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Deutschland | 2021 - 2023 | Dekarbonisierung in der Industrie | Klimaschutz

PROSPECT – Treibhausgasarme Schmelztechnologie für pharmazeutisches Spezialglas

Damit Deutschland 2045 Treibhausgasneutralität erreicht, ist es erforderlich die CO2-Emissionen in der energieintensiven Grundstoffindustrie so weit wie möglich zu reduzieren beziehungsweise zu vermeiden – auch in der Glasindustrie. Dies kann in dieser Branche gelingen, wenn die zentralen Prozessschritte Einschmelzung und Läuterung elektrifiziert werden. Das heißt: Die bisher genutzten fossilen Brennstoffe, wie etwa Erdgas, werden so weit wie möglich durch erneuerbaren Strom ersetzt. Wird zudem der Einsatz von Glasscherben als Ausgangsstoff im neuen, elektrischen Verfahren optimiert, sinken die prozessbedingten Emissionen der Glasherstellung weiter.

Projektdaten

Projektdauer

11/2021 - 10/2023

Förderjahr

2021

Land

Deutschland

Ort/Region

Mainz (Rheinland-Pfalz)

Fördersumme

783.881 Euro

Kontakt

Schott AG

Fördernehmer

Schott AG

Die SCHOTT AG entwickelt im Rahmen des Forschungsprojekts PROSPECT eine Pilotanlage zur weitgehend CO2-freien Herstellung von Pharmaglas. Der bislang mit Erdgas betriebene Einschmelzprozess, in dem Temperaturen von bis zu 1700 Grad Celsius erforderlich sind, soll in Zukunft vollelektrisch mit erneuerbarem Strom erfolgen. So sollen rund 90 Prozent Treibhausgasemissionen eingespart werden. In Versuchen sollen zentrale Größen und Parameter zur Auslegung entwickelt und eingesetzte Materialien der neuartigen Schmelzwanne getestet werden. Zudem sollen Varianten eines Läuteraggregats, mit dem Gasblasen aus dem flüssigen Glasgemenge entfernt werden, getestet werden. Die Qualitätsanforderungen an Spezialgläser wie Pharmaglas sind, etwa in Bezug auf Blasenfreiheit, besonders hoch und stellen neben der CO2-Vermeidung wichtige Parameter des zukünftigen elektrischen Verfahrens dar.

Die Gesamtentwicklungskosten belaufen sich auf rund drei Millionen Euro. Aufbauend auf den Forschungsergebnissen plant die SCHOTT AG den Bau einer optimierten, vollelektrisch beheizten Schmelzwanne für Pharmaglas an einem Standort des Unternehmens in Deutschland.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördert das Vorhaben bis 2023 im Rahmen seines Förderprogramms Dekarbonisierung in der Industrie mit über 780 000 Euro.

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