoffeinträge in Böden und Gewässer genauso reduzieren wie die Lichtverschmutzung.

Mit dem Aktionsprogramm wollen wir auch bestehende Wissenslücken schließen und ein bundesweit einheitliches Insektenmonitoring einführen.

Aus diesen Handlungsfeldern lässt sich ersehen, dass die wesentlichen Ursachen für das Insektensterben im Bereich der Landwirtschaft liegen.

Aber nicht nur die Landwirte sind gefragt, wir alle können etwas gegen den Insektenrückgang tun, sei es im eigenen Garten oder auf dem Balkon. Blumen und Pflanzen helfen den Insekten. Gerade in Städten sind Grünflächen wertvolle Lebensräume. Aber das wissen Sie ja.

Alle, die mitmachen, helfen dem Naturschutz zu wertvoller Anerkennung. Mittlerweile leben rund zwei Drittel der deutschen Bevölkerung in Städten, und wir beobachten, dass das Bewusstsein für eine lebendige Stadtnatur stetig steigt.

Dennoch müssen wir aufpassen. Wenn immer mehr Menschen in die Städte ziehen, braucht es mehr Wohnungen und Gewerberäume, also wächst der Bedarf an neuen Bauflächen. Um Grünflächen zu sichern, sind gute Konzepte gefragt, im Sinne einer doppelten Innenentwicklung, wie Fachleute das nennen. Das heißt: Verdichtung bei gleichzeitigem Erhalt der Grün- und Freiräume.

Städtische Grünflächen werden von manchen Kämmerern leider nur als Kostenfaktor betrachtet – und stehen damit in Konkurrenz zu anderen öffentlichen Ausgabenbereichen. Es ist deshalb wichtig, den hohen gesellschaftlichen Wert einer grünen Infrastruktur in Städten aufzuzeigen und zu vermitteln.

Das Bundesumweltministerium hat mit dem Grünbuch und dem Weißbuch zum Thema "Grün in der Stadt" eine langfristige Initiative gestartet. In dieser Legislaturperiode wollen wir an die Umsetzung des Weißbuches gehen und speziell den Arten- und Biotopschutz voranbringen. Neben unseren Aktivitäten zum Insektenschutz wird das ein weiteres wichtiges Aktionsfeld im Naturschutz sein. Dass das Bauressort nicht mehr im Bundesumweltministerium angesiedelt ist, wird daran nichts ändern.

Ich freue mich über fachkundige, konstruktive Begleitung und wünsche Ihnen und uns einen schönen Abend.

26.06.2018 | Rede Naturschutz/Biologische Vielfalt | Berlin