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10.10.2018

Laudatio von Svenja Schulze zur Auszeichnung der UN-Dekade-Jahresprojekte 2018

Laudatio von Svenja Schulze zur Auszeichnung der UN-Dekade-Jahresprojekte 2018

Sehr geehrte Frau Fehres,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Vereinten Nationen haben im Dezember 2010 das Jahrzehnt von 2011 bis 2020 zur UN-Dekade Biologische Vielfalt erklärt, um möglichst viele Menschen für die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu sensibilisieren.

Im Mittelpunkt der deutschen UN-Dekade-Aktivitäten stehen zwei Projektwettbewerbe:

  • Der bereits seit 2012 laufende Wettbewerb "Biologische Vielfalt", bei dem Projekte ausgezeichnet werden, die sich in ganz besonders vorbildlicher Weise für die biologische Vielfalt in Deutschland einsetzen
  • sowie der im Jahr 2017 gestartete Sonderwettbewerb "Soziale Natur – Natur für alle".

Ich freue mich, dass ich im Rahmen der heutigen Veranstaltung auch die Auszeichnung der von der UN-Dekade-Fachjury ausgewählten Jahresprojekte dieser beiden Wettbewerbe vornehmen darf.

Beide Projekte haben mit dem Sport zu tun und zeigen auf ganz unterschiedliche Weise, wie der Sport Menschen für biologische Vielfalt bewegen kann.

Der Deutsche Olympische Sportbund - DOSB - setzt sich seit Jahren mit seiner Öffentlichkeitsarbeit für dieses Thema ein. Dafür möchte ich ihm an dieser Stelle ganz herzlich danken.

Der DOSB hat in den Jahren 2013 bis 2015 das vom Bundesumweltministerium geförderte Projekt "Sport bewegt – Biologische Vielfalt erleben" durchgeführt. Er hat damit den Anstoß zur Entwicklung des Projektes "Pferde fördern Vielfalt" gegeben.

im Film konnten Sie es bereits sehen: Das direkte Umfeld von Pferden bietet viel Potential zur Förderung von biologischer Vielfalt. Zum einen sind dies die Gebäude, Ställe und Reithallen, die willkommene Brut- und Nistplätze, z. B. für Mehl- und Rauchschwalben, Schleiereulen und Fledermäuse, sind. Zum anderen sind das die Wiesen, Weiden und Hecken. Sie bieten Nahrungs- und Lebensraum für viele Insekten und Vögel. Das Projekt "Pferde fördern Vielfalt" motiviert mit einem Biodiversitäts-Quick-Check und einem Katalog mit beispielhaften Maßnahmen die Menschen im Pferdesport in vorbildlicher Weise dazu, ihre Möglichkeiten für die Biodiversität zu erkennen und aktiv zu werden.  

Stellvertretend für alle an dem Projekt Beteiligten danke ich

  • Frau Gerlinde Hoffmann, Leiterin der Umweltabteilung Deutsche Reiterliche Vereinigung,
  • Dieter Medow, Vizepräsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung und
  • Herrn Dr. Stefan Rösler, der als Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitsberater das Projekt unterstützt hat,

ganz herzlich für Ihr großes Engagement. Ich hoffe, dass der Biodiversitäts-Quick-Check immer mehr Zuspruch in Pferdevereinen und Pferdebetrieben findet und bei vielen Pferdessportlern auch ein generelles Interesse an dem Thema „Biodiversität“ weckt. Für die weitere Arbeit in diesem zukunftsweisenden Projekt wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

Ich freue mich sehr, dass ich in diesem Jahr auch zum ersten Mal den Sonderpreis "Soziale Natur – Natur für alle" an das Jahresprojekt des erst seit 2017 laufenden gleichnamigen Wettbewerbs übergeben darf. Im Rahmen dieses Wettbewerbs werden jährlich Projekte ausgezeichnet, die besonders eindrucksvoll demonstrieren, wie Naturvielfalt und positive Gemeinschaftserlebnisse in und mit der Natur den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft fördern können.

Die Wahl ist in diesem Jahr auf das Projekt "A.L.M. – Alpen.Leben.Menschen" des Malteser Hilfsdienstes und des Deutschen Alpenvereins gefallen, von dem Sie in dem Film ebenfalls einen kleinen, sehr authentischen Eindruck bekommen konnten.

In dem Projekt arbeiten 47 Sektionen des Deutschen Alpenvereins und fünf Malteser Dienststellen im bayerischen Alpenraum mit Umweltbildungsträgern sowie lokalen Initiativen und vielen Ehrenamtlichen zusammen. Sie zeigen den zu ihnen geflüchteten neuen Nachbarn auf Wanderungen und Klettertouren die Vielfalt und Einzigartigkeit der alpinen Natur. Dabei verbinden sie die Integration von Flüchtlingen mit der Sensibilisierung für Natur- und Umweltfragen. Außerdem werden auch praktische Pflegemaßnahmen wie Schutzwaldpflanzungen oder Wegesanierung gemeinsam durchgeführt.

Bei der anhaltenden Flüchtlingsdebatte brauchen wir mehr solcher Projekte, die durch Taten überzeugen und zeigen, wie gemeinsames Miteinander funktionieren kann. Ich danke

  • Frau Anna Heinisch, Projektleiterin Malteser Hilfsdienst
  • Frau Stephanie von Waldstein, stellvertretende Diözesanoberin Malteser Hilfsdienst und
  • Herrn Olaf Tabor, Hauptgeschäftsführer Deutscher Alpenverein

sowie den Vielen, die vor Ort in dieses Projekt eingebunden sind, ganz herzlich für Ihr Engagement und wünsche dem Projekt weiterhin viel Erfolg.  

Als kleines Zeichen der Anerkennung möchte ich beiden Projekten nun die Auszeichnung überreichen. Diese ist jeweils mit einem Scheck in Höhe von 1.000 Euro verbunden. Ich darf Sie dafür auf die Bühne bitten.

10.10.2018 | Rede Naturschutz/Biologische Vielfalt