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06.05.2021

Eröffnungsstatement von Bundesumweltministerin Svenja Schulze beim XII. Petersberger Klimadialog 2021

04.05.2021 | Petersberger Klimadialog Digital

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12. Petersberger Klimadialog

12. Petersberger Klimadialog
Bundesumweltministerin Svenja Schulze hielt beim beim XII. Petersberger Klimadialog 2021 das Eröffnungsstatement.

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrter Herr Generalsekretär,
sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
sehr geehrter Herr Minister Sharma,
Kolleginnen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

Herzlich Willkommen zum 12. Petersberger Klimadialog! Wir starten mit dem High-Level Segment. Dieses wird live übertragen. Daher begrüße ich ganz herzlich unsere hochrangigen Rednerinnen und Redner und meine Ministerkolleginnen und -kollegen, aber auch alle, die von überall aus der Welt live an den Bildschirmen dabei sind.

Als die Corona-Pandemie vor mehr als einem Jahr ausbrach, waren die Prognosen schlecht für ehrgeizigen Klimaschutz: Der Kampf gegen den Klimawandel gerate ins Hintertreffen, die Krise bremse neue Klimaziele aus, war die Sorge.

Heute, ein Jahr später, ist klar: Das Gegenteil ist richtig! Der Kampf gegen die Klimakrise hat in den letzten zwölf Monaten weltweit eine ganz neue Dynamik bekommen. Es bewegt sich gewaltig etwas – auch in Deutschland. Drei Beispiele:

  • Erstens: Zahlreiche Länder haben ihre Klimaziele aufgestockt – beim "Climate Leaders Summit" vor zwei Wochen oder schon beim "Climate Ambition Summit" im Dezember. So auch die EU. Wir haben im letzten Jahr unser Klimaschutzziel für 2030 erheblich angehoben und machen es nun mit dem Klimaschutzgesetz verbindlich und unumkehrbar. Und auch in Deutschland kommt Schwung in die Klimadebatte durch ein wegweisendes Urteil unseres Obersten Gerichts. Die Kernaussage: Unterlassener Klimaschutz beraubt künftige Generationen ihrer Freiheitsrechte. Ich nehme das zum Anlass, beim Klimaschutz in Deutschland noch eine Schippe drauf zu legen und unser Klimaschutzgesetz anzuschärfen. Darüber wird jetzt beraten. Mein Ziel ist, es noch vor dem Sommer zu verabschieden.
  • Zweitens: Klimaschutz wird überall auf der Welt immer konkreter. Mehr und mehr Länder planen den Ausstieg aus der Kohle, die erneuerbaren Energien hingegen brechen jährlich aufs Neue Ausbaurekorde. Klimafreundliche Lösungen kommen aus der Nische, sei es im Verkehr – Stichwort E-Autos -, in der Landwirtschaft oder der Industrie.
  • Drittens: Die Corona-Hilfspakete vieler Staaten sind auf mehr Klimaschutz ausgerichtet – genau wie wir Umweltministerinnen und -minister das auf dem letzten Petersberger Klimadialog gefordert hatten.

All das zeigt, dass Klimaschutz trotz der Tragödie der Pandemie ganz oben auf der Agenda geblieben ist. Das stimmt mich optimistisch. Darauf wollen wir heute aufbauen, denn es gibt noch viel zu tun.

In den kommenden beiden Tagen wollen wir die Klimakonferenz in Glasgow, COP 26, gut vorbereiten. Und Fortschritt machen bei den folgenden Fragen:

  • Was braucht es, um unsere Gesellschaften krisenfester aufzustellen und sie vor den Auswirkungen der Klimakrise besser zu schützen?
  • Wie kommen wir voran bei den Verhandlungen zur Klimafinanzierung für die Zeit nach 2025?
  • Wie bringen wir die Verhandlungen zum Paris Rulebook zu einem erfolgreichen Ende? Für mich heißt das: Wie schaffen wir es, dass wir in Glasgow:
    • den Transparenzrahmen fertigstellen
    • gemeinsame Zeitrahmen für unsere NDCs festlegen
    • und die Vorgaben zu den Kooperationsmechanismen – Artikel 6 des Pariser Abkommens – finalisieren.

All diese Themen haben eine politische und eine technische Komponente. Wir als Minister werden in Glasgow letztlich ein politisches Paket schnüren müssen.

Ich möchte heute und morgen mit Ihnen darüber ins Gespräch kommen. Lassen Sie uns die gemeinsame Zeit produktiv nutzen.

Ich freue mich, jetzt das Wort an den designierten Präsidenten der nächsten Klimakonferenz zu übergeben. Herr Sharma, Sie haben das Wort.

Vielen Dank, dass Sie dabei sind!

06.05.2021 | Rede Petersberger Klimadialog Digital