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Deutschland | 2022 - 2024 | Dekarbonisierung in der Industrie | Klimaschutz

PLANET1 – Entwicklung einer Pilotwanne zur CO2-armen Aluminosilikatglasschmelze

Im Jahr 2045 soll Deutschland treibhausgasneutral sein. Um das zu erreichen, müssen die Treibhausgasemissionen in der energieintensiven Grundstoffindustrie so weit wie möglich reduziert bzw. vermieden werden. In der Glasindustrie kann dies gelingen, wenn die zentralen Prozessschritte der Glasherstellung, Einschmelzung und Läuterung, elektrifiziert werden. Das bedeutet: Die bisher genutzten fossilen Brennstoffe, wie etwa Erdgas, werden so weit wie möglich durch erneuerbaren Strom ersetzt. Wo keine direkte Elektrifizierung möglich ist, werden synthetische Gase auf Basis erneuerbaren Stroms zum Einsatz kommen.

Projektdaten

Projektdauer

01/2022 - 06/2024

Förderjahr

2022

Land

Deutschland

Ort/Region

Mainz (Rheinland-Pfalz)

Fördersumme

3.722.209,36 Euro (50%)

Kontakt

Schott AG

Fördernehmer

Schott AG

Die SCHOTT AG entwickelt im Rahmen des Forschungsprojekts PLANET 1 eine Pilotanlage zur weitgehend CO2-freien Herstellung von Aluminosilikatgläsern. Der bislang mit Erdgas betrieben Einschmelzprozess, in dem sehr hohe Schmelztemperaturen von bis zu 1.700 Grad Celsius erzeugt werden müssen, soll in Zukunft zu mehr als 60 Prozent mit erneuerbarem Strom erfolgen. So können unmittelbar rund 60 Prozent der CO2-Emissionen gegenüber heute üblichen Verfahren eingespart werden. Wird darüber hinaus in Zukunft zudem grüner Wasserstoff als Brennstoff eingesetzt, liegt das Einsparpotenzial bei 95 Prozent.

In Technikums- und Wannenversuchen sollen zentrale Größen, Materialien und Parameter zur Umsetzung einer überwiegend elektrischen Beheizung einer Schmelzwanne zur Aluminosilikatglasherstellung getestet und validiert werden. Die Qualitätsanforderungen an diese Spezialgläser sind besonders hoch. So müssen etwa unerwünschte Verfärbungen und Verunreinigungen vermieden werden. Die Sicherung der hohen Qualität ist neben der CO2-Vermeidung ein wichtiger Parameter des zukünftigen überwiegend elektrischen Verfahrens.

Die Gesamtentwicklungskosten belaufen sich auf rund 7,44 Millionen Euro. Aufbauend auf den Forschungsergebnissen plant die SCHOTT AG nach erfolgreichem Abschluss des F&E-Projektes einen Förderantrag für den Bau einer optimierten, überwiegend elektrisch beheizten Schmelzwanne für Aluminosilikatgläser an einem Standort des Unternehmens in Deutschland zu stellen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördert das Vorhaben bis 2024 im Rahmen seines Förderprogramms Dekarbonisierung in der Industrie mit über 3,7 Millionen Euro.

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