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25.10.2019

Rede von Rita Schwarzelühr-Sutter im Bundestag über 30 Jahre Grünes Band

Porträt der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter
Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter hielt im Bundestag eine Rede über das Erfolgsprojekt im Naturschutz, das Grüne Band. Das BMU hat das Grüne Band mit 19 Millionen Euro unterstützt.

– Es gilt das gesprochene Wort –

Sehr geehrte Frau Präsidentin/Herr Präsident,
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

30 Jahre nach dem Mauerfall steht das Grüne Band wie kein anderes Erfolgsprojekt des Naturschutzes für die Überwindung der schmerzlichen Teilung Deutschlands und Europas. Statt Stacheldraht, Grenzkontrollen, Wachtürmen sehen wir grüne Landschaften, Rad- und Wanderwege, Begegnungsorte.

Das Grüne Band zeigt, dass mit dem Willen aller Beteiligten Narben wieder verwachsen können. Es mahnt uns, auch in Zukunft keine neuen Mauern zu errichten und es lehrt uns, dass Natur- und Umweltschutz verbinden und Brücken schlagen kann.

Das Grüne Band ist mit einer Länge von fast 1400 Kilometern der längste Verbund von Lebensräumen der Natur in Deutschland. Hier konnte sich die Natur über Jahrzehnte hinweg beinahe ungestört durch menschliche Nutzung entwickeln, sodass ein Rückzugsgebiet für mehr als 1200 bedrohte Tier- und Pflanzenarten entstehen konnte.

Und: das Grüne Band ist der einzige nationale Biotopverbund, der sich durch neun Bundesländer zieht und einen Querschnitt durch fast alle Landschaften Deutschlands bildet, von den norddeutschen Niederungsgebieten bis hin zu den Mittelgebirgen.

Dieses ökologische Juwel gilt es in Zukunft zu sichern.

Umso mehr freue ich mich, dass Thüringen im vergangenen Herbst mit der Ausweisung des Nationalen Naturmonuments "Grünes Band Thüringen" vorangegangen ist. Das Bundesumweltministerium hat das von Anfang an unterstützt, denn durch die Ausweisung stärken wir das Zusammenspiel von Biotopverbund und Erinnerungslandschaft. Unsere Hoffnung ist, dass wir in Zukunft das gesamte Grüne Band in Deutschland zum Nationalen Naturmonument erklären können. Und heute kam schon die gute Nachricht aus dem Landtag von Sachsen-Anhalt, der eben heute das dortige Gebiet auch zum Nationalen Naturmonument erklärt hat.

Insgesamt hat das Bundesumweltministerium das Grüne Band mit rund 19 Millionen Euro aus unterschiedlichen Förderinstrumenten unterstützt.

Zum Beispiel tragen wir dazu bei, Lücken im Grünen Band zu schließen. Wir fördern im Rahmen des Bundesprogramms "Biologische Vielfalt" das Projekt "Lückenschluss Grünes Band", welches Flächenbesitzer innerhalb des Bandes - wie etwa Naturschutzstiftungen der Länder, Kommunen, Privatpersonen – dabei unterstützt, zerstörte Lebensräume wiederherzustellen.

Auch die Bundesregierung selbst leistet einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung der im Grünen Band verfügbaren Bundesflächen. Alle diese Flächen wurden ins "Nationale Naturerbe" übertragen. In der Vergangenheit waren dies insgesamt 6.800 Hektar, in dieser Legislaturperiode kommen im Rahmen der 4. Tranche des Nationalen Naturerbes weitere Flächen hinzu.

Der Schutz des Grünen Bandes funktioniert auch deshalb so gut, weil hier alle – die unterschiedlichen staatlichen Ebenen, die Verbände und Privatpersonen – an einem Strang ziehen. Diesen Erfolg wollen wir weitertragen und den ehemaligen "Eisernen Vorhang" vom hohen Norden Europas bis zum Schwarzen Meer im Süden in ein europäisches grünes Band verwandeln. Erfreulicherweise erhalten wir viel Unterstützung von anderen Mitgliedsstaaten und der Kommission.

Deutschland hat eine besondere Verantwortung, das Grüne Band als historischen Ort, als Ort der Begegnung und als Ort des Naturschutzes zu erhalten. Dieser Verantwortung stellen wir uns auch in Zukunft.

Vielen Dank.

25.10.2019 | Rede Naturschutz/Biologische Vielfalt | Berlin