EDGAR - Erfassungs- und Dokumentationsstelle Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität

Deutschland | 2015 - 2017 | Verbändeförderung | Förderung

Die gezielte Verfolgung von Greifvögeln und anderer geschützter Prädatoren mit Hilfe von Gift, Fallen, Schusswaffen oder gezielte Störungen und Zerstörung von Bruten ist ein Phänomen, das in praktisch allen Ländern Europas bis heute verbreitet ist und regional erhebliche negative Auswirkungen auf die Bestände betroffener Arten, wie zum Beispiel den Rotmilan (Milvus milvus), haben kann. Trotz strenger gesetzlicher Zugriffsverbote und einer Strafandrohung von bis zu fünf Jahren Haft, werden aus dem gesamten Bundesgebiet bis heute immer wieder einzelne Fälle oder ganze Deliktserien mit zahlreichen Opfern bekannt.

Gefördert über

Verbändeförderung

Projektdaten

Projektdauer

08/2015 - 07/2017

Förderjahr

2016

Land

Deutschland

Kontakt

Axel Hirschfeld
Komitee gegen den Vogelmord e. V.
An der Ziegelei 8
53127 Bonn

Fördernehmer

Komitee gegen den Vogelmord e. V.

Bundesweites Monitoring und Öffentlichkeitsarbeit

Mangels einer zentralen nationalen "Fundkartei", wie es sie zum Beispiel für Windkraftopfer seit Jahren gibt, wurden Daten über Fälle von Greifvogelverfolgung in Deutschland bisher nicht einheitlich gesammelt und ausgewertet. Eine genaue Einschätzung der bundesweiten Opferzahlen, der betroffenen Arten und der möglichen Auswirkungen für deren Bestände war deshalb bisher nur sehr eingeschränkt möglich. Ebenso unklar ist bisher gewesen, wo genau die Verfolgungszentren in Deutschland liegen, welche Methoden hauptsächlich zum Einsatz kommen, wie viele Fälle aufgeklärt werden und was die entscheidenden Motive der Täter sind. Um diese Fragen zu beantworten, hat das Komitee gegen den Vogelmord im August 2015 die Erfassungs- und Dokumentationsstelle Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität (E.D.G.A.R.) ins Leben gerufen, deren Mitarbeiter bundesweit alle seit dem Jahr 2005 in Deutschland bekannt gewordenen Fälle von illegaler Greifvogelverfolgung dokumentieren und in einer zentralen Datenbank erfassen. Dabei arbeitet die Erfassungsstelle eng mit Naturschutz- und Jagdbehörden, Pflegestationen, Polizei und Verbänden zusammen.

In den ersten zwölf Projektmonaten wurden durch Edgar-Mitarbeiter bundesweit mehr als zwanzig Fälle illegaler Greifvogelverfolgung aufgedeckt, dokumentiert und zur Anzeige gebracht. In mindestens vier bisher abgeschlossenen Fällen führte dies zu einer Verurteilung des Täters. Ein erster Zwischenbericht, der auch eine ausführliche Auswertung von rund 1.000 im Zeitraum 2005 bis 2015 erfasster Fälle enthält, wird im Frühjahr 2017 veröffentlicht.

Auf der Projektseite werden im Internet Hinweise zum rechtlichen Schutz und zum sicheren Erkennen von Greifvogelverfolgungen gegeben. Über ein Online-Meldeformular können Zeugen Hinweise auch anonym weiterleiten. Tauben- und Hühnerzüchter finden dort auch eine Sammlung rechtskräftiger Urteile sowie zahlreiche Tipps und Tricks, mit denen Verluste durch Greifvögel verhindert oder reduziert werden können.

Aktivitäten:

  • Bundesweites Monitoring aller bekannte gewordenen Fälle
  • Kontrollen nach Hinweisen und Dokumentation von Fällen
  • Beraten von Behörden, Zeugen und Verbänden zum Thema
  • Bergung und Untersuchung von Verfolgungsopfern
  • Erstatten von Strafanzeigen
  • Öffentlichkeitsarbeit und Vorträge zum Thema
  • Aufbau und Betrieb der Webseite
https://www.bmuv.de/FP34

Wege zum Dialog

Gute Politik für Umweltschutz und Verbraucherschutz gelingt, wenn sie gemeinsam gestaltet wird. Schreiben Sie uns oder beteiligen Sie sich an unseren Dialogangeboten.